Mein Monatsrückblick Mai 2016

Gelesen:

Im vergangenen Monat war ich ordentlich im Lesefluss, denn obwohl ich im Mai zwei Bücher gelesen habe, für die ich mich leider nicht begeistern konnte, ließ ich mich davon nicht beirren oder gar in eine Leseflaute ziehen, sondern fieberte dem nächsten Buch, das hoffentlich besser werden würde, geradezu entgegen. Da ich die Autorin bislang nicht kannte, war ich von Lena Avanzinis Nie wieder sollst du lügen besonders positiv überrascht und kann das Buch nur jedem empfehlen, der gerne gute Krimis und Thriller liest. Auch Die Witwe, der Debütroman von Fiona Barton, konnte mich in jeder Hinsicht überzeugen.

Ja, ich weiß, dass ich immer ein bisschen länger brauche, aber ich habe im vergangenen Monat eine Buchreihe für mich entdeckt, die vermutlich schon jeder kennt, von der ich auch schon viel gehört hatte, allerdings nie geglaubt hätte, dass sie mir tatsächlich gefallen könnte. Zum einen habe ich bisher die Erfahrung gemacht, dass mir nur äußerst selten etwas gefällt, was die breite Masse begeistert, und zum anderen ist Fantasy auch nicht gerade mein bevorzugtes Genre. Doch dann habe ich zwei Interviews von Denis Scheck mit George R.R. Martin gesehen und war dann doch ein wenig neugierig auf diesen Autor und Game of Thrones (falls Euch die Interviews interessieren, dann klickt einfach hier und hier). Dennoch war meine Erwartungshaltung nicht allzu hoch, als ich den ersten Band von Das Lied von Eis und Feuer schließlich zur Hand nahm. Ich war aber von der ersten Seite an gefangen von der Welt, die der Autor schuf, von der stark an das europäische Mittelalter angelehnten Geschichte, die trotz fantastischer Elemente geradezu erschreckend real scheint, weil sie sie alles beinhaltet, was uns Menschen von jeher an- und umtreibt – Liebe, Hass, Freundschaft, Familie, Verrat, Rache, Sex und Macht. Dabei bricht Martin vollkommen mit bekannten Erzählmodellen, wie dem ewigen und ermüdenden Kampf zwischen Gut und Böse, bei dem das Gute letztendlich gewinnt und der Held überlebt, sondern hat so facettenreiche und ambivalente Figuren geschaffen, dass es unmöglich ist, überhaupt zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Und so müssen vermeintliche Helden eben auch nicht zwangsläufig überleben. Stattdessen sterben zentrale Charaktere wie die Fliegen, sodass man sich fragt, wie eine Geschichte, bei der die Hauptprotagonisten so schnell sterben, noch weitere neun Bücher überdauern kann. Die Wendungen sind so unvorhersehbar, dass man sich vor dem Umblättern jeder Seite fast fürchtet, weil man sich nie sicher sein kann, was im nächsten Satz passieren wird.
Meine Rezension kommt noch, aber soviel sei schon verraten – diese Bücher sind grandios! Ich bin nicht nur begeistert, sondern regelrecht süchtig nach dieser Reihe und muss mich ein wenig zügeln, um möglichst lange etwas davon zu haben. Jedem, der mich spoilert, werde ich unverzüglich die Freundschaft kündigen und jeglichen Kontakt abbrechen, denn ich will dieses phänomenale Epos Stück für Stück selbst entdecken, jede Seite genießen und freue mich, dass weitere neun Bände vor mir liegen und George R.R. Martin immer noch weiterschreibt. Dieser Autor ist ein Genie! Aber genug geschwärmt, denn ich werde die verehrte Leserschaft meines Blogs bestimmt nach und nach nicht nur mit meinen Rezensionen zu den Büchern von Das Lied von Eis und Feuer, sondern sicher recht häufig mit meinen diversen Ausflügen nach Westeros beglücken, vielleicht sogar irgendwann nerven 😉

Jedenfalls habe ich im Mai 7 Bücher gelesen – das waren 2888 Seiten, also durchschnittlich ca. 93 Seiten pro Tag. Mit einem Klick auf den Buchtitel gelangt ihr zu meinen Rezensionen.

  1. Harlan Coben – Ich schweige für dich (416 Seiten)
  2. Lena Avanzini – Nie wieder sollst du lügen (344 Seiten)
  3. Paula Daly – Herzgift (384 Seiten)
  4. Karen Winter – Wenn du mich tötest (320 Seiten)
  5. Fiona Barton – Die Witwe (432 Seiten)
  6. Tess Gerritsen – Der Meister (416 Seiten)
  7. ⭐ George R.R. Martin – Die Herren von Winterfell (Das Lied von Eis und Feuer 1) (576 Seiten) ⭐

Gehört:

Ich kann schlecht verbergen, dass ich musikalisch in den 80er- und 90er-Jahren hängengeblieben bin. Das war einfach die Musik, die mich prägte, weshalb ich in bestimmten Lebenssituationen und Stimmungen immer noch die Songs höre, die mich schon seit Jahrzehnten begleiten. In den letzten Wochen habe ich sehr häufig More von The Sisters of Mercy gehört, ein ungeheuer kraftvolles Lied, das allerdings nur dann die gewünschte Wirkung entfaltet, wenn man es so laut stellt, dass der Boden vibriert. Aus Rücksichtnahme auf meine Nachbarn verkneife ich mir das allerdings, obwohl es mit Kopfhörern bei weitem nicht denselben Effekt hat.

Gesehen:

Game of Thrones 1Meine Flimmerkiste hatte nun monatelang Urlaub, denn ich verbrachte meine Zeit lieber mit der Nase in einem Buch, statt mir irgendwelche todlangweiligen Filme anzusehen. Seit ich dem Game-of-Thrones-Fieber verfallen bin, habe ich meinen Fernseher jedoch wieder reanimiert. Nachdem ich den ersten Band von Das Lied von Eis und Feuer gelesen hatte, war ich doch ein wenig neugierig auf die HBO-Serie.
Ich bin Literaturverfilmungen gegenüber eigentlich recht skeptisch, denn eine wirklich gelungene habe ich bislang nur selten gesehen. Meistens war ich enttäuscht, denn wenn ich ein Buch gelesen habe, habe ich bestimmte Bilder und eine ungefähre Vorstellung von den Schauplätzen und Charakteren im Kopf und erwarte natürlich, diese im Film wiederzufinden. Bei einer so hohen Erwartungshaltung sind Enttäuschungen zwangsläufig vorprogrammiert, denn die Vorstellungen der Filmemacher müssen ja nicht mit meinen eigenen übereinstimmen. Schön wäre es allerdings, wenn sie ihnen wenigstens ein bisschen ähneln würden. Wie aber sollte man einen so komplexen Stoff wie George R.R. Martins Epos Das Lied von Eis und Feuer jemals filmisch umsetzen können? Das kann nur in die Hose gehen – da war ich mir sicher. Da ich ja grundsätzlich erst die Bücher lese und mich auch nicht selbst spoilern will, wagte ich mich zunächst auch nur an die erste Staffel. Und was soll ich sagen? Die Serie ist genial! Natürlich ist nicht alles so, wie in meinen Vorstellungen, die Buchvorlage ist auch definitiv besser, aber dennoch ist die Verfilmung absolut gelungen. Außerdem hat mir der Film auch geholfen, einen besseren Überblick zu bekommen, denn die vielen Charaktere und Handlungsorte lassen sich leichter zuordnen und einprägen, wenn man sich auch noch die Verfilmung angesehen hat, zumal die ersten Staffeln der Serie ja noch recht nah an der Buchvorlage sind. Besonders positiv überrascht war ich von meinem Lieblingscharakter – Tyrion Lannister, der von Peter Dinklage ganz ausgezeichnet dargestellt wird. George R.R. Martin ist ja bekannt dafür, sich nicht zu scheuen, auch seine Hauptprotagonisten plötzlich sterben zu lassen, und so hoffe ich natürlich, dass Tyrion noch lange, lange am Leben bleibt. Falls Ihr schon wisst, dass er in den folgenden Staffeln sterben wird – behaltet es bitte für Euch 😉

© Claudia Bett

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12 Gedanken zu “Mein Monatsrückblick Mai 2016

  1. Dieser Monatsrückblick kommt für mich zur richtigen Zeit. Mir geht es mit der Martin-Reihe genaus so wie dir und ich habe lange gewartet, bis ich mich dazu aufgerafft habe. Ich habe mir den ersten Band in der Onleihe vorbestellt und bin gespannt.
    LG – und jetzt schaue ich mir mal deine anderen Rezensionen an.

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