Montagsfrage: Rätselst Du bei Krimis/Thrillern mit?

Montagsfrage

Diese Woche stellt Buchfresserchen auf ihrem Blog eine Frage, die sich vor allem an die Krimi- und Thrillerleser richtet, und möchte wissen, ob man bei Krimis und Thrillern gerne miträtselt oder sich lieber überraschen lässt.
Ich weiß gar nicht, ob sich das überhaupt ausschalten lässt, denn bei Krimis und Thrillern, in denen ein Verbrechen im Zentrum der Geschichte steht, rätsle ich ganz automatisch mit und versuche zu ermitteln, wer die Tat begangen haben könnte. Wenn ich eine Vermutung habe und sich diese am Ende eines Buches als richtig herausstellt, bin ich manchmal fast schon ein wenig enttäuscht, denn es gibt eigentlich nichts Langweiligeres als vorhersehbare Plots. Mir ist es lieber, wenn ein Autor zahlreiche Wendungen in die Handlung einbaut, mich immer wieder in die Irre führt, falsche Fährten auslegt und mich am Ende mit einer vollkommen unvorhersehbaren Auflösung des Falls überrascht. Allerdings ärgere ich mich, wenn auf den letzten Seiten plötzlich ein Zeuge aus dem Ärmel gezogen wird, von dem vorher nie die Rede war, mit dessen Hilfe die Tat aber plötzlich ratzfatz aufgeklärt werden kann oder der Autor einfach einen an den Haaren herbeigezogenen Zufall aus dem Hut zaubert, um sein Buch zu einem Ende zu bringen. Gerade in diesen Genres ist es wichtig, eine raffinierte Geschichte zu komponieren, glaubwürdige Charaktere zu gestalten, den Plot logisch und stimmig aufzubauen und ihn auf ein schlüssiges Ende hin anzulegen. Das ist sicherlich nicht ganz einfach, weshalb ich davon überzeugt bin, dass es für einen Autor eigentlich keine schwierigere Aufgabe gibt, als einen guten Kriminalroman zu schreiben. Bei Büchern jedes anderen Genres verzeihe ich Logikbrüche, aber bei Krimis finde ich sie geradezu fatal.

© Claudia Bett

9 Gedanken zu “Montagsfrage: Rätselst Du bei Krimis/Thrillern mit?

  1. Hey Claudia,

    lese ich einen Thriller oder einen Kriminalroman, dann lese ich von Anfang an zwischen den Zeilen mit, um den Täter zu entlarven oder um Motive zu entdecken. Ich kann gar nicht anders, ich kann mich nicht bewusst überraschen lassen. Natürlich freue ich mich über jede Wendung und Überraschung, aber manchmal natürlich auch, wenn ich richtig lag mit meinen erlesenen Spuren.

    Viele Grüße Nisnis

    Gefällt 1 Person

    • Ja, wenn ich nach ein paar Wendungen und Zweifeln immer noch richtig liege, habe ich damit kein Problem, aber wenn ich gleich ahne, worauf die Geschichte hinausläuft und der Täter mir quasi auf dem Silbertablett präsentiert wird, finde ich es eher langweilig.
      Liebe Grüße
      Claudia

      Gefällt mir

  2. dass es für einen Autor eigentlich keine schwierigere Aufgabe gibt, als einen guten Kriminalroman zu schreiben

    – Ich habe nun schon des Öfteren gelesen, am schwierigsten wären Kinderbücher zu schreiben.

    Gefällt mir

    • Kinderbücher sind sicherlich nicht ganz einfach, denn es sollte ja kindgerecht sein – sprachlich und inhaltlich. Ein Kinderbuch sollte ja die Erlebniswelt eines Kindes widerspiegeln. Sich als Erwachsener da einzudenken, ist sicher nicht leicht. Ich musste mal Mueseumstexte für Kinder schreiben und hatte Probleme damit, denn ich habe keine Kinder, wusste nicht, was Kinder in dem Alter schon wissen und was man ihnen zumuten kann, aber ich denke, wenn man selbst Kinder hat oder von Pädagogik Ahnung hat, bekommt man das hin. Einen stimmigen Plot für einen Krimi zu konstruieren stelle ich mir schwieriger vor. Das Ende sollte eben schlüssig sein und ich habe schon häufig Krimis gelesen, bei denen am Schluss dann Kommissar Zufall einschreiten muss, weil die Handlungsstränge und Wendungen nicht mehr logisch und schlüssig zusammengeführt werden können. Ich glaube nicht, dass ich sowas schreiben könnte, weil so verschachteltes und logisches Denken nicht meine Stärke ist. Trotzdem merke ich hin und wieder, wenn das Ende eines Buches nicht mehr schlüssig oder eben überkonstruiert ist.

      Gefällt mir

  3. „weshalb ich davon überzeugt bin, dass es für einen Autor eigentlich keine schwierigere Aufgabe gibt, als einen guten Kriminalroman zu schreiben“ —
    Auch in anderen Genres ist es wichtig, glaubhaft zu bleiben – sogar im fantasybereich, wo ja vieles möglich ist. Auch dort dürfen sich keine Logikfehler einschleichen, was trotzdem oft geschieht. Und Figuren sollten in allen Genres glaubwürdig bleiben und nicht irgendwann entgegen dem handeln, wie sie vom Autor vorher charakterisiert wurden.
    Aber verzwicktes Krimiplots mit mehreren völlig überraschenden Wendungen, die nicht konstruiert wirken und auch einer zweiten Betrachtung komplett standhalten – das ist schon eine hohe Kunst.

    Gefällt mir

    • Da gebe ich Dir vollkommen recht – in jedem anderen Genre sind Logik und Glaubwürdigkeit ebenso wichtig. Allerdings sind sie jedem anderen Genre meiner Meinung nach leichter einzuhalten, weil bei Krimis der Plot eben besonders verzwickt sein sollte und falsche Fährten gelegt werden müssen, damit es für den Leser spannend bleibt.

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s