Mein Monatsrückblick Oktober 2016

Gelesen:

Der Monat Oktober stand bei mir anlässlich der #Halloweenwochen ganz im Zeichen besonders gruseliger Bücher. Beklemmende Psychothriller lese ich ohnehin das ganze Jahr über gerne, aber im Herbst darf es durchaus noch etwas schauriger und düsterer sein. Der Gruselfaktor eines Buches hängt für mich ganz entscheidend vom Schauplatz der Geschichte ab. Damit mir ein eisiger Schauer über den Rücken läuft, sollte die Handlung an einem Ort angesiedelt sein, der mir von vornherein ein wenig Angst macht und Beklemmungen hervorruft. Diesbezüglich hatte ich bei einigen Büchern, die ich mir im Oktober vorgenommen hatte, ein wirklich glückliches Händchen.

Insgesamt blicke ich – bis auf eine kleine Ausnahme – auf einen sehr spannenden, durchaus gruseligen und zufriedenstellenden Lesemonat zurück. Ich habe im Oktober sieben Bücher gelesen – das waren 3276 Seiten, also ca. 106 Seiten pro Tag (mit einem Klick auf das Cover oder den Buchtitel gelangt Ihr zu meinen Rezensionen; die noch ausstehenden Rezensionen folgen in den nächsten Tagen)

Ruth Ware - Im dunklen dunklen WaldDichte, dunkle Wälder sind wunderschön und geheimnisvoll zugleich. Obwohl ich den Wald eigentlich mag, ist mir dort immer ein wenig unbehaglich zumute. Wie der Titel schon sagt, spielte der erste Thriller, den ich im vergangenen Monat gelesen habe, Im dunklen, dunklen Wald von Ruth Ware in einem abgelegenen Haus inmitten eines dunklen Waldes. Mir hat dieses Buch ausgesprochen gut gefallen, denn es war durchgehend spannend und sorgte auch für den ein oder anderen schaurigen Moment.

david-morrell-creepersRichtig gruselig ging es dann mit David Morrells Creepers weiter, denn es gibt eigentlich kaum etwas Gruseligeres als verlassene Gebäude, die seit Jahrzehnten leerstehen und noch immer die Spuren des Lebens tragen, das einst in ihnen herrschte. Der morbide Charme dieser sogenannten „Lost Places“ fasziniert mich sehr, ist allerdings auch ziemlich schaurig. David Morrell ist es wirklich überaus gut gelungen, die düstere und geheimnissvolle Atmosphäre, die dem Schauplatz seines Thrillers innewohnt, sehr bildgewaltig zu beschreiben. Leider treten die Gruselelemente nach einer Wendung vollkommen in den Hintergrund und werden durch einen rasanten und actiongeladenen Plot ersetzt, der Actionfans sicher begeistern wird, mir allerdings nicht mehr gefallen wollte.

stephen-king-das-madchenWas wäre ein gruseliger Lesemonat ohne ein Buch von Stephen King, dem „Meister des Grauens“? Nahezu undenkbar! Noch einmal ließ ich mich im vergangenen Monat von einem Buch in einen dunklen Wald entführen und irrte dieses Mal mit einem kleinen Mädchen, das bei einer Wanderung vom Weg abkam, durch einen einsamen Wald. Atmosphärisch dicht und unglaublich fesselnd erzählt Stephen King in Das Mädchen den Überlebenskampf der neunjährigen Trisha, die sich nicht nur gegen wilde Tiere und Schwärme blutsaugender Insekten zur Wehr setzen muss, sondern auch mit erdrückender Einsamkeit und quälendem Hunger und Durst zu kämpfen hat. Ein großartiger und überaus eindrücklicher Roman, der wieder einmal von Kings erstaunlichem erzählerischen Talent zeugt und auch zeigt, wie gut er sich darauf versteht, mit den Urängsten seiner Leser zu spielen.

Der Uebergang von Justin Cronin

Ich war schon lange gespannt auf Der Übergang von Justin Cronin, aber auch ein wenig skeptisch, nachdem mir jemand (der das Buch offensichtlich nicht gelesen oder nicht verstanden hat) erzählte, es handle sich dabei um eine „Vampirgeschichte“. Es ist mitnichten eine „Vampirgeschichte“, sondern ein dramatisches, düsteres, überaus vielschichtiges und komplexes Endzeit-Epos, das sich nur schwer mit wenigen Worten beschreiben lässt. Um es kurz zu machen – es ist grandios und mein absolutes Lesehighlight des Monats. Ich habe jede Seite des mehr als 1000 Seiten umfassenden Auftakts der Passage-Trilogie genossen, inzwischen schon mit dem zweiten Band begonnen und freue mich, dass mit Die Spiegelstadt kürzlich auch der dritte Band erschienen ist und ich somit alle drei Bücher nacheinander lesen kann, ohne auf das Erscheinen des Folgebands warten zu müssen.

Chris-carter-der-kruzifix-killerWeiter ging es mit Der Kruzifix-Killer von Chris Carter, einem Buch, von dem ich mir sehr viel versprochen hatte, weil es mir von allen Seiten empfohlen wurde und der Autor zweifellos zu den wohl beliebtesten und erfolgreichsten Thriller-Autoren gehört. Erwartet hatte ich einen spannenden und psychologischen Thriller eines Bestseller-Autors, der selbst jahrelang als Kriminalpsychologe gearbeitet hat, und bekommen habe ich das, was Denis Scheck vermutlich als „Leichenporno“ bezeichnen würde – eine sehr detaillierte Aneinanderreihung brutalster Folter- und Mordmethoden, ohne Tiefgang und leider auch nahezu vollkommen ohne Spannung. Auch die beiden sympathischen Ermittlerfiguren konnten diesen Thriller nicht mehr retten.

jutta-maria-herrmann-hotlineIch bin nicht gerade ein Glückspilz, wenn es um Gewinnspiele geht, aber ich habe im vergangenen Monat tatsächlich ein Buch gewonnen. Katja vom Blog WortGestalt hat gemeinsam mit der Thriller-Autorin Jutta Maria Herrmann drei signierte Taschenbücher verlost, und ich hatte das Glück, unter den Gewinnern zu sein. Da ich mir ein Buch aussuchen durfte, fiel meine Wahl auf Jutta Maria Herrmanns Thrillerdebüt Hotline, das auch schon nach ein paar Tagen mit einer persönlichen Signierung in meinem Briefkasten lag. Ich habe mich sehr über meinen Gewinn gefreut und der Klappentext von Hotline klang so spannend, dass ich sofort mit dem Lesen beginnen musste und das Buch dann nicht mehr aus der Hand legen konnte, bis ich wusste, wie die diese packende Geschichte endet. Bei einigen Passagen dieses psychologisch ausgefeilten und hervorragend erzählten Psychothrillers lief mir ein eisiger Schauer über den Rücken, aber er hat mich häufig auch sehr berührt und nachdenklich gestimmt.

anna-snoekstra-ihr-letzter-sommerGeendet hat der Lesemonat für mich mit Ihr letzter Sommer, dem Debüt von Anna Snoekstra. Auch dieser Thriller war durchgehend spannend, allerdings häufig zu überkonstruiert. Auch die Protagonisten konnten mich nicht überzeugen, denn sie waren allesamt unsympathisch und ihre Handlungen leider auch oft nicht nachvollziehbar. Dennoch war Ihr letzter Sommer ein durchaus solider und lesenswerter Thriller für Zwischendurch.

 

Gesehen:

Weil mir so nach Gruseln zumute war, wollte ich im Oktober auch mal wieder einen richtig gruseligen Film schauen und bin auf der Suche nach einem düsteren Thriller auf The Others gestoßen, einen Film, der bereits 2002 in die deutschen Kinos kam, den ich allerdings zu meiner Schande noch nicht kannte. Zweifellos handelt es sich bei diesem Mysterythriller des spanischen Regisseurs Alejandro Amenábar inzwischen um einen Genreklassiker.
Ich fand diesen Film großartig, denn ich liebe solche ruhigen Filme, in denen vollkommen auf Monster und blutige Gewaltszenen verzichtet wird und in denen auch ohne Spezialeffekte eine so gewaltige Spannung erzeugt wird, dass mir förmlich das Blut in den Adern gefriert.
Bereits das Setting, ein einsam gelegenes herrschaftliches Landhaus auf der britischen Insel Jersey, ist grandios gewählt. Hier lebt die etwas neurotische Grace, die von Nicole Kidman hervorragend dargestellt wird, gemeinsam mit ihren beiden Kindern und drei neuen Dienstboten. Da ihre Kinder unter einer tödlichen Sonnenlichtallergie leiden, müssen die Vorhänge im Haus immer zugezogen sein. Dunkel ist es also ohnehin ständig in diesem Gebäude, und so reichen ein bisschen Nebel, knarrende Dielen und drei geheimnisvolle Gräber im Garten schon vollkommen, um eine gruselige Atmosphäre zu erzeugen. Nur die von Alejandro Amenábar komponierte Filmmusik vermag es, den Gruselfaktor in manchen Szenen noch zu steigern. Nur selten hatte ich bei einem Film eine solche Gänsehaut.

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6 Gedanken zu “Mein Monatsrückblick Oktober 2016

  1. Das ist ja nun so gar nicht mein Genre, weder als Buch noch als Film. Obwohl: Wenn ich mir wegen eines Schauspielers doch mal einen Film anschaue, dann mache ich es wie nettebuecherkiste: Hände vor die Augen und zwischen die Finger blinzeln.
    Deinen Monatsrückblick habe ich aber doch irgendwie mit Vergnügen gelesen. Danke schön.

    Gefällt 1 Person

    • Vielen Dank für Deinen Kommentar. Ja, dieses Genre ist natürlich Geschmacksache. Ich habe einige Jahre fast nur Horror und Thriller gelesen, dann jahrelang nicht mehr, aber nun kann ich gar nicht mehr genug davon bekommen. Bei Büchern kann ich viel aushalten, aber bei Filmen muss auch ich mir manchmal die Augen zuhalten 😉
      Liebe Grüße
      Claudia

      Gefällt 1 Person

    • Die beiden Bücher lohnen sich wirklich. „Im dunklen, dunklen Wald“ ist leicht zu schaffen, denn es lässt sich sehr flüssig lesen. „Der Übergang“ nimmt schon etwas mehr Zeit in Anspruch. Nicht nur wegen der vielen Seiten, sondern weil die Geschichte auch sehr komplex ist. Ich wünsche Dir jedenfalls viel Spaß beim Lesen und bin gespannt auf Deine Bewertung.
      Liebe Grüße
      Claudia

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