Liebster Blog Award

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Wow, nun wurde ich innerhalb von zwei Tagen gleich zweimal für den Liebster Blog Award nominiert – zum einen von Irmgard von Books of Reality und zum anderen von Iri von Iri’s world of books. Ein fettes Dankeschön an Euch beide! Ich habe mich sehr über die Nominierungen gefreut und fühle mich natürlich geehrt 😉
Ich hatte zunächst nicht die leiseste Ahnung, was es mit diesem Award auf sich hat, habe mich aber nun informiert. Es geht offenbar darum, auf neue, noch unbekannte Blogs aufmerksam zu machen, den Nominierten zu zeigen, dass man ihre Arbeit schätzt und es ihnen zu erleichtern, sich mit anderen Bloggern zu vernetzen – eine wirklich nette und sinnvolle Idee.

Und das sind die Regeln:

1. Acknowledge the blog who nominated you and display the award
2. Answer 10 questions that the blogger gives you
3. Give 10 random facts about yourself
4. Nominate 10 blogs with under 200 followers.
5. Notify the bloggers that you have nominated them.
6. Give them 10 questions to answer


Zunächst möchte ich die Fragen beantworten, die mir Irmgard von Books of Reality gestellt hat:

1. Warum bloggen Sie?
Ich lese und schreibe gerne, also ist das Bloggen eine wunderbare Möglichkeit, beides miteinander zu verbinden und gleichzeitig Menschen kennenzulernen, die ähnliche Interessen haben und sich mit ihnen auszutauschen.
2. Wie lange bloggen Sie schon und wollen Sie weitermachen?
Ich blogge erst seit knapp zwei Monaten und da es mir sehr großen Spaß macht, möchte ich auf jeden Fall weitermachen.
3. Wie wichtig ist der Blog für Sie?
Mir ist mein Blog momentan sehr wichtig. Ich hatte in den letzten Jahren sehr wenig Zeit zum Schreiben und für schöne Bücher. Ich musste zwar sehr viel für mein Studium und auch beruflich lesen, vieles davon hat mich auch wirklich interessiert und begeistert, aber oft war es auch eine sehr lästige und zähe Angelegenheit, sich durch diese wissenschaftlichen Texte zu quälen oder selbst welche zu schreiben. Manchmal hätte ich schon lieber zu einem Krimi oder einem Roman gegriffen, aber dazu fehlte mir meistens die Zeit. Mein Blog ist Teil meiner neuen Freiheit, wieder nur das lesen zu dürfen, was ich wirklich lesen möchte. Er ist eine Art Tagebuch durch meine Welt der Bücher und Gedanken. Ich möchte nicht nur über meine Leseeindrücke, sondern auch über andere Themen schreiben – eben über alles, was mich bewegt, interessiert, nachdenklich macht oder auch zum Lachen bringt. Noch bin ich jedoch in der Aufbauphase, aber es ist schön zu sehen, dass mein Blog Tag für Tag wächst.
4. Finden Sie, dass ein Blog für Marketing geeignet ist?
Darüber habe ich mir noch nicht viele Gedanken gemacht, aber ich denke, dass ein Blog durchaus dafür geeignet ist. In den meisten Blogs kommt eine rein subjektive Meinung zum Ausdruck, was sie jedoch gerade besonders glaubwürdig und authentisch macht.
5. Wie finden Sie bei der riesigen Bandbreite und Anzahl der Blogs die, die Ihnen gefallen?
Meistens stoße ich beim Stöbern durch andere Blogs auf weitere Blogs, die mich interessieren oder ich suche im Reader nach bestimmten Schlagwörtern. Auch bei Twitter bin ich schon auf tolle Blogs aufmerksam geworden.
6. Haben Sie eine bestimmte Zeit, in der Sie bloggen oder je nach Inspiration?
Ich blogge meistens nachts. Ich bin eine absolute Nachteule, kann mich nachts einfach besser konzentrieren und bin viel kreativer als tagsüber.
7. Gibt es ein Vorbild, dem Sie nacheifern?
Beim Bloggen? Nein, definitiv nicht. Natürlich bekommt man beim Stöbern durch andere Blogs die ein oder andere Inspiration, die man so oder so ähnlich auch im eigenen Blog umsetzen kann, aber ich möchte, dass mein Blog Ausdruck meiner eigenen Persönlichkeit ist und unverwechselbare und individuelle Züge hat.
8. Haben Sie mehr als einen Blog?
Nein – ich denke, einer wird mir auch reichen.
9. Schreiben Sie einen Post und drücken Sie sofort ‘publish’ oder lassen Sie das Thema ’sacken’ und publizieren Sie später?
Natürlich lese ich mir meine Beiträge nochmals durch, bevor ich sie veröffentliche, aber ich lasse sie nicht „sacken“, muss keine Nacht drüber schlafen oder lange darüber nachdenken, sondern schreibe das, wonach mir gerade ist und schicke es in die Welt, sobald ich damit zufrieden bin und ich keine Tippfehler mehr entdecke.
10. Sind Sie glücklich mit dem Aussehen Ihres Blogs oder suchen Sie Wege ihn zu ändern?
So ganz zufrieden bin ich noch nicht damit und bastle auch ständig am Aussehen meines Blogs, aber auch das macht mir Spaß. Vermutlich werde ich ewig an der Gestaltung rumtüfteln 😉


Und nun zu den Fragen von Iri von Iri’s world of books:

1. Bloggen Freunde von Euch oder seid ihr die Einzigen in Eurem Freundeskreis?
Ich habe noch zwei Freunde, die ebenfalls bloggen
2. Habt Ihr ein bestimmtes Ritual beim Bloggen (Kekse essen, mit den Nägeln klackern etc.)?
Nur die üblichen und nicht nachahmenswerten Rituale, die ich immer habe, wenn ich am Schreibtisch sitze – Unmengen von Kaffee in mich reinschütten, unkontrolliert rauchen und je nach Tageszeit und Gusto trinke ich auch gerne mal ein Gläschen Rotwein
3. Schreibt Ihr Blogbeiträge auch manchmal über das Smartphone?
Bislang habe ich das noch nie getan und glaube auch kaum, dass ich es jemals tun werde, denn ich schreibe meistens längere Texte und brauche zum Tippen dann eine normale Tastatur.
4. Schreibt Ihr Blogbeiträge eher direkt oder schreibt Ihr sie vor, sodass sie später veröffentlicht werden?
Ich schreibe meine Beiträge zunächst in Word vor und kopiere sie dann in meinen Blog. Ich bin die Benutzeroberfläche von Word beim Schreiben einfach gewohnt und finde es so angenehmer.
5. Braucht Ihr zum Bloggen komplette Stille, oder läuft nebenbei vielleicht der Fernseher oder Musik?
Komplette Stille macht mich eher nervös als ruhig, weshalb ich meistens nebenbei Musik höre. Manchmal läuft auch der Fernseher. Ich habe zwar keine Ahnung, worum es geht, aber Hauptsache im Hintergrund quatscht oder singt jemand.
6. Schreibt Ihr Blogbeiträge am Schreibtisch, auf dem Boden, im Bett oder ganz wo anders?
Ich brauche beim Schreiben einen Tisch und will bequem sitzen, also schreibe ich meistens am Schreibtisch oder an meinem Esstisch
7. Wie schwer fällt es Euch manchmal, bei Büchern nicht zu spoilern?
Da ich viele Krimis und Thriller lese, muss ich schon aufpassen, nicht allzu viel preiszugeben, aber ich denke, bislang ist mir das ganz gut gelungen
8. Habt Ihr einen Beitrag, auf den ihr besonders stolz seid, welchen?
Nein – ich bin natürlich auf all meine Beiträge stolz 😉
9. Findet man Euren Blog auch in Sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter, oder haltet ihr von solchen Verknüpfungen nicht viel?
Mich findet man noch auf Facebook und Twitter, wobei ich Twitter für Blogger sinnvoller finde als Facebook
10. Was an Eurem Blogdesign gefällt euch am besten?
Ich finde es sehr übersichtlich und die Farbenkombination, die ich gewählt habe, gefällt mir ganz gut.

So, das wäre nun also geschafft! 😉


Ich möchte folgende Blogs für den Liebster Blog Award nominieren:

1. Annika von daslindgrenchen
2. Baronesslesen
3. Nicole von Nicoles Bibliothek
4. Andrea von a book love
5. Lena von ahoicaptain
6. Nina von Bücherwurm Hamburg
7. Eva von buecherfansite
8. Die Bücherkätzchen von DieBuchBlogger
9. Jana von Reading is dreaming with open eyes
10. Fraeuleinlovingbooks liest

Und hier sind meine Fragen an die Nominierten:

1. Wenn es eine Zeitmaschine gäbe, mit der Du für ein paar Tage in die Zukunft oder die Vergangenheit reisen könntest – in welche Zeit würdest Du gerne reisen und warum?

2. Wie sieht für Dich ein perfekter Tag aus?

3. Wobei kannst Du am besten entspannen und den Stress des Alltags vergessen?

4. Welches Buch oder welcher Film hat Dich zuletzt zum Weinen gebracht?

5. Über welches Talent würdest Du gerne verfügen?

6. Welchen lebenden oder bereits verstorbenen Prominenten würdest Du gerne interviewen und welche Frage würdest Du ihm am liebsten stellen?

7. Gibt es ein Buch, auf das Du Dich ganz besonders gefreut hast und von dem Du dann sehr enttäuscht warst? Wenn ja, welches?

8. Welchen Traum möchtest Du Dir in diesem Jahr unbedingt erfüllen?

9. Was bringt Dich richtig zum Lachen?

10. Über welches Thema könntest Du stundenlang reden oder auch bloggen?

Ich bin schon sehr gespannt auf Eure Antworten und wünsche den Nominierten weiterhin viel Spaß, Erfolg und gute Ideen beim Bloggen!

Liebe Grüße
Claudia

Montagsfrage: Wie geht ihr mit den allseits präsenten Liebesgeschichten um?

Montagsfrage

Eine Aktion von Buchfresserchen

„Im Grunde kennt die Literatur nur zwei große Themen: die Liebe und den Tod. Alles andere ist Mumpitz“, sagte einst Marcel Reich-Ranicki in seiner unvergleichlich barschen und gleichzeitig liebenswerten Art. Und Recht hatte er, denn natürlich geht es in der Literatur immer um Liebe und Tod, da es kaum Themen gibt, die uns Menschen mehr beschäftigen und bewegen als die Auseinandersetzung mit unserer eigenen Vergänglichkeit und mit einer der größten Triebfedern menschlichen Handelns – der Liebe. Sicher ist der Liebestod nicht zuletzt deshalb ein sehr zentrales Motiv in der Literatur, weil er diese beiden Themenkomplexe miteinander verbindet. Kaum ein anderes Gefühl ist stärker als das der Liebe, kein Leid größer als Liebesleid und kein Glück erfüllender als Liebesglück. Sei es nun die körperlich-erotische, leidenschaftliche, romantische, seelische, transzendente oder geistige Liebe, die Liebe zwischen Mann und Frau, Frau und Frau, Mann und Mann, die Liebe zum Kind oder die zu Gott – Liebe bestimmt das Handeln der Menschen und deshalb scheint es mir nur logisch, dass ständig über sie geschrieben wird. Worüber auch sonst?
Ich kann mich nicht erinnern, jemals ein Buch gelesen zu haben, in dem es nicht irgendwie, und sei es auch nur am Rande, um Liebe ging. Die Frage, ob über Liebe geschrieben werden soll, stellt sich für mich im Grunde gar nicht, sondern wie über sie geschrieben wird – und da gehen die Geschmäcker eben gehörig auseinander.
Ich persönlich hasse nichts mehr, als kitschige Liebesgeschichten mit Happyend und romantische Liebesschnulzen. Sie sind nicht nur fernab jeglicher Realität, sondern sie berühren mich auch nicht. Frau sucht Mann, findet den perfekten, charmanten und gutaussehenden Kerl, es gibt ein paar Widerstände und Konflikte, ein bisschen Tragik und Melancholie, aber letztendlich bekommt sie ihn dann meistens doch, und wenn nicht, ist man ein bisschen enttäuscht, aber mit einem kleinen Vorrat an Taschentüchern lässt sich das bewältigen. Solche Liebesgeschichten erfreuen sich großer Beliebtheit, denn anders ließe sich ein Erfolg wie der von Nicholas Sparks kaum erklären. Ich will das auch gar nicht schlechtreden, denn für manch einen mag es beglückend sein, solche Bücher zu lesen. Diese Liebesgeschichten appellieren an unsere Sehnsüchte, Träume und den stetigen Wunsch nach Harmonie, Geborgenheit und Glückseligkeit. Mich ärgern sie allerdings ein wenig, denn auch wenn sie mitunter dramatisch sein mögen, so fehlt es diesen Geschichten dennoch oft an Tiefe, einer Botschaft und allzu oft driften sie eben ins Klischeehafte ab. Ich habe durchaus nichts gegen Romantik und Liebesglück, gebe zu, dass auch ich sehr romantische und naive Vorstellungen von Liebe habe, aber es geht mir ziemlich auf die Nerven, wenn ein Autor, um jeden Preis eine romantische Liebesgeschichte in seine Bücher einbauen muss. Wenn in einem Krimi aus Liebe gemordet wird, finde ich das interessant und spannend, aber ob sich zwischen den Personen, die in einem Fall ermitteln nun auch noch eine romantische Liebesbeziehung entwickelt, interessiert mich dabei herzlich wenig und empfinde ich meistens auch als störend. Ich mag es, wenn in Büchern über Liebe geschrieben und reflektiert wird, über die Macht eines Gefühls, menschliche Abgründe, über Sehnsüchte und Hoffnungen, die Menschen umtreiben und antreiben, aber bitte nicht klischeehaft, vollkommen realitätsfern, unreflektiert und platt.

© Claudia Bett

Buchrezension: Harlan Coben – Ich vermisse dich

Harlan Coben, Ich vermisse dichInhalt:

Kat Donovan ist Detektive bei der New Yorker Kriminalpolizei. Vor 18 Jahren ist ihr Leben innerhalb kurzer Zeit vollkommen aus den Fugen geraten, denn ihr Vater, der ebenfalls Polizist war, wurde im Dienst erschossen und kurz darauf trennte sich ihr Verlobter Jeff von ihr. Der Mörder ihres Vaters wurde zwar gefasst und hat die Tat gestanden, doch stehen immer noch zu viele offene Fragen im Raum. Kat lässt das Gefühl nicht los, dass bei den damaligen Ermittlungen etwas übersehen wurde und nimmt nun noch einmal Kontakt mit dem mutmaßlichen Mörder ihres Vaters auf, der inzwischen an Krebs erkrankt ist und ihr schließlich auf dem Sterbebett gesteht, mit dem Mord an ihrem Vater tatsächlich nichts zu tun gehabt zu haben.
Kurz nach der Ermordung ihres Vaters wurde sie vor 18 Jahren auch von ihrem damaligen Verlobten Jeff verlassen. Er war die Liebe ihres Lebens, weshalb sie es in all den Jahren nicht verwunden hat, dass er die Verlobung damals ohne ein Wort der Erklärung löste und einfach spurlos verschwand. Seit der schmerzvollen Trennung von Jeff lebt Kat allein, ist überzeugter Single und konzentriert sich ausschließlich auf ihren Beruf. Ihre Freundin Stacy kann nicht verstehen, dass Kat der Liebe keinen Platz mehr in ihrem Leben einräumen will und meldet sie deshalb ohne ihr Wissen bei einem Onlinedating-Portal an. Kat ist nicht erfreut über das eigenmächtige Handeln ihrer besten Freundin, denn sie hat kein Interesse daran, auf diesem Weg einen Mann kennenzulernen, aber aus Langeweile und Neugierde loggt sie sich dennoch ein und stößt beim Stöbern durch die Profilseiten auf ein Foto von Jeff. Offenbar ist er inzwischen Witwer, Vater einer Tochter, hat eine neue Identität angenommen und sucht nun auf diesem Wege eine neue Partnerin. Nach langem Überlegen beschließt sie, mit ihm in Kontakt zu treten und schickt ihm eine anonyme Nachricht, die nur er verstehen kann und ihn an ihre gemeinsame Zeit erinnern müsste. Doch Jeff scheint ihre verschlüsselte Botschaft nicht zu verstehen und als sie sich ihm schließlich zu erkennen gibt, teilt er ihr unmissverständlich mit, dass er sie nicht wiedersehen will und ein Neuanfang für ihn nicht infrage kommt.
Zur gleichen Zeit wird Kat von dem jungen Studenten Brandon um ihre Hilfe gebeten. Er ist auf der Suche nach seiner Mutter, die auf einer Dating-Website einen Mann kennengelernt hat, mit ihm verreisen wollte und seitdem spurlos verschwunden ist. Als Kat die Ermittlungen in diesem Vermisstenfall aufnimmt, wird sie nicht nur mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert, sondern stößt auf die grausamen Verbrechen eines brutalen Mörders, der Profit aus der Sehnsucht einsamer Menschen nach Liebe und Geborgenheit zieht.

Meine persönliche Meinung:

Obwohl ich keine besonders ausgeprägte Vorliebe für amerikanische Autoren habe, schätze ich die Bücher von Harlan Coben sehr. Ich habe bereits mehrere seiner Thriller gelesen und war stets begeistert von den raffiniert ausgeklügelten und stimmigen Plots sowie den fein gezeichneten Charakteren, mit denen es der Autor immer wieder schafft, mich mit seinen Büchern zu fesseln. Dies ist Coben auch mit Ich vermisse dich wieder gelungen, denn ich war schon nach wenigen Seiten von der Geschichte gefangen. Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen und zahlreiche Cliffhanger erhalten die Spannung stets aufrecht, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und die 512 Seiten in kürzester Zeit regelrecht verschlungen habe.
Verschiedene Handlungsstränge, die zunächst nichts miteinander zu tun zu haben scheinen, laufen parallel nebeneinander her und werden aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, was den Nervenkitzel zusätzlich steigert. In der Mitte hat das Buch kurzfristig ein paar Längen, die ich ihm jedoch verzeihe, denn viele Informationen sind notwendig, um zu begreifen, wie die verschiedenen Handlungsebenen zusammenhängen. Die letzten 150 Seiten waren allerdings wieder so spannend, dass ich sie in einem Zug lesen musste, denn ich wollte unbedingt wissen, wie die unterschiedlichen Handlungsstränge miteinander verwoben sind und wie das Buch endet. Am Ende war dann doch alles ganz anders als ich es zunächst vermutet hatte. Viele Zufälle scheinen zwar manchmal etwas weit hergeholt, aber der Kreis der unterschiedlichen Handlungsstränge schließt sich dennoch zu einem logischen und stimmigen Ganzen und ließ mich fassungslos und auch nachdenklich zurück.
Ich lese sehr gerne Thriller, aber leider sind sie oft recht platt, da viele Thriller-Autoren einen größeren Wert auf die geschilderte Brutalität als auf eine gut durchdachte, schlüssige und intelligente Handlung legen. Auch Ich vermisse dich ist kein Buch für zartbesaitete Gemüter, denn Coben scheut sich nicht davor, grausame Mord- und Folterszenen recht detailliert zu beschreiben, aber dennoch ist das Buch nie flach und nichtssagend, sondern regt auch zum Nachdenken an und hat mich an vielen Stellen auch berührt, was bei Thrillern sehr selten der Fall ist. Der Autor entwirft sehr interessante und vielschichtige Charaktere, die mitunter ganz anders sind als sie auf den ersten Blick erscheinen. In die Hauptprotagonistin Kat konnte ich mich sofort einfühlen, denn sie war mir von Anfang an sympathisch. Sie wirkt nach außen zwar recht hart, lässt sich offenbar durch nichts erschüttern, aber sie ist eine tief verletzte, einsame Frau, die auch 18 Jahre nachdem ihr Lebensgefährte sie verlassen hat, nie über diese Trennung hinwegkam. Sie ist auf der Suche nach Antworten, denn sonst kann sie weder den Tod ihres geliebten Vaters noch den Verlust der Liebe ihres Lebens zu einem Abschluss bringen. Auf ihrem Weg, endlich Antworten auf ihre Fragen zu bekommen, stößt sie immer wieder auf Widerstände, merkt, dass selbst die wenigen Menschen, denen sie blind vertraut, oft ein falsches Spiel spielen, sie hinters Licht führen wollen und sie eigentlich niemandem trauen kann. Nicht zuletzt fand ich das Buch aber auch deshalb so interessant, weil es sich mit aktuellen Themen wie Sicherheit im Internet und Onlinedating beschäftigt und auch die Frage beleuchtet, was Menschen aus Einsamkeit und auf der verzweifelten Suche nach Liebe zu riskieren bereit sind.
Harlan Coben hat es wieder einmal geschafft, einen gut durchdachten, äußerst spannenden und gleichzeitig berührenden Thriller mit einem stimmigen Plot zu schreiben, der mich in jeder Hinsicht überzeugte und fesselte.

Mein herzlichster Dank geht an das Bloggerportal sowie die Verlagsgruppe Random House, die mir das Rezensionsexemplar freundlicherweise kostenlos zur Verfügung stellten.

© Claudia Bett

Meine Bewertung: ⭐ ⭐ ⭐ ⭐ ⭐ (5 von 5 Sternchen)

Buchdetails:

Harlan Coben: Ich vermisse dich
Page & Turner 2015
512 Seiten
ISBN: 978-3-442-20440-3

Cover: Page & Turner

Montagsfrage: Es wird immer nach den schönsten Buchcovern gefragt, aber welches ist für dich das mit Abstand hässlichste?

Montagsfrage

Heute ist zwar schon Dienstag, aber dennoch ist es wohl noch nicht zu spät für die aktuelle Montagsfrage von Buchfresserchen, die diese Woche auf der Suche nach den hässlichsten Buchcovern ist.

Die Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, weil es so viele Cover gibt, die mir nicht gefallen. Im Grunde sind mir Cover eigentlich egal, denn es kommt ja auf den Inhalt des Buches an. Mit Büchern ist es im Grunde wie mit Menschen – was nützt eine schöne Hülle, wenn innen alles hässlich, hohl und nichtssagend ist?
Ich habe in meinem reichen Fundus an Büchern mit hässlichem Cover nun doch eines gefunden, das alle anderen an Hässlichkeit überragt – es ist das von Martin Walsers Ehen in Philippsburg.
Walser - Ehen in PhilippsburgAlle, die mich kennen, wissen, dass ich Martin Walser und seine Bücher – formulieren wir es mal ein bisschen wohlwollend – nicht besonders gerne mag. Ich habe ihm wirklich viele Chancen gegeben, aber das wird einfach nichts mit uns. Dabei finde ich seine Sprache eigentlich sehr schön, seinen frühen Werken kann ich sogar noch etwas abgewinnen, aber spätestens seit Angstblüte empfinde ich seine Bücher als unerträglich, seine Altmännerphantasien sind geradezu peinlich und Ein liebender Mann habe ich abgebrochen und mir geschworen „Das war’s jetzt! Nie mehr Walser!“. Aber ich schweife ab, denn es geht ja nicht um Autoren, sondern um Cover.
Im Rahmen meines Studiums war ich gezwungen, meine Walser-Aversion kurzfristig abzulegen und seine Ehen in Philippsburg zu lesen. Ich fand das Buch überraschend gut, nicht brillant, aber zumindest erträglich und habe sogar beschlossen, eine Hausarbeit über das Frauenbild in Ehen in Philippsburg zu schreiben. Bei dem Beschluss und einer Einleitung blieb es dann allerdings auch, denn es ging einfach nicht! Ich habe die Hausarbeit nach einer Woche abgebrochen und sie auf meinen Stapel der begonnen und nie vollendeten Hausarbeiten gelegt. Schuld daran war nicht zuletzt das Cover. Allein dessen Anblick verursachte mir schon Bauchschmerzen – Martin Walser, der mich von einer Fotografie fordernd anglotzt, selbstgefällig angrinst und dabei genüsslich an seiner Pfeife nuckelt. Dass es sich hierbei um eine Fotografie von Stefan Moses handelt, macht die Sache nicht besser. So etwas will ich einfach nicht wochenlang auf meinem Schreibtisch sehen. Der soll gefälligst wegschauen! Tat er aber nicht. Im Hintergrund des Bildes steht ein Mädchen mit Zöpfen, das Walser über die Schulter schaut, den Leser anstarrt und wirklich geradezu gruselig ist. Was hat dieses Mädchen vor? Warum steht die da? Der Bezug des Covers zum Inhalt des Buches will mir bis heute nicht einleuchten. Warum macht ein Verlag so etwas? Sollte ein Cover die Aufmerksamkeit nicht vielmehr auf den Text und den Inhalt des Buches als auf die Person des Autors lenken? Ich will nicht vom Autor angestarrt werden – von keinem – schon gar nicht von Walser! Der Suhrkamp-Verlag hat eine Zeitlang häufig Autorenporträts auf den Covern abgebildet und keines davon hat mir gefallen. Vermutlich ging es dem Verlag um eine Inszenierung der Autoren zum Klassiker, denn auch Max Frisch, Hermann Hesse und Thomas Bernhard starren mich von den Covern ihrer Bücher an – schön sind sie alle nicht, aber Ehen in Philippsburg übertrifft sie dennoch alle.

© Claudia Bett

Meditatives Ausmisten – Oder: Darf man Bücher wegschmeißen?

books-1052091_960_720Ich bin gerade damit beschäftigt, in meiner Wohnung etwas Platz zu schaffen und sie ein wenig umzugestalten. Wie bei so vielen bibliophilen Zeitgenossen, sind bei mir nahezu alle Wände in jedem Raum mit überquellenden Bücherregalen bedeckt, was mein Unterfangen zu einer recht kräftezehrenden Angelegenheit werden ließ. Regale mussten ausgeräumt, verrückt und wieder eingeräumt werden. Zwangsläufig nimmt man dabei jedes Buch in die Hand, und obwohl ich sehr viele Bücher besitze, kann ich zu jedem Buch eine kleine Geschichte erzählen, mich daran erinnern, wo, wann und warum ich es gekauft habe, wer es mir geschenkt hat und in welcher Phase meines Lebens ich es gelesen habe. Es gibt Bücher, die mich seit vielen Jahren begleiten, die ich immer wieder zur Hand nehme, sie erneut lese oder einfach nur darin blättere. Sie sind für mich fast so etwas wie Freunde geworden, denn manche Bücher konnten mir Trost spenden und haben mich teilweise so berührt, dass ich mich niemals von ihnen trennen könnte. Ich liebe aber auch Krimis und spannende Thriller, werde vermutlich die wenigsten davon ein zweites Mal lesen, aber wenn sie mir gut gefallen haben, möchte ich sie in meinen Regalen nicht missen. Bücherregale und Wohnungen haben allerdings ihre räumlichen Grenzen und bei jedem Besuch im Buchladen kommen neue Bücher hinzu, sodass meine Wohnung allmählich etwas zu eng wird.
Nun ist aber nicht alles, was zwischen zwei Buchdeckel gepresst wurde, eine Offenbarung oder etwas, das man unter den Begriff „Kulturgut“ fassen könnte. Viele Bücher finde ich eben einfach nur schlecht, langweilig und nichtssagend, breche sie irgendwann ab und ärgere mich, dass sie so viel wertvollen Stauraum verstopfen. Erst vor ein paar Jahren konnte ich mich überwinden und sah die Notwendigkeit, mich von diesen Buchleichen, die halb- oder ungelesen in meinen Regalen ihr Dasein fristeten, zu trennen. Ein Buch wegzuschmeißen kam für mich aber stets einer Todsünde gleich, sodass ich diese Bücher entweder verschenkte, für einen guten Zweck spendete, in einen öffentlichen Bücherschrank stellte oder sie verkaufte. Ich konnte sie aber nicht einfach wegwerfen, denn nur weil mir etwas nicht gefällt, muss es ja nicht generell schlecht sein und kann vielleicht einen anderen begeistern. Auch wenn Bücher im Grunde nichts anderes sind als ein Stapel Papier mit Buchstaben, weckt das Wegschmeißen und Vernichten von Büchern stets unangenehme Assoziationen und erinnert an nicht sehr ruhmreiche Zeiten in der Geschichte.
Inzwischen betrachte ich das jedoch nüchterner und bin ich etwas gnadenloser geworden, denn es gibt Bücher, die mich einfach nur ärgern und bei denen jede gelesene Zeile nichts anderes als die sinnlose Verschwendung wertvoller und vor allem endlicher Lebenszeit ist. Verbrennen ist ein absolutes Tabu, aber in den letzten Wochen habe ich das Wegwerfen von Büchern geradezu zur Perfektion gebracht. Ganze Regalmeter voller Bücher und damit verbundene Erinnerungen sind erbarmungslos in den Schlunden großer Altpapiercontainer verschwunden. Bücher zu Themen, mit denen ich mich nie mehr beschäftigen werde und Buchgeschenke von Menschen, an die ich nicht mehr erinnert werden möchte, mussten ebenso verschwinden wie Bücher, die mich jahrelang begleitet, mir teilweise sogar viel bedeutet haben, aber in eine Lebensphase gehören, an die ich einfach nicht zurückdenken will. Natürlich hätte ich sie verschenken oder verkaufen können, aber da es sich teilweise um Bücher handelte, die weitaus mehr als nur bedrucktes Papier waren, sondern voller Erinnerungen an Zeiten und Menschen steckten, an die ich nie wieder erinnert werden möchte, reichte es nicht, sie einfach wegzugeben – sie mussten vernichtet werden. Mag sein, dass das infantil ist, aber es war das Entledigen von einer Last und das Ritual, das bedruckte Papier dem Recycling zu übergeben, war ein Akt der Befreiung. Die neu geschaffene Ordnung in meinen Regalen hat auch etwas Ordnung in das in meinem Kopf herrschende Chaos gebracht. Und nun erfreue ich mich an den leeren Regalböden, die mich erwartungsvoll anschauen und neuer Bücher harren. Ich stöbere voller Begeisterung in Verlagsvorschauen, auf Blogs und Literaturforen und freue mich, dass ich momentan viel Zeit zum Lesen habe und gerade nicht lesen muss, sondern darf. Ich fürchte, meine Bücherregale werden nicht allzu lange leer bleiben, denn ich habe schon einige interessante Neuerscheinungen entdeckt, von denen die ein oder andere sicher bald bei mir einziehen wird.

© Claudia Bett

Montagsfrage: Wie wichtig sind dir Klappentexte/Inhaltsangaben auf der Rückseite?

Montagsfrage

Auch diese Woche möchte ich mit der Antwort auf die wöchentliche Montagsfrage von Buchfresserchen starten, die sich diesmal Laberladen ausgedacht hat.

Ja, Klappentexte bzw. die Texte, die sich auf der Buchrückseite befinden, sind für mich schon wichtig, denn sie sind für mich oft das entscheidende Kriterium, ob ich ein Buch kaufe oder nicht. Wer kauft schon gerne die Katze im Sack? Es gibt Autoren, deren Bücher ich mir anschaffe, ohne vorher den Klappentext gelesen zu haben, weil ich weiß, dass sie gute Bücher schreiben oder weil das Buch Teil einer Reihe ist, die ich gerne lese. Bei Autoren, die ich nicht kenne, informiere ich mich meistens in Literaturforen, auf Blogs oder Verlagsseiten über die Bücher, aber wenn ich einfach planlos im Buchladen nach neuem Lesestoff stöbere, lasse ich mich bei meiner Kaufentscheidung vor allem von den Klappentexten leiten. Dazu sind sie ja eigentlich auch da – sie sollen das Interesse und die Neugierde des potentiellen Käufers wecken, ihn zum Kauf anregen und sind deshalb natürlich in erster Linie Werbetexte. Leider sind sie jedoch oft so plump und nichtssagend, dass der Informationsgehalt nahezu gegen Null geht. Wünschenswert wäre es ja, wenn ein Klappentext kurz den Inhalt des Buches umreißen würde, damit ich ungefähr weiß, was mich erwartet und er in erster Linie sachlich und informativ wäre, was jedoch recht selten der Fall ist. Oft hat man nach der Lektüre eines Buches den Eindruck, dass der Autor des Klappentextes das vorliegende Buch gar nicht kannte, da nichts von dem was auf den Buchdeckeln angekündigt wurde, in dem Buch zu finden war. Da drängt sich die Frage auf, wer diese Klappentexte überhaupt schreibt? Wäre es nicht sinnvoll, der Autor selbst würde sie verfassen, da zumindest er hinreichend über den Inhalt des Buches Bescheid weiß? Auch ärgern mich Klappentexte, die bereits so viel vom Plot des Buches verraten, dass sich die komplette Lektüre eigentlich erübrigt. Oft merkt man das jedoch erst, wenn man die ersten 100 Seiten gelesen hat, was dann besonders erquicklich ist. Ganz besonders erhellend sind auch Zitate aus dem Buch, Pressestimmen wie „Grandioser Roman!“ (Bild am Sonntag) sowie einzeilige Lobeshymnen anderer Autoren. Die Botschaft des Buches transportieren sie jedenfalls nicht und über den Inhalt sagen sie auch nichts aus.
Generell finde ich Klappentexte jedoch wichtig, weil sie mir, zumindest, wenn sie gut geschrieben sind, ein Bild des Buches vermitteln und aussagekräftiger sind, als das Cover oder der Titel.

Buchrezension: Malte Welding – Sekundenschaf. Dumm für einen Augenblick

SekundenschafInhalt:

Wer kennt sie nicht, diese kleinen gedanklichen Aussetzer, bei denen unser Gehirn nicht auf Hochtouren läuft und wir für einen kurzen Moment etwas tun, denken oder sagen, das überhaupt keinen Sinn macht? Auch ich habe schon nach dem Einkauf das Duschgel in den Kühlschrank geräumt, beim Klingeln des Telefons nach der Fernbedienung des Fernsehers statt nach dem Telefonhörer gegriffen oder verzweifelt nach meiner Brille gesucht, obwohl diese auf meiner Nase saß. Schon im nächsten Augenblick tippt man sich an die Stirn und realisiert im Idealfall sofort, wie doof man jetzt doch war.
Malte Welding, Autor, Blogger und Kolumnist der Berliner Zeitung, nennt diese kurzen Gedankenaussetzer „Sekundenschaf“, hat sie auf Facebook, bei radioeins und auf einer eigens eingerichteten Website gesammelt und die besten in seinem Buch Sekundenschaf. Dumm für einen Augenblick veröffentlicht.

Meine persönliche Meinung:

Eigentlich hatte ich mich auf das Buch gefreut, denn zum einen wurde es mir wärmstens empfohlen und zum anderen finde ich die geistigen Tiefpunkte meiner Mitmenschen zuweilen zum Schreien komisch und hatte mir ein paar Lacher versprochen. Der Begriff „Sekundenschaf“, mit dem der Autor das Phänomen kurzfristiger gedanklicher Irritationen bezeichnet, ist noch recht originell, da er bereits mit dem Lesemechanismus einer gewohnten Wortstruktur spielt. Doch die Erklärung, die Welding im Vorwort des Buches für seine Wortneuschöpfung liefert, konnte mich dann nicht wirklich überzeugen. Er verweist dabei auf den aktuellen Forschungsstand und den niedrigen Enzephalisationsquotienten (EQ) des Schafes, mit dem er auch die Tatsache erklärt, dass Katzen aufgrund ihres höheren EQ im Haus gehalten werden, während die vermeintlich dummen Schafe auf der Weide ihr Dasein fristen müssen. Würde man dieser Logik konsequent folgen, ließe es sich nur schwerlich erklären, warum weitaus mehr Meerschweinchen als Delfine im Haus gehalten werden. Aber das Buch erhebt ja auch keinen Anspruch auf wissenschaftliche Erkenntnis, liefert auch nicht ansatzweise eine Erklärung für das Phänomen des Sekundenschafs, sondern will einfach unterhalten, bzw. zum Lachen bringen. Leider hat die bloße, wenn auch systematische Aneinanderreihung von gelegentlichen Fehlleistungen menschlicher Gehirne mein Komikzentrum nicht getroffen. Die gesammelten Sekundenschafe waren größtenteils zu banal, gewöhnlich und langweilig, mögen in dem Moment, in dem sie sich ereigneten, vielleicht den ein oder anderen Lacher verursacht haben, aber beim Lesen konnten sie mich leider meistens nicht einmal zu Schmunzeln bringen. Auch ich bin ja nicht frei von diesen Fehlzündungen meines Gehirns, aber auch das beruhigende Gefühl, nicht allein bisweilen so blöd zu sein, wollte sich bei mir nicht einstellen. Schade, denn die Idee ansich klang recht vielversprechend und komisch.

© Claudia Bett

Meine Bewertung: ⭐ (1 von 5 Sternchen)

Buchdetails:

Malte Welding – Sekundenschaf. Dumm für einen Augenblick
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag
Ersterscheinungsdatum: 26. Juni 2015
224 Seiten
ISBN 978-3-499-63069-9

Cover: Rowohlt Verlag

Montagsfrage: Print oder eBook, was bevorzugst du?

Montagsfrage

Ich bin bei Bücherfresserchen auf diese Aktion gestoßen und möchte mit meiner Antwort auf die aktuelle Montagsfrage in die Woche starten.

Eigentlich bevorzuge ich nach wie vor gedruckte Bücher, den Geruch des Papiers, das Geräusch beim Umblättern und den haptischen Reiz, wenn ich über das Cover streiche. Es ist schön, ein richtiges Buch in der Hand zu halten, den Lesefortschritt der bereits gelesenen Seiten zu sehen, das Buch am Ende zuklappen und sichtbar ins Regal stellen zu können. Es gibt nichts Schlimmeres als eine Wohnung ohne Bücher. Mir ist es immer ganz unheimlich, wenn ich bei Menschen eingeladen bin, bei denen keine Bücher in den Regalen stehen.
Die Digitalisierung und die damit verbundene Entmaterialisierung werten das Kulturgut Buch, den Wert und auch die Beständigkeit des geschriebenen Wortes ab. Ein Buch ist eine Anschaffung für die Ewigkeit, die Konservierung von Wissen, Kultur und Gedanken, kann aufbewahrt, weitergegeben und vererbt werden und wird auch in 100 Jahren noch Bestand haben. Ist eine heute erworbene ePub-Datei in 20 Jahren überhaupt noch lesbar? Mein eBook-Reader wird jedenfalls vermutlich nicht so lange durchhalten, also werde ich die elektronischen Bücher, die ich mir heute kaufe, vielleicht in einigen Jahren nicht erneut lesen können. Mit der Digitalisierung wird Literatur zur Gebrauchsware und zum Wegwerfprodukt.
Dennoch besitze auch ich einen eBook-Reader und möchte ihn nicht mehr missen, weil er durchaus seine Vorteile hat. Ich lese immer und überall, meistens parallel mehrere Bücher, möchte aber nicht ständig einen Stapel Bücher mit mir rumschleppen. Mit meinem elektronischen Lesegerät kann ich problemlos eine halbe Bibliothek bei mir tragen und je nach Stimmung an meinem Krimi, Thriller oder historischen Roman lesen. Außerdem leide ich zunehmend an einem Phänomen, das mein Optiker „Altersweitsicht“ nennt, weil es offenbar keinen charmanteren Begriff dafür gibt. Gekoppelt mit meiner Eitelkeit und meiner generellen Aversion gegen Brillen, ist es ganz praktisch, dass ich mit meinem eBook-Reader die Schriftgröße beliebig vergrößern und sogar im Dunkeln problemlos lesen kann. Ferner ist das Fassungsvermögen meiner Wohnung begrenzt und ich mache mir allmählich auch Sorgen um die Statik des Hauses.
Aber es gibt Bücher, die ich in gedruckter Form besitzen muss, weil sie für mich einen ideellen Wert haben, ich sie immer wieder lesen und darin blättern möchte. Das sind meist die Bücher meiner Lieblingsautoren und solche, von denen ich weiß, dass sie mir etwas bedeuten.
Meinen Reader nutze ich nur für Bücher, die ich zur reinen Unterhaltung lese, für Krimis, die ich nur einmal zur Hand nehme, weil ich danach ohnehin weiß, wer der Täter ist und für Romane, bei denen ich schon im Vorfeld sicher bin, dass es bei einem einmaligen Lesegenuss bleiben wird.

© Claudia Bett

Ein neues Jahr – Rückblick und Ausblick

sky-933634_960_720Hallo meine Lieben,

zunächst möchte ich es natürlich nicht versäumen, Euch allen ein frohes und glückliches neues Jahr zu wünschen und hoffe, es hat für Euch bereits vielversprechend angefangen.

Das Jahr 2015 verlief für mich in vielfacher Hinsicht leider nicht sehr erfreulich. Viele schmerzhafte Erfahrungen, Begegnungen und Erlebnisse würde ich gerne abstreifen und vergessen, aber ich muss akzeptieren, dass auch sie nun ein Teil meines Lebens geworden sind und versuchen, wenigstens daraus zu lernen. Vieles von dem, was ich erreicht und wofür ich gekämpft habe, liegt nun in Trümmern vor mir, die es mühsam aufzusammeln gilt, um sie zu etwas Neuem zusammenzubauen. Ob es mir gelingt, weiß ich nicht, aber ich werde die mir verbliebenen Kräfte bündeln und es wenigstens versuchen – zumindest das habe ich mir für das kommende Jahr vorgenommen.
Ansonsten bin ich vorsätzlich vorsatzlos in das neue Jahr gestartet, denn ich gehöre nicht zu den Menschen, die pünktlich zum Jahreswechsel plötzlich in zwanghafte Verbesserungswut verfallen und sich vornehmen, schlagartig bestimmte Verhaltensweisen und Unsitten abzulegen, um ein gesünderer, attraktiverer und generell besserer Mensch zu werden. Ich bin nicht perfekt, muss und will es aber auch nicht sein, und falls ich den Wunsch verspüren oder die Notwendigkeit sehen sollte, mich zu verändern, dann kann ich das an jedem beliebigen Tag des Jahres tun.
Ich habe den Jahreswechsel vielmehr dazu genutzt, innezuhalten, über Vergangenes nachzudenken und Bilanz zu ziehen. Das war leider nicht besonders lustig, aber es gibt dennoch Dinge, über die ich mich gefreut habe – zum Beispiel auch über meine neuen Erfahrungen als Blogger. Ich bin ja ein recht neues Mitglied in der Blogger-Gemeinschaft, erst seit ein paar Wochen dabei, musste mich mit vielem erst vertraut machen, aber nun ist mein Blog eingerichtet, die ersten Beiträge sind geschrieben und ich habe große Freude daran, mit Euch meine Leseeindrücke und Gedanken zu teilen. Ganz besonders freut es mich, dass bereits viele von Euch meinen Beiträgen folgen und ich schon positives Feedback bekommen habe. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken und hoffe auf viel Inspiration, regen Erfahrungsaustausch und nette Bekanntschaften im kommenden Jahr!

© Claudia Bett

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Buchrezension: Max Rhode – Die Blutschule

Inhalt:

Max Rhode - Die BlutschuleSimon ist Insasse einer geschlossenen Anstalt und wird von dem Arzt, der ihn dort betreut, gebeten, seine Lebensgeschichte niederzuschreiben. Rückblickend erzählt Simon nun von seinen traumatischen Erlebnissen, die sich im Sommer 1993 zugetragen haben, kurz nachdem er im Alter von 13 Jahren zusammen mit seiner Familie von Berlin nach Brandenburg an den Storkower See gezogen war. Er und sein Bruder Mark fühlen sich von Anfang an nicht sehr wohl in dem Dorf am See und dem abgelegenen Waldhaus, in dem sie von nun an mit ihren Eltern leben sollen. Nicht nur Stotter-Peter, ihr Nachbar, der im Verdacht steht, ein pädophiler Sittlichkeitsverbrecher zu sein, sondern auch eine äußerst gewalttätige Jugendbande machen es den beiden Brüdern schwer, sich heimisch zu fühlen. Aber immerhin freuen sie sich auf die bevorstehenden Sommerferien am See. Doch plötzlich verhält sich auch ihr sonst so fürsorglicher Vater sonderbar und zwingt sie, die Ferien mit ihm auf einer unbewohnten Insel im See zu verbringen. In einer kleinen, verlassenen Holzhütte hat er für seine Söhne ein Klassenzimmer eingerichtet, in dem er sie fortan unterrichten will. Der mörderische Lehrplan, den er sich für Simon und Mark ausgedacht hat, übertrifft jedoch die schlimmsten Alpträume – sie sollen lernen, wie man tötet.

Meine persönliche Meinung:

Dass es sich bei Max Rhode um ein Pseudonym des erfolgreichen Schriftstellers Sebastian Fitzek handelt, ist inzwischen hinreichend bekannt und wird mittlerweile auch fett auf dem Cover vermerkt. Dies ist natürlich eine recht geschickte Marketingstrategie, die auch vor dem Hintergrund gesehen werden muss, dass der fiktive Max Rhode der Hauptprotagonist in Fitzeks neuem Roman Das Joshua-Profil ist. Die beiden Bücher können aber unabhängig voneinander und auch in beliebiger Reihenfolge gelesen werden.
Da ich ein paar Romane von Sebastian Fitzek kenne, sie mir teilweise ganz gut gefallen haben und ich neugierig auf seinen neusten Roman bin, dachte ich, es sei vielleicht ganz interessant, zunächst Die Blutschule zu lesen, bevor ich mich auf Das Joshua-Profil stürze. Erwartet habe ich natürlich ein typisches Werk von Fitzek, zumal das Buch auf dem Cover auch als Thriller angepriesen wird. Es wäre sinnvoll gewesen, das Genre näher zu präzisieren und irgendwo zu vermerken, dass es sich um keinen klassischen Thriller mit psychologischem Hintergrund handelt, wie man es von Fitzek gewohnt ist, sondern eigentlich um einen Horrorthriller mit Mystery-Elementen. Wer das mag, wird Die Blutschule lieben, denn zweifellos ist das Buch ein spannender Pageturner mit Gänsehauteffekt und Schockmomenten, wenn auch mit einer recht flachen und platten Story. Ich habe auch ganz grundsätzlich nichts gegen Schilderungen von brutalen Grausamkeiten, wenn es um die Darstellung dessen geht, wozu Menschen in Ausnahmesituationen imstande sind, aber wenn das Böse in Form von kleinen Spinnentieren daherkommt, die sich parasitenartig der Psyche eines Menschen bemächtigen oder der Blick in einen Seelenspiegel einen vormals sanftmütigen Zeitgenossen zum blutrünstigen Monster mutieren lässt, dann ist mir das doch etwas zu weit hergeholt und unrealistisch. Apropos: für Erklärungen, die den logischen Zusammenhang zwischen den Spinnen und diesem Spiegel anbelangen, so es denn überhaupt einen gibt, wäre ich meinen geschätzten Lesern recht dankbar. Ich bin wohl zu unerfahren mit übersinnlichen Phänomenen, um das zu begreifen.
Ich gehöre zwar nicht zu den zartbesaiteten Lesern und halte recht viel aus, aber bei der grausamen Misshandlung eines unschuldigen Katzenbabys, ist meine persönliche Schmerzgrenze dann doch überschritten. Häufig war ich geneigt, das Buch einfach zuzuklappen und abzubrechen, zumal keiner der Protagonisten mich so für sich einnehmen konnte, dass sich bei mir Interesse an seinem weiteren Schicksal oder gar Empathie geregt hätte. Ich habe aber bis zum Ende durchgehalten, weil das Buch recht dünn ist, sich in wenigen Stunden lesen lässt und man geradezu durch die Seiten fliegt, da der Schreibstil des Autors sehr flüssig ist. Ob sich Fitzek mit diesem Ausflug ins Horror-Genre tatsächlich einen Gefallen getan hat, bezweifle ich, denn eingefleischte Fitzek-Fans könnten doch etwas enttäuscht sein. Ich wollte Die Blutschule eigentlich als Einstimmung zu Das Joshua-Profil lesen, aber mich hat dieses Buch nun doch eher abgeschreckt, Fitzeks neusten Roman zu kaufen.

© Claudia Bett

Meine Bewertung: ⭐ ⭐ (2 von 5 Sternchen)

Buchdetails:

Max Rhode: Die Blutschule
Bastei Lübbe 2015
272 Seiten
ISBN: 978-3-404-17267-2

Cover: Bastei Lübbe

 

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