Mein Monatsrückblick September 2016

Gelesen:

Ich bin noch immer ein wenig verwirrt und weiß nicht so recht, wie ich den vergangenen Lesemonat zusammenfassen soll, denn das letzte Buch, das ich im September gelesen und erst gestern beendet habe, Hochland von Steinar Bragi, schwirrt noch immer durch meinen Kopf und war so vollkommen abstrus, verworren und absurd, dass ich mich erstmal sammeln muss, um das zu verarbeiten. Vielleicht habe ich es auch einfach nicht verstanden, aber für mich ergibt dieses Buch bislang überhaupt keinen Sinn und ich sehe mich im Moment auch außerstande, es zu rezensieren. Ich will einfach nicht glauben, dass ein hochgelobter Autor, tatsächlich etwas so Konfuses und teilweise auch Abstoßendes zu Papier bringt, ohne dass sich hinter dem Geschreibsel nicht vielleicht doch noch eine wie auch immer geartete Botschaft verbirgt. Wenn schon kein roter Handlungsfaden, geschweige denn ein schlüssiges Ende erkennbar sind, sollte doch wenigstens irgendwo eine Message versteckt sein. Vermutlich muss ich es erstmal sacken lassen und nochmal drüber nachdenken, ob ich aus diesem vollkommen grotesken Horrorszenario vielleicht nicht doch noch irgendwelche tiefgründigen Erkenntnisse gewinnen kann. Zunächst muss ich aber ganz dringend nach einem neuen Buch und einem vollkommen anderen Genre greifen, um Hochland erstmal aus meinem Kopf zu bekommen. Falls einer von Euch das Buch gelesen und verstanden hat, wäre ich für aufschlussreiche Hinweise wirklich sehr dankbar.

Lassen wir Hochland also erstmal außen vor, denn abgesehen von diesem Buch, kann ich auf einen recht zufriedenstellenden Lesemonat zurückblicken.

Ich habe im vergangenen Monat sechs Bücher gelesen – das waren 2292 Seiten, also ca. 76,5 Seiten pro Tag (mit einem Klick auf das Cover oder den Buchtitel gelangt Ihr zu meinen Rezensionen)

Adrian J Walker - Am Ende aller ZeitenAdrian J Walkers Am Ende aller Zeiten, mit dem ich in den September gestartet bin, war ein guter, solider und spannender Endzeit-Roman mit großartigen Ansätzen, hatte allerdings doch ein paar Schwächen, die das Lesevergnügen ein wenig minderten.

 

 

Astrid Plötner - TodesgrußÜberaus spannend ging es im September dann mit Todesgruß von Astrid Plötner weiter, einem gut durchdachten und raffiniert komponierten Kriminalroman, der zum Miträtseln einlädt und mich in jeder Hinsicht überzeugen konnte.

 

 

DIE WAHRHEIT von Melanie RaabeVon Melanie Raabes Die Wahrheit hatte ich mir ein wenig mehr versprochen. Es war ein wirklich guter Thriller, sprachlich und stilistisch absolut herausragend, aber das Ende war leider etwas enttäuschend. Vermutlich waren meine Erwartungen einfach zu hoch, denn Die Falle von Melanie Raabe war eines der besten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe und so hatte ich eben gehofft, dass mich nun auch Die Wahrheit vom Hocker reißen würde.

Anders von Anita TerpstraStattdessen hat mich im vergangenen Monat gerade das Buch am meisten begeistert, von dem ich es am wenigsten erwartet hätte – Anders von Anita Terpstra. Da die Niederländerin noch mehr Bücher geschrieben hat, wäre es schön, wenn auch diese übersetzt werden würden, denn ich würde gerne mehr von dieser Autorin lesen. Da Anders von der ersten bis zur letzten Seite spannend war und mir beim Lesen häufig ein eisiger Schauer über den Rücken lief, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen und ist deshalb auch mein Lesehighlight des Monats.

Die Reinheit des Todes von Vincent KlieschDanach habe ich ein Buch gelesen, das aus unerfindlichen Gründen seit  Jahren ungelesen in meinem Regal schlummerte und sich als wahres Thriller-Schätzchen erwiesen hat – Die Reinheit des Todes von Vincent Kliesch. Ein wirklich packender und fulminanter Auftakt der Thriller-Reihe um den Ermittler Julius Kern, den ich nun unbedingt auch bei seinen weiteren spannenden Fällen begleiten möchte.

 

Hochland von Steinar BragiEs hätte also alles so schön sein können, würde Hochland von Steinar Bragi nicht einen dunklen Schatten auf die letzen Tage des Monats September werfen. Aber wie gesagt, muss ich dieses furchtbare Leseerlebnis erst verdauen, um ein paar sinnvolle Gedanken äußern zu können. Meine Rezension zu diesem Buch kommt, sobald ich mich ein wenig gesammelt habe ;-).

 

© Claudia Bett

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11 Gedanken zu “Mein Monatsrückblick September 2016

    • Prust! Dazu muss ich erst in der richtigen seelischen Verfassung sein. Im Moment will ich dieses Buch eigentlich nur noch vergessen. Es war aber ein Reziexemplar, also werde ich es rezensieren, sobald sich mein Gemüt wieder beruhigt hat 😉

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      • Lieb, dass Du mich dran erinnerst 😉 Es wird mir ein Vergnügen sein. Vielleicht setze ich mich doch noch intensiv mit der Textmetaphorik auseinander und komme dann zu dem Ergebnis, dass dieses Buch eigentlich ein literarisches Meisterwerk ist. Allerdings muss ich vorher noch ein paar Mal drüber schlafen und versuchen, endlich diese abscheulichen Bilder aus dem Kopf zu bekommen *schüttel*

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      • Ich finde das Blogger-System eigentlich gut, aber dieses *rezensieren müssen* ist ein Schuss, der meiner Meinung nach ganz gewaltig nach hinten losgeht. Es kann denen bei RandomHouse unmöglich gefallen, wenn schlechte Rezis im Netz stehen? Dann doch besser gar keine?

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      • Ich wäre mir da nicht so sicher, denn auch eine negative Bewertung lenkt schließlich die Aufmerksamkeit auf ein Buch und ist somit im Grunde Werbung. Die Frage ist auch, ob jemand, der an dem Buch interessiert ist, sich wirklich davon abhalten lässt, es dennoch lesen zu wollen. Ich gehe da jetzt einfach von mir aus – ich lese schon manchmal Rezensionen, bevor ich ein Buch kaufe, aber kritische Stimmen halten mich nicht davon ab, es trotzdem zu lesen, denn bei Büchern ist das ja häufig Geschmacksache. Außerdem macht mich das oft erst recht neugierig. Ich denke, Verlagen geht es oft nur darum, dass das Buch überhaupt im Gespräch ist.

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      • Ich wäre mir da nicht so sicher, denn auch eine negative Bewertung lenkt schließlich die Aufmerksamkeit auf ein Buch und ist somit im Grunde Werbung.

        Mir wurde einmal von einem Verlag gesagt, ich bekäme keine Exemplare mehr, weil ich mehrere kritische bis negative Rezis geschrieben habe. Ähnliches konnte ich bei Blogger-Randomhouse beobachten, bei einem Kreativ-Verlag bekomme ich gar nichts mehr, bei anderen auch nicht mehr so locker flockig wie noch vor einem Jahr. Aber bei einem durschnittlichen Buch kann ich nun einmal nichts anderes schreiben, als dass es nichts Besonderes ist. Eine Tauschticket-*Partnerin*, mit welcher ich oft tausche, hat auf ihrer Lovely Books-Seite nur 4,5 Sterne – Bewertungen, ist alles toll – und deren Meinung für mich wertlos.

        Die Frage ist auch, ob jemand, der an dem Buch interessiert ist, sich wirklich davon abhalten lässt, es dennoch lesen zu wollen. Ich gehe da jetzt einfach von mir aus – ich lese schon manchmal Rezensionen, bevor ich ein Buch kaufe, aber kritische Stimmen halten mich nicht davon ab, es trotzdem zu lesen, denn bei Büchern ist das ja häufig Geschmacksache.

        Sagen wir es so: Hochland werde ich nicht in die Hand nehmen, dafür sind mir durchgehend die Rezis zu schlecht. Es stellt sich für mich ohnehin die Frage, warum so ein Buch vom Verlag eingekauft wird, aber die Frage stelle ich mir häufiger. Ansonsten habe ich einen etwas eigenartigen Geschmack, der sehr aus dem Rahmen fällt. Es gibt nur ein LitBlog, Jargs Blogs, bei dem ich mit dem Autor vorbehaltlos übereinstimme. Ansonsten sehe ich Blogs eigentlich wirklich mehr als Werbung und *aufmerksam machen* an.

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      • Nachtrag:

        Kommt halt auch immer auf den Verantwortlichen im Verlag an. Herr Rothfuss schrieb mir einmal, auf meine Entschuldigung die nächste nicht ganz so gute Rezi geschrieben zu haben, Werbetexte könnte er selbst verfassen und der Verlag wollte schließlich wissen, wie die Bücher aufgenommen werden.

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      • Ich hatte bislang nie Probleme, wenn ich ein Buch negativ bewertet habe und bisher wurde auch noch keine Rezensionsanfrage von mir abgelehnt, obwohl ich durchaus nicht nur Lobeshymnen verfasse. Ich versuche meine Kritik sachlich zu begründen, auch wenn ich gelegentlich zu Zynismus neige. Ich mag es allerdings nicht, negative Rezensionen zu schreiben, nicht weil ich meinen Blog als Werbeplattform sehe, sondern weil ich denke, dass hinter jedem Buch sehr viel Mühe, Zeit und Herzblut steckt und ich das Ergebnis dieser Arbeit eigentlich respektieren sollte – auch wenn es mir nicht gefällt. Aber es ist mir wichtig, ehrlich zu sein, denn ich sehe meine Aufgabe nicht darin, Werbung zu machen, um kostenlose Exemplare abzugreifen. In der Regel frage ich auch nur Bücher an, bei denen ich davon ausgehe, dass sie mir gefallen. Meistens liege ich damit auch richtig. Wenn nicht, dann scheue ich mich nicht, meine Meinung zu äußern. Ich denke, Herr Rothfuss hat recht, denn Werbetexte zu verfassen, kann nicht Sinn und Zweck eines Blogs sein – das ist Aufgabe der Marketing-Abteilung des Verlags. Ein Blog sollte authentisch und glaubwürdig sein und zeigen, wie das Buch beim Leser ankommt. Wenn er es gut findet, ist es natürlich schon Werbung, aber eher unfreiwillig und ein positiver Nebeneffekt, der den Verkaufszahlen vielleicht zugute kommt. Meine Aufgabe ist es allerdings nicht, den Verkauf anzukurbeln, sondern meinen ehrlichen Leseeindruck zu vermitteln. Ich schaue mir Blogs, auf denen nur positive Rezensionen sind, auch nicht mehr an, weil sie einfach nicht glaubwürdig sind. Häufig kann ich auch nicht erkennen, warum dem Blogger das Buch gefallen hat, denn eine Begründung und eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Buch, ist für mich wichtig. Wenn da nur steht „hat mir gefallen“, „das Cover passt zum Inhalt“, lese ich den Rest schon gar nicht mehr. Und deshalb versuche ich auch zu begründen, warum mir etwas nicht gefällt, denn es könnte ja sein, dass gerade das, was mir nicht gefallen hat, einen anderen erst recht ermuntert, das Buch zu lesen.

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      • Ich hatte bislang nie Probleme, wenn ich ein Buch negativ bewertet habe und bisher wurde auch noch keine Rezensionsanfrage von mir abgelehnt, obwohl ich durchaus nicht nur Lobeshymnen verfasse.

        Mir wurde einmal von einem sehr großen Verlag expliziet geschrieben, dass ich keine Exemplare mehr bekomme, weil die Rezis zu negativ wären. Bei einem anderen Verlag genau dasselbe, 2,3mal geschrieben, dass sich Zeichen-Bücher eher an Fortgeschrittene richten – und raus bist du. Bei einem anderen Verlag bekomme ich zur Zeit auch merkwürdig viele Absagen – sogar für Autoren, die ich vorher positiv bewertet habe. Da wird ganz offenkundig nachgesehen, wieviele Sterne im Schnitt die letzten Male verteilt wurden und das wars. Wo die guten Bewertungen herkommen sollen, wenn ich nichts mehr bewerten kann, ist die andere Frage.

        In der Regel frage ich auch nur Bücher an, bei denen ich davon ausgehe, dass sie mir gefallen. Meistens liege ich damit auch richtig.

        Ich fordere natürlich auch nur Bücher an, welche mich interessieren. Aber oft ist eben der Klappentext das Spannenste am ganzen Buch, da kann ich dann auch nichts für. Lies dir den Klappentext zu Hochland durch, liest sich doch toll. Nach meinem Gefühl wird sehr viel Mist bis Durchschnitt von den Verlagen eingekauft. Ich bin ja bekennender Fan von Robert Goddard und Sarah Rayne, deren wirklich sehr spannende Bücher es nicht mehr ins Deutsche schaffen und die so dicht schreiben, dass ich mir die Lektüre auf Englisch nicht zutraue. Und wenn immer mehr durchschnittliche bis schlechte Bücher veröffentlicht werden, dann sehe ich das nicht als meine Schuld an. Inzwischen ist es eher sehr kleine Tick, der bei mir zwischen einer guten und einer schlechten Bewertung steht – schafft es der Autor Spannung zu erzeugen und diese zu halten? So niedrig ist inzwischen mein Anspruch an Neuerscheinungen, und selbst die Latte reißen viele noch.

        * Ich schaue mir Blogs, auf denen nur positive Rezensionen sind, auch nicht mehr an, weil sie einfach nicht glaubwürdig sind. *

        Solche Blogs sind reine Werbemaschinen. Wie jemand einmal schrieb *Damit finaziere ich mir das Hobby Lesen*. Besagte Lovelyseite hat auch 5 Sterne an Bücher vergeben, welche mir gar nicht zusagten. Anderer Geschmack (vielleicht, vielleicht auch nicht) und tschüss. 4 Sterne sind bei ihr schon eine Klatsche, was soll ich damit anfangen?

        Und deshalb versuche ich auch zu begründen, warum mir etwas nicht gefällt, denn es könnte ja sein, dass gerade das, was mir nicht gefallen hat, einen anderen erst recht ermuntert, das Buch zu lesen.

        Eben! Wenn ich schreibe *das Buch war mir zu lustig* und jemand sucht gerade ein lustiges Buch, dann hat er ja schon einen Kaufgrund.

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  1. *denn das letzte Buch, das ich im September gelesen und erst gestern beendet habe, Hochland von Steinar Bragi, schwirrt noch immer durch meinen Kopf und war so vollkommen abstrus, verworren und absurd, dass ich mich erstmal sammeln muss, um das zu verarbeiten. Vielleicht habe ich es auch einfach nicht verstanden, aber für mich ergibt dieses Buch bislang überhaupt keinen Sinn und ich sehe mich im Moment auch außerstande, es zu rezensieren. Ich will einfach nicht glauben, dass ein hochgelobter Autor, tatsächlich etwas so Konfuses und teilweise auch Abstoßendes zu Papier bringt, ohne dass sich hinter dem Geschreibsel nicht vielleicht doch noch eine wie auch immer geartete Botschaft verbirgt. *

    Was war ich enttäuscht, als ich bei Blogger für die Rezension abgelehnt worden bin *lach*. Inzwischen bin ich eher dankbar.

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