Mein Monatsrückblick Juli 2017

Gelesen und gesehen:

In den letzten Wochen habe ich das Lesen und auch meinen Blog ein bisschen vernachlässigt. Ich bin ohnehin kein besonders großer Fan des Sommers, aber der Juli war mir definitiv zu heiß. Dass die Tage im Sommer länger sind, finde ich großartig, aber Temperaturen über 25 Grad kann ich leider gar nichts abgewinnen. Wenn es so heiß ist wie in den vergangenen Wochen, kann ich mich auf nichts konzentrieren, habe zu nichts Lust, fühle mich wie gelähmt und habe zu allem Überfluss dann auch noch schlechte Laune – denkbar schlechte Voraussetzungen fürs Lesen und Bloggen.

Meistens bin ich erst abends aus meiner Lethargie erwacht und habe dann noch ein bisschen gelesen. Allerdings nie besonders lange, denn ich musste ja auch noch unbedingt Game of Thrones schauen. Mitte Juli startete ja endlich die heiß ersehnte siebte Staffel dieser grandiosen Serie, aber ich wollte mein Gedächtnis ein wenig auffrischen und alle bisherigen Staffeln nochmal anschauen. Das waren immerhin stolze 53 Stunden, die ich im vergangenen Monat in Westeros und Essos verbracht habe, und ich habe wieder jede Minute genossen. Obwohl ich erst vor einem Jahr alle sechs Staffeln gesehen habe, habe ich mich nicht eine Sekunde gelangweilt, denn die Story ist so komplex und man entdeckt noch so viele Kleinigkeiten, auf die man beim ersten Mal nicht geachtet hat, stößt auf so viele Anspielungen, die erst im Nachhinein betrachtet von Bedeutung sind, dass man die Serie getrost mehrfach anschauen kann und sogar sollte. Ich liebe diese Welt, die George R. R. Martin da geschaffen hat, und obwohl ich natürlich gespannt bin, wie alles endet, würde ich mir wünschen, es wäre nie zu Ende!

Trotzdem habe ich es geschafft, im vergangenen Monat immerhin vier Bücher zu lesen. Das waren insgesamt 1552 Seiten, also durchschnittlich ca. 50 Seiten pro Tag.

Für Into the Water von Paula Hawkins, das erste Buch, mit dem ich in den Juli gestartet bin, habe ich ziemlich lange gebraucht, denn der Einstieg in die Geschichte ist leider ziemlich zäh und langweilig. Man braucht sehr viel Geduld für diesen Roman, aber das Durchhalten lohnt sich auf jeden Fall, denn wenn man die anfängliche Durststrecke überwunden hat, wird man mit einer sehr tiefgründigen, komplexen und grandios konstruierten Geschichte belohnt, die auf jeden Fall lesenswert ist. (Hier geht es zu meiner ausführlichen Rezension → klick)
Danach habe ich mich einem Krimi zugewandt, der seit Jahren ungelesen in meinem Regal schlummerte. Aber besser spät als nie! Ich bin jedenfalls froh, dass ich OstfriesenKiller von Klaus-Peter Wolf nun endlich gelesen habe, denn dieser Krimi hat mich sehr gut und spannend unterhalten, und ich werde die Ermittlerin Ann Kathrin Klaasen auf jeden Fall auch weiterhin bei ihren Ermittlungen begleiten. (Hier geht es zu meiner ausführlichen Rezension → klick)
Mein absolutes Lesehighlight im Juli war allerdings Heimweh von Marc Raabe, ein hochspannender, gut durchdachter Thriller, der teilweise auch sehr berührend war und Raabes fulminantem Debüt Schnitt in nichts nachsteht.
Etwas enttäuscht war ich hingegen von Was ich getan habe von Anna George. Der Schreibstil hat mir zwar sehr gut gefallen, aber warum das Buch als Thriller bezeichnet wird, ist mir vollkommen schleierhaft. Es ist vielmehr ein Ehedrama um häusliche Gewalt, aber bedauerlicherweise sehr langatmig.

© Claudia Bett

Mein Monatsrückblick Juni 2017

Gelesen:

Was das Lesen anbelangt, war ich im vergangenen Monat alles andere als erfolgreich. Ich habe 4 Bücher gelesen; das waren 1664 Seiten , also durchschnittlich 55,5 Seiten pro Tag. Immerhin blicke ich wenigstens auf einen sehr abwechslungsreichen Lesemonat zurück, denn vom spannenden Psychothriller, über blutigen Vampir-Splatter, bis hin zu einem wahrhaft literarischen Meisterwerk über die Qualen der Liebe war alles dabei. Allerdings habe mir jetzt fest vorgenommen, Bücher, die mir nicht gefallen, künftig noch rigoroser abzubrechen, statt mich bis zum Ende durchzuquälen und mich in eine Leseflaute ziehen zu lassen.

Jutta Maria Herrmann - Schuld bist duDabei begann der Juni so vielversprechend, denn Jutta Maria Herrmanns Psychothriller Schuld bist du hat mir sehr gut gefallen und war so spannend, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und nahezu in einem Rutsch durchgelesen habe. Zwischendurch war ich ein wenig irritiert, denn die Geschichte drohte immer unglaubwürdiger und absurder zu werden, aber am Ende hat mich die Autorin dann mit einer schlüssigen und logischen Auflösung überrascht.

Mats Strandberg - Die Überfahrt

Danach habe ich allerdings Die Überfahrt von Mats Strandberg gelesen, einen Horror-Thriller, auf den ich mich wochenlang gefreut hatte und der mich dann ebenso lange auf Trab hielt, weil es so nichtssagend und langweilig war, dass es mich jedes Mal Überwindung gekostet hat, wieder ein paar Seiten lesen zu müssen. Die ersten Kapitel waren noch recht vielversprechend, aber dann reihte sich nur noch ein blutiges Szenario an das nächste. Reines Gemetzel ist für mich leider weder schockierend noch spannend, sodass ich mich eine gefühlte Ewigkeit durch diesen unappetitlichen Vampir-Splatter gequält habe. Das Einzige, was in diesem Buch ein bisschen Tiefgang hatte, war das Schiff. Gute Horrorliteratur geht definitiv anders!

Jonas Winner - Murder Park

Murder Park von Jonas Winner hat mir dann aber glücklicherweise gut gefallen, mich sehr spannend unterhalten und auch wieder aus meiner zeitweiligen Leseflaute gerissen. Vor allem das Setting war außerordentlich beklemmend und sorgte für eine äußerst bedrohliche Atmosphäre. Manchmal ging mir die Geschichte allerdings ein bisschen zu schnell, aber dennoch kann ich diesen fesselnden Thriller nur weiterempfehlen.

Lena Andersson - Unvollkommene VerbindlichkeitenFür Unvollkommene Verbindlichkeiten von Lena Andersson habe ich auch etwas länger gebraucht, aber nicht weil ich mich durch die Seiten quälen musste, sondern weil ich jeden einzelnen Satz genießen wollte. Wer mich kennt, weiß, dass ich Liebesromane eigentlich nicht mag. Dabei stört es mich gar nicht, dass über die Liebe geschrieben wird, sondern nur, wie über sie geschrieben wird. Niemand entzaubert die Liebe so gekonnt und klug wie Lena Andersson. Jenseits von Kitsch und Romantik und außerordentlich intelligent und philosophisch analysiert sie das Gefühl des Verliebtseins und das Unglück der Liebe. Schon ihr letzter Roman Widerrechtliche Inbesitznahme hat mich restlos überzeugt und war im vergangenen Jahr mein unangefochtenes Lese-Highlight, aber auch ihr neuster Roman, in dem sie ihre Protagonistin Ester Nilsson erneut den Qualen der Liebe aussetzt, hat die besten Aussichten, es wieder auf den ersten Platz zu schaffen. (Meine Rezension folgt in den nächsten Tagen)

© Claudia Bett

Mein Monatsrückblick Mai 2017

Nach zwei abgebrochenen Büchern und einer ordentlichen Leseflaute im April, konnte es im Mai ja fast nur besser werden. Glücklicherweise wurde es das auch, denn schon zu Beginn des vergangenen Monats ist ein Buch bei mir eingetroffen, das mich so gefesselt und begeistert hat, dass ich wieder richtig Spaß am Lesen bekommen habe. Und so blicke ich auf einen sehr erfreulichen Lesemonat ohne Leseflops zurück, in dem ich sogar gleich drei Bücher mit 5 Sternchen bewerten konnte.

Ich habe im Mai fünf Bücher gelesen; das waren 2224 Seiten, also durchschnittlich ca. 72 Seiten pro Tag.

Mit einem Klick auf das Cover oder den Buchtitel gelangt Ihr zu meinen ausführlichen Rezensionen (die noch ausstehenden Rezensionen folgen in den nächsten Tagen).

Luca D'Andrea - Der Tod so kalt

Das erste Buch, das ich im Mai gelesen habe, sollte dann auch gleich mein Monatshighlight werden. Der Tod so kalt von Luca D’Andrea war ein überaus spannender und abwechslungsreicher Thriller, der mich vor allem aufgrund seines imposanten Settings und der düsteren Grundstimmung begeistern konnte. Auch der Protagonist war hervorragend ausgearbeitet, sodass ich gerne an seiner Seite mitgefiebert habe.

Louise Millar - Allein die Angst

Ich freue mich immer, wenn ich auf meinem Stapel ungelesener Bücher bislang unentdeckte Buchschätzchen finde, mit denen ich gar nicht mehr gerechnet hätte. Trotz eines etwas zu gemächlichen Einstiegs in die Geschichte und ein paar kleinen logischen Ungereimtheiten hat mir Allein die Angst von Louise Millar sehr gut gefallen. Ein gelungener Psychothriller, der ohne Blutvergießen auskommt und aufgrund der bedrohlichen Atmosphäre für Gänsehaut sorgt.

Carla Berling - Mordkapelle

Ein bisschen enttäuscht war ich hingegen von Mordkapelle von Carla Berling, dem vierten Band der Krimireihe um die Lokalreporterin Ira Wittekind. Während der Kriminalfall sehr gut durchdacht und spannend war und auch zum Miträtseln einlud, haben mich das Privatleben der Ermittlerfigur und die gewollt komischen Momente doch etwas gestört und gelangweilt. Ein netter und unterhaltsamer Krimi für Zwischendurch, aber leider kein Krimihighlight, das im Gedächtnis bliebe.

Hollie Overton - BabydollVon Babydoll von Hollie Overton hatte ich eigentlich gar nicht viel erwartet, denn die Grundidee ist nicht besonders neu und originell. Ich habe in der letzten Zeit viele Bücher über entführte Kinder gelesen, die Jahre nach ihrem Verschwinden wieder zu ihren Familien zurückkehren, aber nur selten wurde diese Thematik so innovativ umgesetzt und so berührend und gleichzeitig hochspannend ausgearbeitet wie in diesem Roman. Obwohl das Ende für mein Empfinden nicht gerade spektakulär war, hat mich Babydoll vollkommen überzeugt, sehr spannend unterhalten und häufig auch zu Tränen gerührt.

Stephen King - Mr. Mercedes

Stephen Kings Bücher begleiten mich nun schon seit mehr als dreißig Jahren. Dabei haben mir vor allem immer die Romane besonders gut gefallen, in denen der „Meister des Grauens“ auf Horrorelemente verzichtet. Wer in Mr. Mercedes auf Horrorclowns oder andere Monsterwesen wartet, wird vielleicht ein bisschen enttäuscht sein, aber Stephen King hat im Auftakt seiner Bill-Hodges-Serie ein Monster in Menschengestalt entworfen, wie es böser kaum sein kann und wieder einmal bewiesen, dass seine wahren Stärken in der Figurenzeichnung liegen. Ein grandios erzählter und mitreißender Roman, der mich restlos begeistern konnte (eine ausführliche Rezension folgt)

© Claudia Bett

 

Mein Monatsrückblick April 2017

Was das Lesen anbelangt, war der April für mich so wechselhaft wie das Wetter. Zum einen habe ich einen grandiosen Roman gelesen, der schon jetzt die besten Aussichten hat, eines meiner Jahreshighlights zu werden, und zum anderen habe ich nacheinander gleich zwei Bücher abgebrochen, die mich in eine so tiefe Leseflaute gerissen haben, dass ich mehr als eine Woche überhaupt nichts gelesen habe.

Da ich abgebrochene Bücher nicht mitzähle, fällt meine Lesestatistik für den April auch äußerst dürftig aus. Ich habe nur drei Bücher beendet, zähle deshalb auch nur 1104 Seiten, also ca. 36,8 Seiten pro Tag. Gelesen habe ich allerdings fast 700 Seiten mehr, denn ein Buch, das ich abgebrochen habe, habe ich immerhin fast 500 Seiten lang durchgehalten und ein weiteres habe ich auch bis zur Hälfte gelesen, bis ich schließlich aufgegeben habe.

Das Scherbenhaus von Susanne KliemIn den April gestartet bin ich mit Das Scherbenhaus von Susanne Kliem, einem wirklich spannenden und beklemmenden Psychothriller, der mir sehr gut gefallen und mich vor allem auch gefesselt hat. Leider war das Ende ein bisschen schwach, aber dennoch möchte ich für dieses Buch unbedingt eine Leseempfehlung aussprechen.

 

Kanae Minato - GeständnisseWeiter ging es dann mit Geständnisse von Kanae Minato, meinem absoluten Highlight des vergangenen Monats. Ein grandioser Roman um Rache, Schuld und Gerechtigkeit, der sehr verstörende Einblicke in die japanische Leistungsgesellschaft gewährt und mich sehr nachdenklich zurückließ. Absolut empfehlenswert!

 

Dan Simmons - Drood

Abgebrochen! Nach diesem Ausflug nach Japan wollte ich unbedingt ins England des 19. Jahrhunderts reisen. Es bot sich an, mich wieder einer Lesegruppe in Facebook anzuschließen, mit der ich zu Beginn des Jahres bereits Terror von Dan Simmons gelesen hatte und die sich nun gemeinsam Simmons Drood vornahm. Terror hatte mir sehr gut gefallen, vor allem, weil Dan Simmons ein wirklich grandioser Erzähler ist, für seine Romane sehr akribisch recherchiert und historische Fakten und Persönlichkeiten, sehr geschickt in eine fiktionale Geschichte einbettet. In Drood widmet sich Simmons nun dem Schriftsteller Charles Dickens und lässt aus der Perspektive seines Schriftstellerkollegen Wilkie Collins, der stets im Schatten seines besten Freundes stand, Dickens letzte Lebensjahre noch einmal Revue passieren. Ich weiß nicht, ob Dickens tatsächlich so selbstverliebt, egozentrisch und arrogant war, wie er von Simmons dargestellt wird, aber der Dickens in Drood, der stets nach Verehrung und Bewunderung lechzt, war mir von der ersten Seite an unsympathisch. Wilkie Collins hingegen mochte ich eigentlich, und der süffisante Unterton, mit dem er seinen Freund Dickens beschreibt, war mitunter auch sehr komisch, aber auf die Dauer doch recht anstrengend. Da Collins außerdem opiumabhängig ist, fiel es mir zunehmend schwer, ihn noch ernstzunehmen. Es ist Simmons wirklich ausgezeichnet gelungen, die schaurige Londoner Unterwelt sehr bildgewaltig und eindrücklich zu beschreiben, aber leider kam die Geschichte nicht voran. Simmons erzählt so detailliert und ausschweifend, dass ich mich nur noch durch die Seiten quälte. Man braucht schon ein ausgesprochen großes Interesse an Charles Dickens und seinen Werken, wenn man all diese Details wirklich wissen möchte – ich wollte sie jedenfalls nicht so genau wissen und kenne mich mit Dickens Büchern auch zu wenig aus, um an diesen Ausflügen in sein Werk Gefallen zu finden. Die eigentliche Handlung gerät durch diese seitenlangen Abschweifungen so ins Stocken, dass ich mich unendlich gelangweilt und nach der Hälfte dieses fast 1000 Seiten starken Romans entnervt aufgegeben habe.

Susanne Goga - Das Haus in der Nebelgasse

Abgebrochen! Allerdings stand mir der Sinn noch immer nach einem Roman, der im London des ausgehenden 19. Jahrhunderts angesiedelt ist. Da ich, was die Zeit anbelangt, nicht ganz so kleinlich sein wollte, nahm ich mir den Roman Das Haus in Nebelgasse von Susanne Goga vor, der im Jahre 1900 in London spielt. Nach den ersten Seiten war ich sicher, dass dieser historische Roman genau das ist, wonach ich gesucht hatte, aber meine anfängliche Euphorie wandelte sich leider recht schnell in gähnende Langeweile. Die historischen Hintergründe waren durchaus gut recherchiert, aber ansonsten war mir das Buch einfach zu seicht. Auch die schaurige Atmosphäre, die mir bei Simmons immerhin recht gut gefallen hatte, hat mir hier leider vollständig gefehlt. Zu behaupten, dass die Handlung dahinplätschert, wäre fast noch übertrieben, aber spätestens nachdem sich dann auch noch die in historischen Romanen obligatorische Romanze ankündigte, war es mit meiner Geduld und meinem Interesse an dieser Geschichte endgültig vorbei. Ich stehe mit meiner Meinung zu diesem Buch ziemlich alleine da, denn bislang habe ich nur begeisterte Stimmen vernommen, aber mein Geschmack war es eben ganz und gar nicht.

Ich hasse es, Bücher abzubrechen, denn das hinterlässt so ein unbefriedigendes Gefühl. Außerdem lässt mich meistens der Verdacht nicht los, etwas verpasst zu haben, vor allem dann, wenn ich mit einem Buch schon so viel Zeit verbracht habe, wie mit Dan Simmons Drood, aber angesichts einer endlichen Lese- und Lebenszeit und einer Fülle von grandiosen Büchern, die noch darauf warten, entdeckt zu werden, sollte man sich auch nicht durch Geschichten quälen, die einen langweilen. Von historischen Romanen habe ich jedenfalls erstmal wieder genug, und die Lust auf England ist mir auch ein wenig vergangen. Dummerweise war mir aber auch ganz generell die Lust am Lesen abhandengekommen, sodass ich mehr als eine Woche zu gar keinem Buch mehr gegriffen habe.

Chevy Stevens - Blick in die AngstIm Fall einer so akuten Leseflaute hilft eigentlich nur noch ein spannender Thriller, der mich vollkommen in seinen Bann zieht. Ich entschied mich für Blick in die Angst von Chevy Stevens, da mich diese Autorin mit ihrem Debüt Still Missing vor ein paar Jahren restlos überzeugt hat. Leider war Blick in die Angst deutlich schwächer, als Stevens‘ Erstlingswerk, aber trotzdem überaus spannend. Auf jeden Fall hat mich dieser Thriller sehr gefesselt und mir auch den Spaß am Lesen wieder zurückgebracht.

© Claudia Bett

Mein Monatsrückblick März 2017

Gelesen:

Leider startete ich mit einer kleinen Leseflaute in den Monat März, denn gleich das erste Buch, dem ich mich zuwandte, war eine so zähe Angelegenheit, dass ich manchmal tagelang gar keine Lust zum Lesen hatte und deshalb auch nicht vorankam. Glücklicherweise hielt diese Leseflaute nicht allzu lange an, sodass ich trotz anfänglicher Startschwierigkeiten im März doch noch 6 Bücher gelesen habe; das waren insgesamt 2427 Seiten, also durchschnittlich 78 Seiten pro Tag (zu meinen ausführlichen Rezensionen gelangt Ihr mit einem Klick auf das Cover oder den Buchtitel)

Amy Gentry - Good as GoneIch hatte mich sehr auf Good as Gone von Amy Gentry gefreut, war aber leider etwas enttäuscht von diesem Roman. Die Geschichte beginnt zwar sehr vielversprechend, ist auch durchaus originell konstruiert, aber leider geht gerade das auf Kosten der Spannung. Kann man lesen – muss man aber nicht.

 

L. U. Ulder - Ein dunkler TriebAbsolut spannend ging es dann aber weiter mit Ein dunkler Trieb von L. U. Ulder, dem ersten Band einer neuen Reihe um den Ermittler Björn Liebermann. Dieser Ermittlungsthriller hat mich in jeder Hinsicht überzeugt und hat alles, was ein Buch dieses Genres braucht – einen abgrundtief bösen Serientäter, der von wahrlich dunklen Trieben geleitet wird, interessante und glaubwürdige Charaktere sowie einen spannenden und gut durchdachten Plot.

Jenny Blackhurst - Das Mädchen im DunkelnAuch Jenny Blackhursts Das Mädchen im Dunkeln war wirklich fesselnd und hat mich auch sehr gut unterhalten. Allerdings haben mich die Protagonisten nicht überzeugt, und auch der Plot war nicht immer stimmig. Gestört haben mich aber vor allem die auffallend vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler in der deutschen Übersetzung, die man der Autorin zwar nicht anlasten kann, aber den Lesefluss und das Lesevergnügen leider sehr gemindert haben. Schade, denn eigentlich ist es ein solider Psychothriller, nicht gerade überragend, aber durchaus lesenswert.

Marina Heib - Drei Meter unter NullDass es sich bei Marina Heibs Drei Meter unter Null um einen in jeder Hinsicht herausragenden Thriller handelt, habe ich schon auf den ersten Seiten gemerkt. Das sprachlich hohe Niveau ist schon mehr als beeindruckend und auch außergewöhnlich in diesem Genre. Dieser Thriller geht wirklich unter die Haut, ist von der ersten bis zur letzten Seite nicht nur spannend und schockierend, sondern gleichzeitig auch sehr berührend. Zweifellos einer der besten Thriller, die ich je gelesen habe und deshalb auch mein unangefochtenes Lesehighlight des Monats!

Gillian Flynn - Gone GirlVon Gone Girl von Gillian Flynn hätte ich eigentlich erwartet, dass es mich vollkommen umhaut, denn der Hype, der um dieses Buch gemacht wurde, war enorm. Gillian Flynn schafft es in diesem Buch sehr gekonnt, den Leser immer wieder zu verwirren und mitten in ein böses Psychospiel eines vermeintlich glücklichen Ehepaars zu reißen. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, was aber vor allem am Anfang sehr zulasten der Spannung geht. Abgesehen von dem recht zähen Einstieg und ein paar bedauerlichen Längen, hat mir dieser Roman allerdings sehr gut gefallen, auch wenn ich ihn für ein wenig überbewertet halte.

Das Buch der Spiegel von EO ChiroviciWirklich umgehauen hat mich hingegen Das Buch der Spiegel von E. O. Chirovici. Der Autor spielt in seinem Kriminalroman sehr gekonnt mit verschiedenen Perspektiven und beschäftigt sich dabei immer wieder mit der Frage, wie zuverlässig und manipulierbar unsere Erinnerungen sind. Ein wirklich grandioser und intelligent erzählter Roman, der mich restlos begeistert hat.

 

© Claudia Bett

Mein Monatsrückblick Februar 2017

Nun gab es schon zwei Monate keinen Monatsrückblick auf meinem Blog. Im Dezember habe ich einfach viel zu wenig gelesen und hatte auch sonst nichts besonders Interessantes zu berichten, und für einen Rückblick auf den Monat Januar fehlte mir die Zeit, weil ich Anfang Februar mit so erquicklichen Dingen wie Großputz, Gardinen waschen, Fensterputzen, Ausmisten und großangelegten Auf- und Umräumaktionen meiner Bücherregale beschäftigt war.

Ordnung im Bücherchaos

Die Sache mit den Bücherregalen war recht zeitintensiv, denn obwohl ich im vergangenen Jahr kräftig ausgemistet habe, habe ich einfach zu viele Bücher, und mein bisheriges System – wenn man überhaupt von einem solchen sprechen kann – ist etwas unausgereift und nicht gerade übersichtlich. Es ist vor allem deshalb so unübersichtlich, weil meine Bücher zweireihig in den Regalen stehen, ich in jedem Zimmer meiner Wohnung Bücherregale habe und gelesene und ungelesene Bücher wild durcheinander stehen. Gerade was die hinteren Reihen anbelangt, habe ich ein wenig den Überblick verloren. Und so habe ich alles ausgeräumt, mich durch meine ungelesenen Bücher gestöbert und dabei so manches Buch entdeckt, von dem ich gar nicht mehr wusste, dass ich es überhaupt besitze. Ich finde es schön, eine große Auswahl an ungelesenen Büchern zu Hause zu haben, hätte allerdings gerne einen besseren Überblick. Obwohl es sehr zeitintensiv war, alles aus- und wieder einzuräumen und die Klappentexte zu lesen, hat es richtig Spaß gemacht, die Untiefen meiner Bücherregale zu erkunden. Ich bin dabei auf interessante Bücher gestoßen, die ich nun nach und nach lesen möchte, denn ich habe sie ja nicht gekauft, weil ich eine besondere Sammelleidenschaft habe oder überfüllte Bücherregale besonders hübsch aussehen. Deshalb werden nun jeden Monat mindestens zwei solcher SuB-Leichen gelesen. Dieses Vorhaben habe ich im Februar auch sofort in die Tat umgesetzt und mit Tom Rob Smiths Ohne jeden Zweifel und Michele Jaffes Wer schön sein will, muss sterben gleich zwei tolle Bücher gelesen, die schon viel zu lange ungelesen in meinen Regalen schlummerten.

Gelesen:

Insgesamt habe ich im Februar fünf Bücher gelesen – das waren 2112 Seiten, also ca. 75 Seiten pro Tag (mit einem Klick auf das Buchcover oder die Titel, gelangt Ihr zu meinen Rezensionen)

Christina Stein - WonderlandGleich das erste Buch, zu dem ich im vergangenen Monat gegriffen habe, war so unglaublich fesselnd, dass ich die ganze Nacht durchgelesen habe. Für einen Jugendthriller war Wonderland von Christina Stein überraschend brutal und grausam, aber es hat mir sehr gut gefallen und war eines der spannendsten Bücher, die ich seit langer Zeit gelesen habe. Ein wahrlich rasanter und packender Thriller!

 

Ohne jeden Zweifel von Tom Rob SmithEin bisschen gemächlicher ging es dann mit Tom Rob Smiths Ohne jeden Zweifel weiter. Trotzdem war dieser Psychothriller mein Lesehighlight des vergangenen Monats, denn er war trotz seiner ruhigen Gangart sehr fesselnd und hat mich vor allem deshalb so fasziniert, weil er gleichzeitig sehr berührend und tiefgründig war. Dieses Buch lag definitiv zu lange ungelesen in meinem Regal, und ich bin froh, es jetzt entdeckt zu haben.

 

michele-jaffe-wer-schoen-sein-will-muss-sterbenUnd da ich so begeistert war, auf meinem SuB auf so ein grandioses Buch gestoßen zu sein, wühlte ich mich weiter durch die Untiefen meiner Regale und fand ein Buch, das ich vollkommen vergessen hatte und schon ein paar Jährchen im hintersten Winkel vergraben war. Auch dieser Fund hat sich gelohnt, denn Wer schön sein will, muss sterben von Michele Jaffe hat mich sehr positiv überrascht und war spannender als ich dachte.

 

Sabine Thiesler - Nachts in meinem HausLeider war ausgerechnet das Buch, auf das ich mich am meisten gefreut hatte, eine ziemliche Enttäuschung. Wochenlang fieberte ich dem neusten Roman von Sabine Thiesler entgegen, denn bislang war die Autorin für mich immer ein Garant für gute Geschichten und psychologische Spannung. Ich fand es nicht weiter tragisch, dass Nachts in meinem Haus nicht besonders spannend war, denn es wird auf dem Cover auch als Roman und nicht als Thriller bezeichnet. Darüber kann ich hinwegsehen, wenn eine Geschichte trotzdem gut erzählt und glaubwürdig ist. Der Schreibstil von Sabine Thiesler war wie gewohnt brilliant, aber die Geschichte war so unglaubwürdig und überkonstruiert, dass ich leider sehr enttäuscht war.

sofie-sarenbrant-der-morder-und-das-madchenDa ich skandinavische Thriller und Krimis sehr mag und immer auf der Suche nach guten skandinavischen Autoren bin, war ich sehr gespannt auf Der Mörder und das Mädchen von der schwedischen Autorin Sofie Sarenbrant. Mir hat dieser Thriller sehr gut gefallen, denn er war sehr packend und gut durchdacht. Vor allem die Charaktere haben mich überzeugt, denn sie waren glaubwürdig und vielschichtig. Die Ermittlerin Emma Sköld ist eine sehr interessante Figur, die man hoffentlich noch bei weiteren spannenden Fällen begleiten darf.

© Claudia Bett

Ein Blick zurück – Meine Gedanken zum Jahr 2016

Zunächst einmal möchte ich es nicht versäumen, Euch allen ein frohes, gesundes und in jeder Hinsicht erquickliches neues Jahr zu wünschen!

kleeDas Jahr 2016 liegt nun hinter uns, und ich habe mich gerne von ihm verabschiedet, denn es war kein sehr gutes Jahr – weder für die Welt noch für mich persönlich.
Jedes Jahr hat seine Hoch- und Tiefpunkte, Tage des Glücks, solche, an denen man zumindest zufrieden sein kann, aber auch Tage voller Trauer, Wut und Verzweiflung. Immer nur glücklich zu sein, ist – so seltsam das auch klingen mag – kein erstrebenswerter Zustand, denn um überhaupt Glück empfinden zu können, brauchen wir das Unglück. Wir wüssten das Glück ja nicht zu schätzen, wenn jede Minute unseres Lebens ganz nach unseren Vorstellungen verliefe und Wohlbefinden der Normalzustand wäre. Wir hätten keine Ziele und Wünsche mehr, keinen Ansporn, tätig zu werden oder etwas zu verändern, wenn unser ganzes Dasein von einem wohligen Gefühl vollkommener Zufriedenheit erfüllt wäre. Wir brauchen Momente, in denen wir traurig, wütend und vielleicht auch verzweifelt sind, um überhaupt zu merken, was es heißt, glücklich zu sein. Und was ist Glück überhaupt? Nicht einmal dafür gibt es eine allgemeingültige Formel. Was den einen glücklich macht, ist für den anderen vielleicht vollkommen bedeutungslos. Für mich ist Glück das Fernbleiben von Schmerz und Leid, wobei selbst das sehr abstrakte Begriffe sind, unter denen sich jeder etwas anderes vorstellt. Ich gehe jedenfalls nicht davon aus, dass ich immer glücklich sein kann, habe mich damit abgefunden, dass das Leben kein Wunschkonzert ist, das immer meinen Vorstellungen entspricht, aber schön wäre es, wenn sich glückliche und leidvolle Momente wenigstens die Waage hielten. Und so ziehe ich am Ende jedes Jahres Bilanz, werfe einen Blick auf die Soll- und Habenseite meines persönlichen Glückskontos und muss dieses Jahr leider feststellen, dass es mitnichten ausgeglichen ist.
Jeden Tag erreichten uns Schreckensmeldungen aus aller Welt, Nachrichten von Krieg, Terror, Gewalt und unsagbarem Leid. In den sozialen Medien treten Hass, Aggressionen und Frustrationen zutage, die mich fassungslos machen. Ich frage mich, ob manche Menschen überhaupt eine Sekunde nachdenken, bevor sie ihre Meinung öffentlich kundtun, und ob das Internet, das jedem die Möglichkeit bietet, seinem Hass, seiner Intoleranz und Unzufriedenheit freien Lauf zu lassen, tatsächlich eine so grandiose Erfindung war. Es macht mir Angst, dass moralische Wertvorstellungen, wie Respekt, Toleranz, Solidarität, Mitgefühl und Empathie offenbar für viele vollkommen bedeutungslos geworden sind. Das zeigt sich nicht nur im Umgang mit Schwachen, Hilfsbedürftigen und Menschen, die vor Krieg und Terror Schutz suchen, sondern auch im täglichen Miteinander auf der Straße, in den Schulen, beim Studium und im Beruf sowie im Umgang mit unseren tierischen Mitgeschöpfen, der von einer unfassbaren Verachtung für das Leben zeugt. Ich habe im vergangenen Jahr manchmal ganz bewusst darauf verzichtet, schon morgens die Zeitung zu lesen oder einen Blick in die sozialen Medien zu werfen, weil ich weiß, dass es Tage gibt, an denen ich das alles nicht ertragen kann. Aber es nützt nichts, wegzuschauen, sich blind zu stellen und nicht sehen zu wollen, was in der Welt passiert, denn dass sie gründlich aus den Fugen zu geraten droht, spürt, sieht und hört man trotzdem jeden Tag.

bruckeAls ich meinen Blog im Dezember 2015 ins Leben gerufen habe, war auch mein Leben gründlich aus den Fugen geraten, auch wenn es im Vergleich zum Leid auf der Welt, noch recht heil geblieben war. Ich brauchte dringend eine Abwechslung, etwas Zerstreuung und wieder Zeit für die schönen Dinge des Lebens. Dass ich diese wieder für mich entdecken durfte, habe ich Büchern, diesem Blog und natürlich meinen Lesern zu verdanken. Ich hatte mich mehr als zwei Jahre mit Dingen beschäftigt, die mich nicht besonders interessierten, Ziele verfolgt, die nicht meine eigenen waren, aber sich trotzdem gut und richtig anfühlten. Sie waren es zwar nicht, aber mein eigenes Ziel hatte ich längst aus den Augen verloren und war zu einer Marionette geworden, die an fremden Fäden hing. Es fiel mir schwer, mir einzugestehen, dass ich nur Mittel zum Zweck war, all die Zeit, Kraft, Liebe und Energie, die ich investiert hatte, umsonst waren und ich nur ein Werkzeug war, das benutzt und weggeschmissen wurde, als es nicht mehr von Nutzen war. All die rührselig vergossenen Tränchen, die schönen Worte und die pathetisch vorgetragenen Versprechungen, denen ich Glauben schenken wollte und die mir vermittelten, dass alles, was ich da mache, zwar nicht meins war, aber immerhin einen Sinn zu machen schien, waren nichts als leere Worthülsen. Ich trauere diesen Dingen nicht nach, aber dennoch fiel ich in ein tiefes, schwarzes Loch, als sie mir genommen wurden, da mir der Sinn abhanden gekommen war und ich mich erst wieder darauf besinnen musste, was ich eigentlich wollte und was von alldem überhaupt noch meinen Zielen entsprach. Ich musste mir eingestehen, dass nichts davon noch etwas mit dem zu tun hatte, was ich urspünglich wollte. Das, wofür ich brannte, was ich erreichen wollte, meine eigenen Interessen und Träume hatte ich in diesen nahezu drei Jahren vollkommen vernachlässigt.
Was mir am meisten fehlte, war die Literatur, das Lesen und das Schreiben, denn dazu hatte ich keine Zeit mehr. Ich habe mehr als zwei Jahre keinen einzigen Roman, keinen Thriller und keinen Krimi gelesen, mir keinen Film angesehen oder eine spannende Serie verfolgt. Als diese Farce ein Ende hatte, habe ich diesen Blog ins Leben gerufen, um mich abzulenken, mich endlich wieder den schönen Dingen des Lebens und Lesens zu widmen und mit Menschen in Kontakt zu treten, die meine Leidenschaft fürs Lesen teilen. Ich bin froh, dass ich mich dazu entschieden habe, denn das Bloggen bereitet mir sehr viel Spaß und ich bin glücklich, meiner Freude am Lesen wieder nachgehen zu können und sie mit anderen zu teilen.
Zu Beginn des Jahres 2016 hatte ich mir vorgenommen, die Trümmerchen, die von mir und meinen Zielen noch geblieben waren, wieder aufzusammeln, die mir verbliebenen Kräfte zu nutzen, um aus ihnen etwas Neues zu basteln und ein paar Fäden, die mir abgeschnitten wurden, wieder zusammenzuknüpfen. Ich wollte mir nur eine kleine Auszeit gönnen, wieder zu Kräften und zur Ruhe kommen, den Schmerz, die Enttäuschungen und Demütigungen, die mir zugefügt wurden, hinter mir lassen und wieder durchstarten. Um es kurz zu machen – ich habe es nicht geschafft. Ich musste einsehen, dass es keinen Sinn mehr macht, ein Ziel zu verfolgen, das ich schon mehr als zwei Jahre zuvor aufgegeben hatte und ohnehin längst den Anschluss verpasst hatte. Ich hatte keine Kraft mehr und wollte nur noch weg von all dem, was mir wehgetan hatte, weg aus diesem Umfeld und weg von schmerzhaften Erinnerungen. Ich habe aufgegeben, obwohl ich keinen Plan B hatte. Ich kehrte die Trümmerchen zusammen, warf sie weg und bin geflüchtet. Bis April des vergangenen Jahres war ich damit beschäftigt, wieder in meine alte Heimat zurückzukehren, mich in der Wohnung, die ich dort glücklicherweise noch hatte, wieder häuslich einzurichten, den Umzug zu organisieren und alle Brücken vollständig und radikal abzubrechen.
Ich habe mich in meiner Heimatstadt, in der ich zwar geboren wurde, aufgewachsen bin und mehr als 40 Jahre gelebt habe, nie wohlgefühlt. Die Rückkehr in die alte Heimat fiel mir deshalb nicht gerade leicht, denn als ich vor vier Jahren weggezogen bin, war ich voller Tatendrang und sicher, an einem anderen Ort mein Glück zu finden. Ich habe es nicht gefunden und mich inzwischen damit arrangiert, wieder hier zu sein, auch wenn sich das Heimatgefühl noch immer nicht einstellen will. Aber ich muss auch das Gute sehen, denn ich freue mich jeden Tag, dass ich endlich wieder alleine lebe und eine große, lichtdurchflutete Wohnung habe, in der ich mich wohl und sicher fühle, nur noch meinen eigenen Dreck wegwischen und keine lästigen Diskussionen über die Müllentsorgung und den Abwasch führen muss. Ich habe endlich wieder Platz für mich und meine Bücher, und vor allem lässt man mich hier vollkommen in Ruhe. Ich lebe seit meiner Rückkehr sehr zurückgezogen und habe bewusst die Einsamkeit gewählt, um wieder zu mir selbst zu finden, mich nicht mehr irritieren und manipulieren zu lassen und mich vor weiteren Verletzungen zu schützen. Ob es klug ist, soziale Kontakte weitgehend zu vermeiden, weiß ich nicht, manchmal macht es mich traurig, nicht mehr vertrauen zu können und keine Nähe mehr zuzulassen, aber es bewahrt mich vor Enttäuschungen und es tut mir gut, endlich wieder Zeit für mich und die Dinge zu haben, die mir wichtig sind.
Ich verbringe sehr viel Zeit damit, zu schreiben. Ich hatte schon immer den Wunsch, eines Tages ein Buch zu schreiben und es zu veröffentlichen, hatte viele Geschichten im Kopf, die ich zu einem Roman verarbeiten wollte. Ich habe im vergangenen Jahr mehr geschrieben als je zuvor in meinem Leben, aber die Geschichten sind nicht gut, viel zu autobiografisch und persönlich, weil mir meine Phantasie abhandengekommen ist und von der Realität überlagert wurde. Zweifellos haben Facetten meines Lebens Potenzial für eine gute und spannende Geschichte, aber eine reine Autobiografie wird sicher niemand lesen wollen und geht ja auch niemanden etwas an. Aber es hat sehr gut getan, mir alles von der Seele zu schreiben und mir dabei geholfen, manche Etappen meines Lebens zu verarbeiten und auch ein bisschen zu verstehen. Ich bin froh und dankbar, die Zeit und Muße gefunden zu haben, alles niederzuschreiben und habe mir vorgenommen, manche Aspekte aufzugreifen und daraus eine fiktive Geschichte mit einem spannenden Plot zu basteln. Ich bin gespannt, ob ich das hinbekomme, denn hier auf meinem Blog über die Bücher anderer zu meckern, ist keine große Kunst. Es selbst besser zu machen, ist durchaus eine riesige Herausforderung, denn eine gute Geschichte allein, macht noch lange kein gutes Buch, sondern bedarf auch erzählerischem Talent. Ob ich darüber verfüge, weiß ich nicht, aber ich habe mir vorgenommen, es herauszufinden. Immerhin bin ich ja jetzt im Schreibfluss, und seit ich wieder mehr lese, achte ich auch ganz bewusst auf Erzähltechniken, Erzählperspektiven und die Ausarbeitung von Charakteren. Seit ich blogge, lese ich viel bewusster, habe wieder sehr viel Freude am Lesen und schätze den Austausch mit anderen buchbegeisterten Menschen.
dankeDeshalb ist es mir ein großes Anliegen, nun allen Lesern meines Blogs recht herzlich zu danken, denn ohne Euer Feedback würde das Bloggen wenig Spaß machen. Ich danke Euch für all die freundlichen Kommentare, die Emails und Nachrichten, die mich erreichen, die vielen tollen Lesetipps, die ich schon von Euch bekommen habe und auch für jeden „Gefällt-mir“-Klick. Außerdem danke ich allen Verlagen für die freundliche Unterstützung meines Blogs und einer Reihe von Autoren für ihre Rezensionsanfragen, das in mich gesetzte Vertrauen und den netten Kontakt.

Ich sehe dem neuen Jahr durchaus ein wenig hoffnungsvoll entgegen und freue mich auf viele tolle Bücher, spannende Lesestunden und den regen Austausch mit Euch!

Eure Claudia

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Frohe Weihnachten!

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Ich wünsche Euch allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und viele schöne und spannende Buchgeschenke unterm Weihnachtsbaum. Aber vergesst nicht, dass die wertvollsten und wichtigsten Geschenke von Herzen kommen und nichts kosten. Also schenkt einfach mal ein Lächeln, eine Umarmung oder ein gutes Gespräch, nehmt Euch Zeit für andere, hört ihnen zu und schenkt kleine Momente des Glücks – und das nicht nur an Weihnachten.

 Herzliche Weihnachtsgrüße

Eure Claudia 

Als kleines Schmankerl möchte ich noch meine liebste Weihnachtsgeschichte und einen absoluten Klassiker der Weihnachtsliteratur mit Euch teilen – Erna, der Baum nadelt. Ein botanisches Drama am Heiligabend von dem unvergesslichen Robert Gernhardt. Gelesen von dem ebenso unvergesslichen und wunderbaren Harry Rowohlt, der den hessischen Originaltext ins Hamburgerische übersetzt hat und ein grandioser Vorlesekünstler war, ist diese herrliche Geschichte einfach ein Genuss. Hört sie Euch an – es lohnt sich!

Mein Monatsrückblick November 2016

Gelesen:

Mein Lesemonat November war eher durchwachsen, begann und endete leider ein bisschen zäh, sodass ich häufig einfach keine Lust zum Lesen hatte und an manchen Büchern ewig festklebte.

Ich habe im vergangenen Monat fünf Bücher gelesen – das waren 2052 Seiten, also durchschnittlich ca. 68 Seiten pro Tag (mit einem Klick auf das Cover oder den Buchtitel gelangt Ihr zu meinen Rezensionen)

Maedchentod von Julia HeaberlinIch bin mit Mädchentod von Julia Haeberlin in den November gestartet, einen Psychothriller, der wirklich hervorragend recherchiert, aber leider furchtbar langweilig war. Zwischendurch musste ich immer wieder zu einem anderem Buch greifen, um nicht in eine Leseflaute zu geraten und brauchte ewig, um Mädchentod endlich zu beenden.

 

Under Ground von SL GreyWeitaus spannender ging es dann weiter mit Under Ground von S. L. Grey, einem äußerst beklemmenden Thriller, der sich mit der Frage beschäftigt, wie sich Menschen in Extremsituationen verhalten. Leider waren die Protagonisten teilweise zu klischeeüberladen, zu typenhaft dargestellt und hatten nicht die nötige Tiefe, aber was die Spannung und das klaustrophobische Setting anbelangt, konnte mich dieser Thriller vollkommen überzeugen.

patricia-walter-kalte-erinnerungAn Kalte Erinnerung von Patricia Walter hatte ich allerdings gar nichts auszusetzen, denn ich habe selten ein so durchgehend spannendes Buch gelesen, das so raffiniert komponiert, gut durchdacht und gleichzeitig so unglaublich fesselnd war. Ein wirklich grandioses Debüt, das mich so in seinen Bann gezogen hat, dass ich es in einem Rutsch durchlesen musste, weil ich es einfach nicht aus der Hand legen konnte.

 

Girl on the TrainDu kennst sie nicht aber sie kennt dich von Paula HawkinsFast hätte es Kalte Erinnerung geschafft, mein Lesehighlight des Monats zu werden, doch dann habe ich Girl on the Train von Paula Hawkins gelesen, ein Buch, das sehr kontrovers diskutiert wird und man offenbar entweder hasst oder liebt. Ich habe es jedenfalls geliebt, denn es ist nicht nur spannend, sondern auch psychologisch ausgefeilt, teilweise sehr erschütternd und ergreifend und überzeugte mich nicht zuletzt aufgrund der großartig ausgearbeiteten Charaktere.

caroline-kepnes-you-du-wirst-mich-liebenUnd zuletzt habe ich dann You – Du wirst mich lieben von Caroline Kepnes gelesen. Das Buch wird als Thriller beworben, aber abgesehen von den ersten Seiten konnte ich leider nicht einmal ansatzweise erkennen, was an dieser Geschichte spannend sein soll. Hin und wieder fand ich den Zynismus des Hauptprotagonisten sehr amüsant, manche Passagen waren auch recht lustig, obwohl das vermutlich eher an meinem etwas seltsamen Humor lag und ich das Buch einfach nicht mehr ernstnehmen konnte. Auch der auf dem Klappentext angekündigte Schauer wollte sich bei mir nicht einstellen. Dafür war die im Überfluß verwendete Vulgärsprache äußerst unangenehm zu lesen und das Kopfkino bei den wirklich ekelerregenden pornografischen Szenen und den seitenlangen Masturbationsphantasien hätte ich auch nicht zwingend gebraucht.

Gehört:

Ich habe ja hier (klick!) schon von meinem Konzertbesuch bei Angelo Branduardi am 5. November in Tuttlingen berichtet. Ich bin noch immer so beseelt von diesem Abend, dass ich die Erinnerung daran möglichst lange festhalten möchte. Seine Musik erwärmt mein Herz, spendet Trost und Lebensfreude und inspiriert mich so sehr, dass ich momentan einfach nichts anderes hören möchte. Sie ist auch so facettenreich, dass ich ihrer niemals überdrüssig werde, auch wenn mich meine Mitmenschen mitunter für etwas eigentümlich halten, denn Angelo weckt mich morgens, trällert bei jedem Anruf aus meinem Handy und begleitet mich natürlich auch bei jeder Autofahrt. Beifahrer müssen das entweder aushalten oder eben laufen 😉

Gesehen:

Seit ich die letzte Staffel von Downton Abbey gesehen habe, suche ich verzweifelt nach einer Serie, die auch nur annährend an Game of Thrones oder Downton Abbey heranreicht, bin aber bislang nicht fündig geworden. Ich habe es im letzten Monat mit Die Tudors versucht, habe mich aber nur gelangweilt und nach der ersten Staffel abgebrochen. Outlander konnte ich leider überhaupt nicht aushalten und habe noch schneller aufgegeben. Das ist nicht erstaunlich, denn ich bin vor einigen Jahren schon an der Buchvorlage von Diana Gabaldon gescheitert, fand den ersten Band einfach nur langweilig und Claire und Jamie unerträglich. Nun wurde mir von allen Seiten mehrfach Lost empfohlen, eine Serie, die wirklich sehr spannend und vielversprechend klingt, und ich hoffe, dass sie mich begeistern kann. Kennt Ihr diese Serie und könnt sie ebenfalls empfehlen?

Ein Abend mit Angelo Branduardi

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Angelo Branduardi bei einem Konzert im März 2012 in Trient (Foto: Niccolò Caranti) (1)

Heute soll es auf meinem Blog mal nicht um Bücher, sondern um Musik gehen. Keine Sorge, es wird eine Ausnahme bleiben, aber ich war gestern wieder einmal auf einem Konzert von „meinem“ Barden Angelo Branduardi und muss nun meine Begeisterung einfach teilen. Aber Vorsicht – es wird sehr pathetisch und auch ein wenig emotional! Wer seine Musik liebt und diesen grandiosen Künstler schon live gesehen, gehört und erlebt hat, wird mich sicher verstehen.
Meine erste Schallplatte des italienischen Ausnahmemusikers habe ich Anfang der 1980er-Jahre gekauft, weil mir sein Hit La pulce d’acqua, mit dem ihm auch außerhalb Italiens der Durchbruch gelang, ausgesprochen gut gefallen hat. Europaweite Bekanntheit erlangte er 1986 auch durch seine Komposition der Filmmusik zu Momo, der Verfilmung des gleichnamigen Romans von Michael Ende.
Branduardi spielt seit seinem fünften Lebensjahr Geige, hat in Genua sein Violindiplom erworben und versteht sich noch heute in erster Linie als Geiger und nicht als Sänger. Auf der Bühne überzeugt der Vollblutmusiker jedoch neben seinem virtuosen Geigenspiel vor allem mit seiner unverwechselbaren und warmen Stimme, mitunter aber auch auf der Gitarre, Laute oder Flöte. Seine Liedtexte schreibt er manchmal selbst, die meisten verfasst jedoch seine Ehefrau Luisa Zappa. Ein paar stammen auch aus der Feder seines inzwischen verstorbenen Freundes, dem Komponisten und Autor Giorgio Faletti.
Ich bin nun seit mehr als drei Jahrzehnten ein großer Fan von Angelo Branduardi, denn seine Musik inspiriert mich und spendet mir häufig sehr viel Kraft und Trost. Seine Lieder sind voller Poesie, Melancholie und auch Lebensfreude; seine Musik und das Repertoire, aus dem er schöpft, sind so vielfältig und originell, dass er sich in keine Schublade pressen lässt. So adaptiert er in seinen Liedern nicht nur Gedichte des mittelalterlichen Minnesangs, sondern auch diverse Sagen und Märchen sowie Texte der jüdischen und christlichen Tradition. In seinem Album L’infinitamente piccolo, das auf franziskanischen Quellen basiert, widmet er sich den wichtigsten Lebensstationen des Franz von Assisi und vertonte auch dessen Sonnengesang. Branduardis Musik ist einzigartig, unkonventionell und jenseits musikalischer Modetrends, denn in ihr verschmelzen die unterschiedlichsten musikalischen Einflüsse verschiedener Epochen und Musikrichtungen. Sie beinhaltet Elemente der Musik des Mittelalters und der italienischen Renaissance, der irischen Folklore, des amerikanischen Folks, des französischen Chansons oder auch des modernen Jazz und Pop. Diese Melange von klassischen, sakralen, traditionellen und modernen Elementen macht seinen Stil unverwechselbar und sein musikalisches Programm ungeheuer vielseitig und außergewöhnlich. Er selbst vergleicht seine Musik mit Knoblauch, dessen markanter Geschmack ebenfalls sehr eigentümlich ist und den man entweder liebt oder verabscheut. Angelo Branduardi weiß, dass er polarisiert, aber ihm ist nicht daran gelegen, den Mainstream zu bedienen, sondern ist der Ansicht, wer allen gefiele, sei ohnehin kein wahrer Künstler.
Meine italienischen Sprachkenntnisse sind äußerst rudimentär, reichen allenfalls aus, um in Italien nicht zu verhungern und nach dem Weg zu fragen, aber ich kann alle Lieder Branduardis auswendig mitträllern und habe mir alle Übersetzungen durchgelesen. Viele seiner Hits hat er selbst ins Englische und Französische übersetzt und auch in diesen Sprachen gesungen. Das erleichtert mir zwar das Verständnis, aber der unverwechselbare Klang seiner Lieder kommt nur in seiner Muttersprache richtig zur Geltung. Er ist ohnehin in der Lage, Sprachbarrieren zu überwinden, denn die Botschaft seiner Lieder, die wunderbare Symbiose aus Poesie und Musik wird überall verstanden. Man versteht sie mit dem Herzen – oder man versteht sie eben gar nicht.
Mich begleitet Branduardis Musik nun also schon seit mehr als dreißig Jahren, aber erst 2011 hatte ich das Glück, diesen grandiosen Musiker auch live auf der Bühne erleben zu dürfen. Er ist ein moderner Minnesänger, bezeichnet sich auch selbst als Troubadour, der durch die Welt zieht, um die Menschen mit seiner Musik zu erfreuen, was ihm auch immer wieder gelingt. Es ist eigentlich unmöglich, die richtigen Worte zu finden, um die Emotionen zu beschreiben, die ich bei seinen Konzerten habe. Live-Konzerte sind ja generell ein ganz besonderes Erlebnis, aber bei Angelo Branduardi ist es vollkommen anders als bei jedem anderen Künstler, den ich bislang live gesehen habe. Bei meinem ersten Konzertbesuch war ich so hingerissen, dass ich selbst ein wenig erschrocken bin, denn ich hatte Tränen in den Augen und durchgehend Gänsehaut. Es hat mich im wahrsten Sinne des Wortes umgehauen. Das passiert mir selten, eigentlich nie, und außerdem bin ich kein Teenager mehr. Aber meine Begeisterung hat auch nichts mit pubertären Schwärmereien zu tun. Abgesehen von seinem virtuosen Geigenspiel und dem unverwechselbaren Klang seiner warmen Stimme, die es vermag, meine Seele zu berühren und mein Herz zu erwärmen, ist es bei seinen Konzerten eben auch seine Ausstrahlung, die mich geradezu verzaubert. Angelo Branduardi hat nichts vom Gehabe eines Stars. Es scheint fast so, als sei es ihm unangenehm, einer zu sein. Bescheiden wirkt er, fast ein wenig demütig und voller aufrichtiger Herzlichkeit und Güte. Auf der Bühne sind seine Augen meistens geschlossen. Er ist eins mit seiner Musik und seiner Geige, ganz bei sich und den Klängen, die tief aus seiner Seele zu kommen scheinen. Das zu erleben ist sehr berührend und auch inspirierend.

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Momentan ist Branduardi in Deutschland auf seiner Greatest Hits Tour und gastierte dieses Mal sogar in meiner Heimatstadt Tuttlingen. Ich hatte das Glück, eine Karte in der ersten Reihe zu ergattern und habe mich seit Monaten auf den gestrigen Abend gefreut. Das klingt jetzt furchtbar pathetisch – ist es auch – aber dieses wunderbare Konzert war für mich wieder voller magischer und emotionaler Momente.
Angelo begrüßte sein Publikum mit der deutschen Übersetzung von Der Geiger von Dooney von William Butler Yeats: „Wie die Wellen auf dem Meer tanzen die Leute, wenn ich auf meiner Geige spiele…“, einem Gedicht, das ihm aus der Seele zu sprechen scheint. Diese Liebe zur Musik, die Wärme und Leidenschaft, die er mit ihr zum Ausdruck bringt, überträgt sich auch auf das Publikum – zumindest auf die, die in der Lage sind, nicht nur mit den Ohren zu hören.
Branduardi ist älter geworden, seine markante Lockenmähne ergraut und sein schelmischer Humor, der mir bei seinem letzten Konzert auffiel, habe ich nun ein wenig vermisst. Bei seinem gestrigen Konzert schien er mir melancholischer, nachdenklicher und etwas gebrechlich, aber als er die Geige in der Hand hielt, spielte und sang, spürte man die Energie, die auf das Publikum übergeht und es verzaubert. Seine einfühlsamen Balladen stimmen nachdenklich, seine temperamentvollen Stücke stecken voller Kraft und Lebensfreude. Und so war ich auch gestern wieder hin- und hergerissen zwischen bewegenden Momenten, in denen mir vor Rührung die Tränen in den Augen standen, wie etwa bei seiner Interpretation des Sonnengesangs des Franz von Assisi, musste mich aber auch beherrschen, ruhig sitzen zu bleiben bei seinen lebendigen und fröhlichen Titeln. Ich fand es fast ein bisschen schade, dass er nur seine größten Hits gespielt hat, denn ich hätte auch gerne ein paar seiner neueren und eher unbekannten Stücke gehört. Aber meine Lieblingslieder Gulliver und Ballo in Fa diesis minore waren dabei, und es gibt ohnehin kein einziges Lied von ihm, das mir nicht gefällt.

Überaus grandios waren wieder einmal die brillanten Musiker, die ihn auf seiner Tour begleiten, allen voran Davide Ragazzoni am Schlagzeug.
Schade nur, dass der Veranstaltungsort den eher nüchternen Charme einer Lagerhalle hat und nicht gerade das passende Ambiente für ein so wunderbares Konzert liefert, aber die Akustik war gut. Ich würde Angelo Branduardi ohnehin überall zuhören und kann das ganze Drumherum ausblenden, sobald die ersten Töne erklingen. Zu gerne hätte ich 2014 ein Konzert seiner Kirchentour besucht, denn es muss großartig sein, ihn in einer Kirche zu hören.
Das Konzert ging gestern viel zu schnell vorüber und ich verließ nach zwei Stunden ganz beseelt den Konzertsaal. Ein kleiner Wermutstropfen wartete dann im Parkhaus des Veranstaltungsorts, denn wenn mehr als 200 Fahrzeuge nahezu gleichzeitig aus einer einzigen Ausfahrt wollen, kommt es logischerweise zum Stau. Ich vermute, dass niemand auf der Flucht war und man am Samstagabend auch nicht zum nächsten Termin hetzen muss, aber selbst wenn, beschleunigt aggressives Hupen das Ganze wohl kaum und trägt auch nicht wesentlich zur guten Stimmung aller Anwesenden bei. Ich hatte noch immer Angelos Stimme und die wunderbaren Klänge seiner Musik im Ohr, die jedoch durch das dröhnende Gehupe (ja, im Parkhaus ist das noch lauter) jäh übertönt wurden, und fragte mich, ob diese Menschen, die da hupen, tatsächlich auch auf diesem Konzert waren und von der fast meditativen Stimmung überhaupt irgendetwas mitgenommen haben. Aber auch das konnte mir den Abend nicht langfristig vermiesen, denn das Konzert war viel zu schön und ließ auf meiner Seele und in meinem Herzen ein warmes Gefühl zurück, das noch lange anhalten wird. Ich bin sehr dankbar für diesen Abend und übertreibe nicht, wenn ich sage, dass es der schönste seit mehr als einem Jahr war, denn ich wurde diesbezüglich in der letzten Zeit nicht gerade verwöhnt. Ich schöpfe viel Kraft, Trost und Inspiration aus Angelo Branduardis Musik – live noch viel mehr als nur aus dem Kopfhörer.

Mille grazie für diesen wunderbaren Abend und die vielen schönen Momente und Eindrücke, die noch lange nachhallen werden!  ❤

20161105_203731-1Ich habe nur ein paar Fotos gemacht, denn ich kann ein Konzert nicht genießen, wenn ich dabei fotografiere. Und die, die ich gemacht habe, sind, wie man deutlich sieht, natürlich nichts geworden, weil meine Handykamera nicht unbedingt geeignet ist für Konzertfotos.

© Claudia Bett

 

 

(1) Titelbild: Niccolò Caranti, Angelo Branduardi-Trento-2, CC BY-SA 3.0

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Mein Monatsrückblick Oktober 2016

Gelesen:

Der Monat Oktober stand bei mir anlässlich der #Halloweenwochen ganz im Zeichen besonders gruseliger Bücher. Beklemmende Psychothriller lese ich ohnehin das ganze Jahr über gerne, aber im Herbst darf es durchaus noch etwas schauriger und düsterer sein. Der Gruselfaktor eines Buches hängt für mich ganz entscheidend vom Schauplatz der Geschichte ab. Damit mir ein eisiger Schauer über den Rücken läuft, sollte die Handlung an einem Ort angesiedelt sein, der mir von vornherein ein wenig Angst macht und Beklemmungen hervorruft. Diesbezüglich hatte ich bei einigen Büchern, die ich mir im Oktober vorgenommen hatte, ein wirklich glückliches Händchen.

Insgesamt blicke ich – bis auf eine kleine Ausnahme – auf einen sehr spannenden, durchaus gruseligen und zufriedenstellenden Lesemonat zurück. Ich habe im Oktober sieben Bücher gelesen – das waren 3276 Seiten, also ca. 106 Seiten pro Tag (mit einem Klick auf das Cover oder den Buchtitel gelangt Ihr zu meinen Rezensionen; die noch ausstehenden Rezensionen folgen in den nächsten Tagen)

Ruth Ware - Im dunklen dunklen WaldDichte, dunkle Wälder sind wunderschön und geheimnisvoll zugleich. Obwohl ich den Wald eigentlich mag, ist mir dort immer ein wenig unbehaglich zumute. Wie der Titel schon sagt, spielte der erste Thriller, den ich im vergangenen Monat gelesen habe, Im dunklen, dunklen Wald von Ruth Ware in einem abgelegenen Haus inmitten eines dunklen Waldes. Mir hat dieses Buch ausgesprochen gut gefallen, denn es war durchgehend spannend und sorgte auch für den ein oder anderen schaurigen Moment.

david-morrell-creepersRichtig gruselig ging es dann mit David Morrells Creepers weiter, denn es gibt eigentlich kaum etwas Gruseligeres als verlassene Gebäude, die seit Jahrzehnten leerstehen und noch immer die Spuren des Lebens tragen, das einst in ihnen herrschte. Der morbide Charme dieser sogenannten „Lost Places“ fasziniert mich sehr, ist allerdings auch ziemlich schaurig. David Morrell ist es wirklich überaus gut gelungen, die düstere und geheimnissvolle Atmosphäre, die dem Schauplatz seines Thrillers innewohnt, sehr bildgewaltig zu beschreiben. Leider treten die Gruselelemente nach einer Wendung vollkommen in den Hintergrund und werden durch einen rasanten und actiongeladenen Plot ersetzt, der Actionfans sicher begeistern wird, mir allerdings nicht mehr gefallen wollte.

stephen-king-das-madchenWas wäre ein gruseliger Lesemonat ohne ein Buch von Stephen King, dem „Meister des Grauens“? Nahezu undenkbar! Noch einmal ließ ich mich im vergangenen Monat von einem Buch in einen dunklen Wald entführen und irrte dieses Mal mit einem kleinen Mädchen, das bei einer Wanderung vom Weg abkam, durch einen einsamen Wald. Atmosphärisch dicht und unglaublich fesselnd erzählt Stephen King in Das Mädchen den Überlebenskampf der neunjährigen Trisha, die sich nicht nur gegen wilde Tiere und Schwärme blutsaugender Insekten zur Wehr setzen muss, sondern auch mit erdrückender Einsamkeit und quälendem Hunger und Durst zu kämpfen hat. Ein großartiger und überaus eindrücklicher Roman, der wieder einmal von Kings erstaunlichem erzählerischen Talent zeugt und auch zeigt, wie gut er sich darauf versteht, mit den Urängsten seiner Leser zu spielen.

Der Uebergang von Justin Cronin

Ich war schon lange gespannt auf Der Übergang von Justin Cronin, aber auch ein wenig skeptisch, nachdem mir jemand (der das Buch offensichtlich nicht gelesen oder nicht verstanden hat) erzählte, es handle sich dabei um eine „Vampirgeschichte“. Es ist mitnichten eine „Vampirgeschichte“, sondern ein dramatisches, düsteres, überaus vielschichtiges und komplexes Endzeit-Epos, das sich nur schwer mit wenigen Worten beschreiben lässt. Um es kurz zu machen – es ist grandios und mein absolutes Lesehighlight des Monats. Ich habe jede Seite des mehr als 1000 Seiten umfassenden Auftakts der Passage-Trilogie genossen, inzwischen schon mit dem zweiten Band begonnen und freue mich, dass mit Die Spiegelstadt kürzlich auch der dritte Band erschienen ist und ich somit alle drei Bücher nacheinander lesen kann, ohne auf das Erscheinen des Folgebands warten zu müssen.

Chris-carter-der-kruzifix-killerWeiter ging es mit Der Kruzifix-Killer von Chris Carter, einem Buch, von dem ich mir sehr viel versprochen hatte, weil es mir von allen Seiten empfohlen wurde und der Autor zweifellos zu den wohl beliebtesten und erfolgreichsten Thriller-Autoren gehört. Erwartet hatte ich einen spannenden und psychologischen Thriller eines Bestseller-Autors, der selbst jahrelang als Kriminalpsychologe gearbeitet hat, und bekommen habe ich das, was Denis Scheck vermutlich als „Leichenporno“ bezeichnen würde – eine sehr detaillierte Aneinanderreihung brutalster Folter- und Mordmethoden, ohne Tiefgang und leider auch nahezu vollkommen ohne Spannung. Auch die beiden sympathischen Ermittlerfiguren konnten diesen Thriller nicht mehr retten.

jutta-maria-herrmann-hotlineIch bin nicht gerade ein Glückspilz, wenn es um Gewinnspiele geht, aber ich habe im vergangenen Monat tatsächlich ein Buch gewonnen. Katja vom Blog WortGestalt hat gemeinsam mit der Thriller-Autorin Jutta Maria Herrmann drei signierte Taschenbücher verlost, und ich hatte das Glück, unter den Gewinnern zu sein. Da ich mir ein Buch aussuchen durfte, fiel meine Wahl auf Jutta Maria Herrmanns Thrillerdebüt Hotline, das auch schon nach ein paar Tagen mit einer persönlichen Signierung in meinem Briefkasten lag. Ich habe mich sehr über meinen Gewinn gefreut und der Klappentext von Hotline klang so spannend, dass ich sofort mit dem Lesen beginnen musste und das Buch dann nicht mehr aus der Hand legen konnte, bis ich wusste, wie die diese packende Geschichte endet. Bei einigen Passagen dieses psychologisch ausgefeilten und hervorragend erzählten Psychothrillers lief mir ein eisiger Schauer über den Rücken, aber er hat mich häufig auch sehr berührt und nachdenklich gestimmt.

anna-snoekstra-ihr-letzter-sommerGeendet hat der Lesemonat für mich mit Ihr letzter Sommer, dem Debüt von Anna Snoekstra. Auch dieser Thriller war durchgehend spannend, allerdings häufig zu überkonstruiert. Auch die Protagonisten konnten mich nicht überzeugen, denn sie waren allesamt unsympathisch und ihre Handlungen leider auch oft nicht nachvollziehbar. Dennoch war Ihr letzter Sommer ein durchaus solider und lesenswerter Thriller für Zwischendurch.

 

Gesehen:

Weil mir so nach Gruseln zumute war, wollte ich im Oktober auch mal wieder einen richtig gruseligen Film schauen und bin auf der Suche nach einem düsteren Thriller auf The Others gestoßen, einen Film, der bereits 2002 in die deutschen Kinos kam, den ich allerdings zu meiner Schande noch nicht kannte. Zweifellos handelt es sich bei diesem Mysterythriller des spanischen Regisseurs Alejandro Amenábar inzwischen um einen Genreklassiker.
Ich fand diesen Film großartig, denn ich liebe solche ruhigen Filme, in denen vollkommen auf Monster und blutige Gewaltszenen verzichtet wird und in denen auch ohne Spezialeffekte eine so gewaltige Spannung erzeugt wird, dass mir förmlich das Blut in den Adern gefriert.
Bereits das Setting, ein einsam gelegenes herrschaftliches Landhaus auf der britischen Insel Jersey, ist grandios gewählt. Hier lebt die etwas neurotische Grace, die von Nicole Kidman hervorragend dargestellt wird, gemeinsam mit ihren beiden Kindern und drei neuen Dienstboten. Da ihre Kinder unter einer tödlichen Sonnenlichtallergie leiden, müssen die Vorhänge im Haus immer zugezogen sein. Dunkel ist es also ohnehin ständig in diesem Gebäude, und so reichen ein bisschen Nebel, knarrende Dielen und drei geheimnisvolle Gräber im Garten schon vollkommen, um eine gruselige Atmosphäre zu erzeugen. Nur die von Alejandro Amenábar komponierte Filmmusik vermag es, den Gruselfaktor in manchen Szenen noch zu steigern. Nur selten hatte ich bei einem Film eine solche Gänsehaut.

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Mein Monatsrückblick September 2016

Gelesen:

Ich bin noch immer ein wenig verwirrt und weiß nicht so recht, wie ich den vergangenen Lesemonat zusammenfassen soll, denn das letzte Buch, das ich im September gelesen und erst gestern beendet habe, Hochland von Steinar Bragi, schwirrt noch immer durch meinen Kopf und war so vollkommen abstrus, verworren und absurd, dass ich mich erstmal sammeln muss, um das zu verarbeiten. Vielleicht habe ich es auch einfach nicht verstanden, aber für mich ergibt dieses Buch bislang überhaupt keinen Sinn und ich sehe mich im Moment auch außerstande, es zu rezensieren. Ich will einfach nicht glauben, dass ein hochgelobter Autor, tatsächlich etwas so Konfuses und teilweise auch Abstoßendes zu Papier bringt, ohne dass sich hinter dem Geschreibsel nicht vielleicht doch noch eine wie auch immer geartete Botschaft verbirgt. Wenn schon kein roter Handlungsfaden, geschweige denn ein schlüssiges Ende erkennbar sind, sollte doch wenigstens irgendwo eine Message versteckt sein. Vermutlich muss ich es erstmal sacken lassen und nochmal drüber nachdenken, ob ich aus diesem vollkommen grotesken Horrorszenario vielleicht nicht doch noch irgendwelche tiefgründigen Erkenntnisse gewinnen kann. Zunächst muss ich aber ganz dringend nach einem neuen Buch und einem vollkommen anderen Genre greifen, um Hochland erstmal aus meinem Kopf zu bekommen. Falls einer von Euch das Buch gelesen und verstanden hat, wäre ich für aufschlussreiche Hinweise wirklich sehr dankbar.

Lassen wir Hochland also erstmal außen vor, denn abgesehen von diesem Buch, kann ich auf einen recht zufriedenstellenden Lesemonat zurückblicken.

Ich habe im vergangenen Monat sechs Bücher gelesen – das waren 2292 Seiten, also ca. 76,5 Seiten pro Tag (mit einem Klick auf das Cover oder den Buchtitel gelangt Ihr zu meinen Rezensionen)

Adrian J Walker - Am Ende aller ZeitenAdrian J Walkers Am Ende aller Zeiten, mit dem ich in den September gestartet bin, war ein guter, solider und spannender Endzeit-Roman mit großartigen Ansätzen, hatte allerdings doch ein paar Schwächen, die das Lesevergnügen ein wenig minderten.

 

 

Astrid Plötner - TodesgrußÜberaus spannend ging es im September dann mit Todesgruß von Astrid Plötner weiter, einem gut durchdachten und raffiniert komponierten Kriminalroman, der zum Miträtseln einlädt und mich in jeder Hinsicht überzeugen konnte.

 

 

DIE WAHRHEIT von Melanie RaabeVon Melanie Raabes Die Wahrheit hatte ich mir ein wenig mehr versprochen. Es war ein wirklich guter Thriller, sprachlich und stilistisch absolut herausragend, aber das Ende war leider etwas enttäuschend. Vermutlich waren meine Erwartungen einfach zu hoch, denn Die Falle von Melanie Raabe war eines der besten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe und so hatte ich eben gehofft, dass mich nun auch Die Wahrheit vom Hocker reißen würde.

Anders von Anita TerpstraStattdessen hat mich im vergangenen Monat gerade das Buch am meisten begeistert, von dem ich es am wenigsten erwartet hätte – Anders von Anita Terpstra. Da die Niederländerin noch mehr Bücher geschrieben hat, wäre es schön, wenn auch diese übersetzt werden würden, denn ich würde gerne mehr von dieser Autorin lesen. Da Anders von der ersten bis zur letzten Seite spannend war und mir beim Lesen häufig ein eisiger Schauer über den Rücken lief, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen und ist deshalb auch mein Lesehighlight des Monats.

Die Reinheit des Todes von Vincent KlieschDanach habe ich ein Buch gelesen, das aus unerfindlichen Gründen seit  Jahren ungelesen in meinem Regal schlummerte und sich als wahres Thriller-Schätzchen erwiesen hat – Die Reinheit des Todes von Vincent Kliesch. Ein wirklich packender und fulminanter Auftakt der Thriller-Reihe um den Ermittler Julius Kern, den ich nun unbedingt auch bei seinen weiteren spannenden Fällen begleiten möchte.

 

Hochland von Steinar BragiEs hätte also alles so schön sein können, würde Hochland von Steinar Bragi nicht einen dunklen Schatten auf die letzen Tage des Monats September werfen. Aber wie gesagt, muss ich dieses furchtbare Leseerlebnis erst verdauen, um ein paar sinnvolle Gedanken äußern zu können. Meine Rezension zu diesem Buch kommt, sobald ich mich ein wenig gesammelt habe ;-).

 

© Claudia Bett

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Mein Monatsrückblick August 2016

Gelesen:

Im Juli hatte ich ja kein besonders glückliches Händchen bei meiner Buchauswahl, konnte gleich zwei totale Leseflops verbuchen und nur mit viel Mühe überhaupt eines meiner gelesenen Bücher zum Lesehighlight des Monats küren.
Es konnte im August also nur besser werden, was es glücklicherweise auch wurde. Wenn man zu Büchern von Joy Fielding, Stephen King und Zoran Drvenkar greift, kann natürlich nicht allzu viel schiefgehen, aber ich habe im August auch zwei Debütromane sowie ein Buch einer mir bislang unbekannten Autorin gelesen, und da kann man ja nie wissen, was auf einen zukommt, auch wenn die Klappentexte vielversprechend klingen.

Ich habe im vergangenen Monat sechs Bücher gelesen – das waren 2383 Seiten, also ca. 77 Seiten pro Tag (mit einem Klick auf das Cover oder den Buchtitel gelangt Ihr zu meinen Rezensionen; die noch ausstehenden Rezensionen folgen in den nächsten Tagen)

Ausnahmslos alle Bücher, die ich im August gelesen habe, waren so unglaublich gut, dass ich kaum etwas zu meckern hatte und es mir nun recht schwerfiel, mich auf nur ein einziges Lesehighlight des Monats festzulegen.

Wendy Walker - Nichts ist je vergessenIch habe mich letztendlich für Dark Memories – Nichts ist je vergessen von Wendy Walker entschieden, denn bei diesem Buch hat für mich einfach alles gestimmt – die Spannung, die Erzählweise, die Protagonisten und vor allem die interessante Thematik. Die Autorin hat sich in ihrem Debütroman sehr intensiv mit Gedächtnisfoschung und Traumatherapien auseinandergesetzt, diese Themen in eine raffinierte und spannende Romanhandlung eingebettet und mich deshalb in jeglicher Hinsicht überzeugt.

Zoran Drvenkar - SorryWürde sich meine Bewertung vor allem nach sprachlichen und stilistischen Kriterien richten, wäre jedoch Zoran Drvenkars Sorry mein Lesehighlight des Monats geworden. Drvenkars Sprache ist einfach wunderbar – knapp, aber sehr eindringlich, manchmal geradezu poetisch und entwickelt einen ungeheueren Sog. Sein Erzählstil ist sehr außergewöhnlich, sein raffiniertes Spiel mit verschiedenen Erzählperspektiven geradezu verstörend. Thematisch verlangt Drvenkar seinen Lesern allerdings einiges ab, auch Sorry ist nichts für zartbesaitete Gemüter, aber ein sehr kunstvoller und innovativer Thriller, der unter die Haut geht.

Dass Stephen King ein grandioser Erzähler ist, ist nichts Neues, aber in Joyland zeigt er sich von seiner ruhiger und feinfühligen Seite und beweist, dass er eben nicht nur der „Meister des Grauens“ ist, sondern auch sehr tiefgründige und berührende Romane schreiben kann, die ohne gruselige Schreckensmomente auskommen.

 

tim-erzberg-hell-go-landTim Erzbergs Debüt Hell-Go-Land hat mich eine schlaflose Nacht gekostet, weil ich es einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte und unbedingt wissen musste, wie dieser spannungsgeladene Thriller endet. Dieses Buch hat mich überaus positiv überrascht. Müsste ich den Thriller mit dem klaustrophobischsten Schauplatz und der beklemmendsten Atmosphäre nennen, fiele meine Wahl wohl auf Hell-Go-Land.

 

Die Schwester von Joy FieldingJoy Fielding hat mit Die Schwester wieder einmal bewiesen, dass sie ihr Handwerk versteht, denn sie liefert eigentlich recht zuverlässig immer sehr solide Thriller ab, die sich flüssig und leicht weglesen lassen und einfach spannend sind.

 

 

Mary Kubica - Pretty BabyBei meiner Bewertung von Mary Kubicas Pretty Baby musste ich allerdings ein Sternchen abziehen, weil der Einstieg in dieses Buch doch etwas langatmig war, aber ansonsten hat es mir sehr gut gefallen und lieferte sehr verstörende Einblicke in menschliche Abgründe und Schicksale.

 

 

Alle, die in meinem Monatsrückblick nun die Rubriken Gehört und Gesehen vermissen, muss ich leider enttäuschen, denn ich habe im August selten Musik gehört und bin immer noch beleidigt und sauer, dass es mit Game of Thrones erst im kommenden Jahr und mit Downton Abbey gar nicht mehr weitergeht. Alle Versuche, in eine neue Serie einzusteigen, sind gescheitert, weil mir keine so recht gefallen wollte und mir in den Sommermonaten ohnehin selten der Sinn nach der Flimmerkiste steht. Das wird sich vermutlich wieder ändern, wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, aber momentan verbringe ich meine Zeit lieber mit Lesen und Schreiben.

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Montagsfrage: Ein Blick zurück – wie bist du zum Bücherwurm geworden?

Montagsfrage

Nachdem ich in den letzten Wochen die Montagsfrage schmählich vernachlässigt habe, möchte ich die Frage, die Buchfresserchen diese Woche stellt, heute gerne beantworten.

MaxMoritzIch weiß gar nicht mehr genau, wie ich zum Bücherwurm geworden bin – ich weiß nur, dass ich es eigentlich schon immer war. Bücher fand ich bereits interessant und spannend, als ich noch gar nicht lesen konnte.
Meine Mutter hat mir abends vor dem Einschlafen oft etwas vorgelesen. Meistens waren es Märchen oder aber Geschichten von Wilhelm Busch – die liebte ich ganz besonders. Ich erinnere mich auch gerne an die Nachmittage, die ich bei meinen Großeltern verbrachte und an denen ich mit meinem Opa stundenlang in seinen Büchern blätterte. Bilderbücher für Kinder fand ich nicht besonders prickelnd, aber die Bücher meines Opas waren toll, denn es waren wunderschöne Fotografien von Tieren und Pflanzen darin abgebildet. Ich weiß noch, dass ich ein bisschen traurig war, weil ich nicht selbst lesen konnte, was unter all den bunten Bildern stand und immer darauf angewiesen war, dass es mir jemand vorliest oder erklärt, aber als ich in die Schule kam, lernte ich recht schnell lesen. Wenn ich etwas wirklich können will, dann klappt das auch recht mühelos – das ist übrigens bis heute so. Lesen war jedenfalls etwas, das ich unbedingt können wollte, und kaum hatte ich die Fähigkeit des Lesens erlernt, war ich nicht mehr zu bremsen und hatte eigentlich immer meine Nase in einem Buch. Meine Eltern wussten genau, dass man mir kein Spielzeug, sondern besser ein Buch schenken muss, wenn man mich richtig glücklich machen will. Puppen fand ich furchtbar doof, mein Bewegungsdrang ging schon damals gegen Null und da ich außerdem ein recht menschenscheues Kind war und nie das Bedürfnis hatte, mit anderen Kindern zu spielen, war Lesen meine liebste Freizeitbeschäftigung. Außerdem malte ich sehr gerne, verfügte allerdings über ein recht bescheidenes künstlerisches Talent und konzentrierte mich dann doch überwiegend aufs Lesen.
Das kleine GespenstIch fühle mich ein wenig wie Methusalem, während ich diese Zeilen schreibe, aber als ich in den 70ern aufgewachsen bin, hatte niemand einen Computer zuhause, geschweige denn einen Gameboy, eine Playstation oder gar Internet. Wir hatten einen uralten Schwarz-Weiß-Fernseher, mit dem man exakt drei Sender empfangen konnte, auf denen jedoch vor 16 Uhr ohnehin nichts gesendet wurde. Gefehlt hat mir aber nichts, denn ich hatte meinen Hund, drei Katzen, viele Buntstifte und natürlich jede Menge Bücher – mehr brauchte ich nicht, um mich zu beschäftigen. Ahhh, doch – irgendwann brauchte ich auch einen Leseausweis für die Stadtbibliothek und verbrachte dort dann häufig meine Nachmittage. Diese vielen Regale voller Bücher faszinierten mich sehr, stundenlang stöberte ich nach neuem Lesestoff und schleppte bergeweise Bücher nach Hause. Ich las eigentlich alles, was mir zwischen die Finger kam. Besonders mochte ich die Bücher von Michael Ende und Otfried Preußler. Nach der Fünf-Freunde-Reihe von Enid Blyton war ich regelrecht süchtig und habe jeden Band gleich mehrfach gelesen. Die Burg-Schreckenstein-Reihe von Oliver Hassencamp, die Drei-Fragezeichen-Reihe von Robert Arthur sowie die Trixie-Belden-Reihe von Julie Campbell liebte ich auch heiß und innig. Irgendwann entdeckte ich die Romantik-Thriller von Ursula Isbel. Die waren unheimlich spannend und gruselig, also ganz nach meinem Geschmack. Eigentlich konnte es mir gar nie gruselig genug sein, und bis heute liebe ich es, wenn mir beim Lesen ein eisiger Schauer über den Rücken läuft. Auch wenn es immer wieder Phasen in meinem Leben gab, in denen ich nicht so viel gelesen habe, hat mich die Liebe zu Büchern eigentlich mein ganzes Leben hinweg begleitet.

© Claudia Bett

Mein Monatsrückblick Juli 2016

Gelesen:

Ach herrje, der Juli war ein recht durchwachsener Lesemonat. Ich habe sechs Bücher gelesen und gleich zwei davon haben mich maßlos enttäuscht und geärgert. Die Hauptprotagonistin in Dein letzter Tag von A. J. Rich brachte mich wirklich auf die Palme, die Tierrechtsproblematik trieb meinen Blutdruck in ungeahnte Höhen und als ob der Tierfreund in mir nicht schon genug gelitten hätte, war der Plot auch noch so vorhersehbar, dass nur leidlich Spannung aufkommen wollte. Als wäre es nicht schon schlimm genug, wertvolle Lese- und Lebenszeit an ein so ärgerliches Buch verschwendet zu haben, endete der Monat dann mit dem absoluten Flop meiner bisherigen Lesekarriere – Die Macht des Schmetterlings von Matt Dickinson. Unfassbar! Ich kann mich nicht erinnern, jemals etwas vergleichbar Dämliches gelesen zu haben, aber mein Ärger hielt sich dennoch in Grenzen, weil ich immerhin nicht alleine war in meinem Leid. Ich habe das Buch nämlich in einer Leserunde gelesen und konnte mich gemeinsam mit anderen darüber austauschen, ärgern und lustig machen. Außerdem ließ es sich so unglaublich schnell nebenbei lesen, dass sich die vergeudete Lesezeit wenigstens in Grenzen hielt. Erträglicher war es auch, weil ich parallel dazu Erebos von Ursula Poznanski gelesen habe, einen Jugendthriller, von dem ich eigentlich gar nicht viel erwartet hatte, der mich aber in jeder Hinsicht begeistern und überzeugen konnte und deshalb eindeutig mein Lesehighlight des vergangenen Monats war. Auch von Michael Theißens Debüt Leons Erbe war ich sehr positiv überrascht und Wulf Dorns wendungsreicher Thriller Trigger bereitete mir ebenfalls überaus spannende Lesestunden. Night Falls. Du kannst dich nicht verstecken von Jenny Milchman hatte zwar ein paar Schwächen, war aber dennoch spannend und durchaus lesenswert.

Insgesamt habe ich im Juli also sechs Bücher gelesen – das waren 2403 Seiten und somit ca. 77,5 Seiten pro Tag.

  1. Michael Theißen – Leons Erbe (300 Seiten)
  2. Wulf Dorn – Trigger (432 Seiten)
  3. Jenny Milchman – Night Falls. Du kannst dich nicht verstecken (480 Seiten)
  4. A. J. Rich – Dein letzter Tag (352 Seiten)
  5. ⭐ Ursula Poznanski – Erebos (488 Seiten)⭐
  6. Matt Dickinson – Die Macht des Schmetterlings (351 Seiten)

Gehört:

Ich hatte im vergangenen Monat keine musikalischen Höhepunkte und habe nur selten ganz bewusst Musik gehört. Allerdings wurde ich wochenlang dauerbeschallt, weil ein paar hundert Meter entfernt, allabendlich ein Festival stattfand. Je nach Wetterlage war die Musik häufig so laut und deutlich zu hören, dass ich fast den Eindruck hatte, die Band spielt direkt auf meinem Balkon. Bis auf ein Konzert von Dieter Thomas Kuhn, das mich wirklich an die Grenzen meiner Belastbarkeit brachte, weil mich Schlagermusik einfach unglaublich nervt, hat mich dieses Festival allerdings nicht gestört. Im Gegensatz zu so manchen geräuschempfindlichen Nachbarn, fand ich es sogar meistens wirklich angenehm, abends auf meinem Balkon ein wenig musikalische Untermalung zu haben – sogar live und ohne Eintritt bezahlen zu müssen. Wer hat das schon? Besonders gut gefallen hat mir übrigens Philipp Dittberner, den ich bislang gar nicht kannte.

Gesehen:

Downtown AbbeyIch bin ja ein wenig frustriert, weil ich noch ein paar Monate auf die siebte Staffel von Game of Thrones warten muss. Also begab ich mich auf die Suche nach einer weiteren guten Serie, um mir die Wartezeit ein wenig zu versüßen. Ich stieß bei meiner Suche auf Downton Abbey. Natürlich ist diese Serie nicht vergleichbar mit Game of Thrones, aber dennoch ist sie unglaublich gut und hat absolutes Suchtpotential. Es ist überaus spannend, diese britische Adelsfamilie und ihre Dienerschaft durch die Zeit der gesellschaftlichen Umbrüche zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu begleiten. Schon nach der ersten Folge fühlte ich mich fast heimisch auf diesem herrschaftlichen Anwesen. Der Zuschauer durchlebt und durchleidet mit dieser Familie und ihren Bediensteten die Wirren des Ersten Weltkrieges, den Ausbruch der Spanische Grippe, den irischen Unabhängigkeitskampf, das Ende des Zarenreichs, den Kampf um das Frauenwahlrecht und den allmählichen Niedergang des britischen Adels. Und natürlich geht es neben all den historischen Ereignissen vor allem um Liebe, Intrigen, Macht und Etikette. Die schauspielerische Besetzung ist großartig. Die besonderen Highlights dieser Serie sind für mich vor allem die brillant bissigen Dialoge von Violet Crawley, die von Maggie Smith einfach wunderbar gespielt wird.
Hach, ich liebe diese Serie, habe selten so viele Tränchen vergossen und mit fiktiven Charakteren so mitgelitten. Grandios! Wirklich schade, dass ich nur noch eine Staffel vor mir habe…

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Montagsfrage: Rätselst Du bei Krimis/Thrillern mit?

Montagsfrage

Diese Woche stellt Buchfresserchen auf ihrem Blog eine Frage, die sich vor allem an die Krimi- und Thrillerleser richtet, und möchte wissen, ob man bei Krimis und Thrillern gerne miträtselt oder sich lieber überraschen lässt.
Ich weiß gar nicht, ob sich das überhaupt ausschalten lässt, denn bei Krimis und Thrillern, in denen ein Verbrechen im Zentrum der Geschichte steht, rätsle ich ganz automatisch mit und versuche zu ermitteln, wer die Tat begangen haben könnte. Wenn ich eine Vermutung habe und sich diese am Ende eines Buches als richtig herausstellt, bin ich manchmal fast schon ein wenig enttäuscht, denn es gibt eigentlich nichts Langweiligeres als vorhersehbare Plots. Mir ist es lieber, wenn ein Autor zahlreiche Wendungen in die Handlung einbaut, mich immer wieder in die Irre führt, falsche Fährten auslegt und mich am Ende mit einer vollkommen unvorhersehbaren Auflösung des Falls überrascht. Allerdings ärgere ich mich, wenn auf den letzten Seiten plötzlich ein Zeuge aus dem Ärmel gezogen wird, von dem vorher nie die Rede war, mit dessen Hilfe die Tat aber plötzlich ratzfatz aufgeklärt werden kann oder der Autor einfach einen an den Haaren herbeigezogenen Zufall aus dem Hut zaubert, um sein Buch zu einem Ende zu bringen. Gerade in diesen Genres ist es wichtig, eine raffinierte Geschichte zu komponieren, glaubwürdige Charaktere zu gestalten, den Plot logisch und stimmig aufzubauen und ihn auf ein schlüssiges Ende hin anzulegen. Das ist sicherlich nicht ganz einfach, weshalb ich davon überzeugt bin, dass es für einen Autor eigentlich keine schwierigere Aufgabe gibt, als einen guten Kriminalroman zu schreiben. Bei Büchern jedes anderen Genres verzeihe ich Logikbrüche, aber bei Krimis finde ich sie geradezu fatal.

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Mein Monatsrückblick Juni 2016

Gelesen:

Der Juni begann für mich leider mit einer Leseflaute, denn das erste Buch, mit dem ich in den vergangenen Monat gestartet bin, Guillaume Mussos Vierundzwanzig Stunden, war leider ein ziemlicher Reinfall und hat mir die Freude am Lesen kurzfristig nahezu vollständig genommen. Immerhin weiß ich jetzt, dass ich die Bücher Mussos getrost von meiner Wunschliste streichen kann, denn ich werde dem Autor definitiv keine zweite Chance mehr geben. Ich habe zwar mühsam bis zum Ende durchgehalten, hatte danach aber tagelang keine Lust mehr, ein Buch in die Hand zu nehmen.
Wenn man am bisherigen Lesetiefpunkt des Jahres angekommen ist, kann es eigentlich nur noch besser werden – wurde es glücklicherweise auch. Zunächst allerdings nur gemächlich, denn Tibor Rodes Das Mona-Lisa-Virus konnte mich leider auch nicht vollkommen überzeugen und aus meiner Leseflaute retten.
Meistens hilft es mir, wenn ich dann nach einem vollkommen anderen Genre greife und mir ein Buch eines Autors vornehme, der mich bislang noch nie enttäuscht hat. Amélie Nothomb ist meiner bisherigen Erfahrung nach eine Garantin für gute Bücher. Ihr Roman Der Professor war jedenfalls mein absolutes Lesehighlight des Monats und hat mir den Spaß am Lesen zurückgebracht.
Danach ging es dann auch wieder bergauf, denn Eric Bergs Kriminalroman Das Küstengrab hat mir ausgesprochen gut gefallen und auch wenn mich In guten wie in bösen Tagen von Jamie Mason nicht gerade vom Hocker gerissen hat, war es durchaus lesenswert. Wahnsinnig spannend endete der Monat Juni dann für mich mit Arno Strobels Psychothriller Die Flut. Es war das erste Buch, das ich von diesem Autor gelesen habe, aber ganz bestimmt nicht mein letztes.
Trotz anfänglicher Leseflaute, habe ich im Juni immerhin sechs Bücher gelesen – das waren 2172 Seiten, also ca. 72 Seiten pro Tag. Mit einem Klick auf den Buchtitel gelangt ihr zu meinen Rezensionen.

  1. Guillaume Musso – Vierundzwanzig Stunden (384 Seiten)
  2. Tibor Rode – Das Mona-Lisa-Virus (462 Seiten)
  3. ⭐ Amélie Nothomb – Der Professor (208 Seiten) ⭐
  4. Eric Berg – Das Küstengrab (432 Seiten)
  5. Jamie Mason – In guten wie in bösen Tagen (318 Seiten)
  6. Arno Strobel – Die Flut (368 Seiten)

Gehört:

Ich weiß nicht, ob ich es schon häufig genug erwähnt habe, aber ich bin vollkommen dem Game-of-Thrones-Fieber erlegen. Seien es nun die Bücher oder die Serie – ich kann gar nicht genug davon bekommen. Auch der Soundtrack zur Serie, den Ramin Djawadi komponiert hat, ist einfach unglaublich gut. So setzte das Finale der sechsten Staffel mit dem wunderbar melancholischen Klavierstück Light of the Seven ein, eine Art Requiem, das mir nicht nur wenn ich an die Filmszenen denke, die Tränen in die Augen treibt. Wunderschön!
Aber ich bekomme ja schon Gänsehaut, wenn ich nur die Titelmelodie zu Beginn jeder Folge höre. Mit den grandiosen Büchern von George R. R. Martin und dem Soundtrack zur Serie kann man sich ein wenig darüber hinwegtrösten, nun fast zehn Monate auf die nächste Staffel warten zu müssen.

Gesehen:

Habe ich schon erwähnt, dass ich Game of Thrones..? Ja, hab‘ ich 😉 Mein Vorhaben, erst die Bücher zu lesen und dann die Serie anzuschauen, hat sich inzwischen in Luft aufgelöst, denn ich musste einfach sofort wissen, wie es weitergeht. Außerdem sind die Bücher ja selbst dann noch unglaublich spannend, wenn man die Serie bereits kennt, denn ab der dritten Staffel weicht die Serie ohnehin von der Buchvorlage ab, und die Bücher sind natürlich auch viel detaillierter als die Verfilmung.
Da ich zu Beginn des Monats ja in einer Leseflaute steckte und mir außerdem vorgenommen habe, den Fernseher erst dann wieder einzuschalten, wenn endlich diese Fußball-Europameisterschaft vorbei ist, habe ich mir im vergangenen Monat die komplette Serie von Game of Thrones angeschaut. Na ja, im Grunde waren das ja nur 3213 Minuten, also etwas mehr als zwei Tage am Stück, und ich hätte problemlos noch länger in den Sieben Königslanden in Westeros verweilen können. Ich glaube, ich habe in den letzten fünf Jahren zusammen nicht so viel Zeit vor dem Fernsehbildschirm verbracht, wie in den vergangenen vier Wochen. Man kann dieses Verhalten getrost als „Sucht“ bezeichnen, aber diese Serie ist so unglaublich brillant und spannend, dass ich mich nicht mehr davon losreißen konnte.
Viele der Protagonisten sind mir so ans Herz gewachsen, dass ich einfach wissen musste, wie ihr Leben weitergeht und vor allem, ob es überhaupt weitergeht. Tyrion Lennister ist nach wie vor mein Lieblingscharakter der Serie und wird von Peter Dinklage wirklich grandios dargestellt. Ser Jorah Mormont lässt mein spätpubertäres Herzchen deutlich höherschlagen, und die Ungewissheit, schon seit ein paar Folgen nicht zu wissen, wie es ihm gerade ergeht, macht mich doch ein wenig unruhig. Jaime Lennister mag ich inzwischen auch immer mehr und hoffe, dass er zur Vernunft kommt und für ihn alles ein gutes Ende nehmen wird. Zu meinem eigenen Entsetzen bin ich aber auch dem Charme von Petyr Baelish erlegen, was mich allerdings ein wenig nachdenklich stimmt.
Es kommt bei mir nicht allzu oft vor, dass ich mit fiktiven Personen derartig mitfühle und mitleide, bei Filmen in Tränen ausbreche oder völlig unbeherrscht den Bildschirm anbrülle, weil ich vollkommen fassungslos und hilflos mitanschauen muss, was da eben passiert, ohne selbst ins Geschehen eingreifen zu können.
Jetzt muss ich fast zehn Monate auf die siebte Staffel warten, was recht grausam ist, denn Geduld ist nicht eine meiner Stärken, und ich kann es kaum abwarten, zu erfahren, wer den Eisernen Thron letztendlich erobern und welches Schicksal meine Lieblingscharaktere ereilen wird.

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Montagsfrage: Wie ist bei dir das Verhältnis zwischen Fiktion und Non-Fiktion, wenn du dein Leseverhalten betrachtest?

Montagsfrage

Buchfresserchen hat heute auf ihrem Blog wieder eine sehr interessante Frage gestellt, mit der ich nun gleich in die Woche starten möchte.

Bis vor ein paar Jahren hielt sich, was mein Leseverhalten anbelangt, das Verhältnis von fiktionalen Texten und reinen Sachbüchern noch ziemlich die Waage. Ich habe nicht nur Klassiker, Romane, Krimis und Thriller gelesen, sondern ebenso häufig auch Sachbücher zu Themen, die mich interessierten, oder Biografien interessanter Persönlichkeiten. Auch während meines Germanistikstudiums war dieses Verhältnis noch recht ausgeglichen, weil ich für dieses Studium eben beides gleichermaßen lesen musste. Danach habe ich mich allerdings vollkommen in mein Geschichtsstudium gestürzt, nebenbei noch als Besucherführerin im Museum gearbeitet und mich so akribisch auf meine Führungen vorbereitet, dass meine Nase nahezu den ganzen Tag in einem Fachbuch steckte. Außerdem habe ich hin und wieder auch wissenschaftliche Texte korrekturgelesen. Lesen wurde für mich im Grunde vom Hobby zum Beruf, was ich auch als durchaus angenehm empfand und mir großen Spaß machte. Ich habe das Interesse an fiktionalen Texten zwar nie verloren, hatte allerdings keine Zeit und auch keine Ruhe mehr dafür, weil immer ein Stapel Fachbücher und zig wissenschaftliche Texte neben mir lagen, die ich für diverse Nebenjobs oder für mein Studium lesen musste. Manchmal hätte ich schon lieber zwischendurch nach einem Krimi gegriffen, einfach mal ein Buch zur reinen Unterhaltung und Entspannung gelesen und mich in eine fiktive Geschichte fallen lassen, aber ein Blick auf meinen Schreibtisch reichte schon, um das schlechte Gewissen anzukurbeln und mir das Gefühl zu vermitteln, dass ich in diesem Metier nur dann erfolgreich sein kann, wenn ich das geballte Wissen in Form von Fachbüchern in mich eingesogen habe. Ich konnte mich einfach nicht entspannt zurücklehnen und einen Roman lesen, obwohl es irgendein Referat, eine Seminararbeit oder eine Führung vorzubereiten galt oder ich gebeten wurde, eine wissenschaftliche Publikation korrekturzulesen. Und so habe ich es geschafft, in zwei Jahren exakt vier (!) Romane zu lesen, aber dafür eben massenhaft Fachbücher.
Seit ich mein Studium abgeschlossen habe, meine Ambitionen, in diesem Bereich weiterhin beruflich Fuß zu fassen, sich jedoch weitgehend in Luft auflösten und mir meine jahrelange Lektüre von unzähligen Fachtexten, zwar ein recht umfangreiches Wissen und einen passablen Studienabschluss, aber sonst eben nicht viel eingebracht hat, ist mein Bedürfnis nach Fachbüchern für den Moment gestillt. Ich habe seit nunmehr sieben Monaten kein einziges Sachbuch mehr gelesen und genieße es momentan auch sehr, einfach wieder nur lesen zu dürfen und nicht mehr zu müssen. Ich verspüre ein riesengroßes Bedürfnis nach fesselnden und spannenden Geschichten, in denen ich versinken kann. Mag sein, dass sich das irgendwann wieder legt, wenn ich mein Nachholbedürfnis befriedigt habe und das Interesse für ein bestimmtes Thema wiedererwacht, aber im Moment fühle ich mich in erdachten Geschichten und fiktiven Welten einfach wohler.

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Montagsfrage: Machen Lesespuren ein Buch für Dich wertvoller oder mindern sie den Wert?

Montagsfrage

Die Frage, die Buchfresserchen diese Woche auf ihrem Blog stellt, hat sich diesmal Shaakai von Bibliophiline ausgedacht, und meine Antwort darauf wird vielleicht so manchen Buchliebhaber ein wenig schockieren.

Ja, ich oute mich jetzt, denn obwohl ich Bücher liebe, gehe ich mir ihnen nicht sehr sorgsam um. Wenn ich ein Buch gelesen habe, sieht man ihm das häufig übergebührlich an – innen wie außen. Je besser mir ein Buch gefallen hat, umso schlechter ist sein Zustand nach der Lektüre. Meine Lieblingsbücher erinnern mich fast ein wenig an meinen Lieblingsteddy aus Kindertagen, denn der sieht auch recht mitgenommen aus.
Auf der ersten Seite eines Buches vermerke ich immer, wann ich es gelesen habe, und obwohl ich meine Bücher nur sehr ungern und äußerst selten verleihe, schreibe ich auch noch meinen Namen rein, um deutlich zu signalisieren – „meins!“ 😉
Ich weiß nicht, wie andere es schaffen, dass ihre gelesenen Bücher wie neu aussehen, aber um jedes Wort in einem Buch lesen zu können, muss man es doch aufklappen und dabei entstehen unweigerlich Leserillen. Mir ist vollkommen schleierhaft, wie man es hinbekommt, ein Buch zu lesen, ohne den Buchrücken zu brechen. Ob man dabei so gnadenlos zu Werke gehen muss, wie ich das gewöhnlich tue, sei mal dahingestellt, aber wie man geknickte oder rundgelesene Buchrücken gänzlich vermeiden und das Buch dennoch entspannt und vor allem komplett lesen kann, verstehe ich nicht.
Außerdem lese ich immer und überall, habe stets ein Buch in der Tasche, wo es gelegentlich mit anderen Utensilien kollidiert oder sich die Spitze eines Schlüssels ins Cover bohrt. Ein Buch fällt auch mal runter und da ich auch hin und wieder in der Badewanne oder an Regentagen an der Bushaltestelle lese, lassen sich diverse Wasserschäden nicht immer verhindern. Leserillen sind schon deshalb unvermeidlich, weil ich das Buch auch häufig aufgeklappt zur Seite lege. Auch wenn ich unzählige Lesezeichen besitze, habe ich nicht immer eines zur Hand und markiere mir die Seite, die ich zuletzt gelesen habe – welch ein Frevel! – mit einem Eselsohr.
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Ja, ich weiß, all das machen wahre Bibliophile für gewöhnlich nicht, aber ein Buch ist für mich ein Gebrauchsgegenstand und kein lebendiges Wesen. Der eigentliche Wert eines Buches besteht für mich aus seinem Inhalt, der Geschichte und der Sprache – das Papier, auf dem all dies steht, ist dagegen nur das materielle Medium, also lediglich Mittel zum Zweck und deshalb eher zweitrangig. Ich habe zwar Bücher, die auch, was das Material anbelangt, von besonderem Wert sind, weil sie besonders schön, künstlerisch und aufwendig gestaltet sind, gehe mit diesen Buchschätzen daher auch sehr sorgsam um, aber die breite Masse der Bücher, die ich besitze, sind schlichte Taschenbücher und handelsübliche Hardcover, deren Inhalt nicht an Bedeutung verliert, wenn die Buchrücken gebrochen, die Seiten geknickt oder die Sätze markiert und mit Randnotizen versehen werden. Gerade letzteres steigert für mich sogar den Wert eines Buches, denn ich markiere beim Lesen die Sätze, die mir wichtig erscheinen oder besonders gut gefallen haben und schreibe auch häufig Notizen an den Rand. All das mindert für mich den Wert eines Buches keineswegs, sondern steigert vielmehr seinen ideellen Wert, denn es wird dadurch zu meinem persönlichen und ganz individuellen Schätzchen. Mit Büchern, die ich mir ausgeliehen habe, verfahre ich natürlich nicht so, denn ich glaube kaum, dass meine Kritzeleien und Markierungen den Besitzer des Buches besonders erfreuen würden und er ihren Wert zu schätzen weiß, aber ich leihe mir ohnehin keine Bücher aus. Für mein Studium musste ich mir zwar welche ausleihen, habe die für mich relevanten Kapitel und Aufsätze allerdings stets kopiert, damit ich ungehindert rummalen und -schreiben konnte, denn ohne einen Stift in der Hand kann ich eigentlich gar nicht lesen.
Ab und an kaufe ich mir auch gebrauchte Bücher. Es stört mich nicht, wenn sie Leserillen oder ein paar Eselsohren haben und man deutlich sieht, dass sie bereits gelesen wurden. Auch Widmungen und Besitzvermerke machen mir nichts aus, finde ich sogar ganz nett, aber Markierungen und Randnotizen vom Vorbesitzer irritieren mich beim Lesen, stören meinen Lesefluss und mag ich deshalb gar nicht. Was ich besonders hasse, sind Flecken rätselhafter Herkunft. Flecken, egal welcher Art, sind einfach „bäh“, und wenn sich nicht ermitteln lässt, welche dubiosen Flüssigkeiten sie verursacht haben, kann ich das Buch nicht anfassen, geschweige denn lesen, denn das löst bei mir schlimme Würgereize aus.
Auch wenn mich Gebrauchsspuren an Büchern nicht stören, ist es mir aber am liebsten, wenn alle Lesespuren nur von mir selbst stammen. Ich finde es sehr spannend, nach Jahren wieder ein Buch aus dem Regal zu nehmen und zu sehen, wann ich es gelesen, welche Sätze ich mir markiert und welche Gedanken ich mir bei der Lektüre notiert habe. Das verleiht meiner Meinung nach jedem Buch einem ganz besonderen und sehr persönlichen Wert. Sieht ein Buch, nachdem ich es gelesen habe, allerdings wie neu aus und enthält keine Markierungen oder Notizen, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass es mir nicht gefallen hat und ich nicht einen Satz darin besonders gut, wichtig oder bemerkenswert fand, es also im Grunde – zumindest für mich – wertlos ist.

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Mein Monatsrückblick Mai 2016

Gelesen:

Im vergangenen Monat war ich ordentlich im Lesefluss, denn obwohl ich im Mai zwei Bücher gelesen habe, für die ich mich leider nicht begeistern konnte, ließ ich mich davon nicht beirren oder gar in eine Leseflaute ziehen, sondern fieberte dem nächsten Buch, das hoffentlich besser werden würde, geradezu entgegen. Da ich die Autorin bislang nicht kannte, war ich von Lena Avanzinis Nie wieder sollst du lügen besonders positiv überrascht und kann das Buch nur jedem empfehlen, der gerne gute Krimis und Thriller liest. Auch Die Witwe, der Debütroman von Fiona Barton, konnte mich in jeder Hinsicht überzeugen.

Ja, ich weiß, dass ich immer ein bisschen länger brauche, aber ich habe im vergangenen Monat eine Buchreihe für mich entdeckt, die vermutlich schon jeder kennt, von der ich auch schon viel gehört hatte, allerdings nie geglaubt hätte, dass sie mir tatsächlich gefallen könnte. Zum einen habe ich bisher die Erfahrung gemacht, dass mir nur äußerst selten etwas gefällt, was die breite Masse begeistert, und zum anderen ist Fantasy auch nicht gerade mein bevorzugtes Genre. Doch dann habe ich zwei Interviews von Denis Scheck mit George R.R. Martin gesehen und war dann doch ein wenig neugierig auf diesen Autor und Game of Thrones (falls Euch die Interviews interessieren, dann klickt einfach hier und hier). Dennoch war meine Erwartungshaltung nicht allzu hoch, als ich den ersten Band von Das Lied von Eis und Feuer schließlich zur Hand nahm. Ich war aber von der ersten Seite an gefangen von der Welt, die der Autor schuf, von der stark an das europäische Mittelalter angelehnten Geschichte, die trotz fantastischer Elemente geradezu erschreckend real scheint, weil sie sie alles beinhaltet, was uns Menschen von jeher an- und umtreibt – Liebe, Hass, Freundschaft, Familie, Verrat, Rache, Sex und Macht. Dabei bricht Martin vollkommen mit bekannten Erzählmodellen, wie dem ewigen und ermüdenden Kampf zwischen Gut und Böse, bei dem das Gute letztendlich gewinnt und der Held überlebt, sondern hat so facettenreiche und ambivalente Figuren geschaffen, dass es unmöglich ist, überhaupt zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Und so müssen vermeintliche Helden eben auch nicht zwangsläufig überleben. Stattdessen sterben zentrale Charaktere wie die Fliegen, sodass man sich fragt, wie eine Geschichte, bei der die Hauptprotagonisten so schnell sterben, noch weitere neun Bücher überdauern kann. Die Wendungen sind so unvorhersehbar, dass man sich vor dem Umblättern jeder Seite fast fürchtet, weil man sich nie sicher sein kann, was im nächsten Satz passieren wird.
Meine Rezension kommt noch, aber soviel sei schon verraten – diese Bücher sind grandios! Ich bin nicht nur begeistert, sondern regelrecht süchtig nach dieser Reihe und muss mich ein wenig zügeln, um möglichst lange etwas davon zu haben. Jedem, der mich spoilert, werde ich unverzüglich die Freundschaft kündigen und jeglichen Kontakt abbrechen, denn ich will dieses phänomenale Epos Stück für Stück selbst entdecken, jede Seite genießen und freue mich, dass weitere neun Bände vor mir liegen und George R.R. Martin immer noch weiterschreibt. Dieser Autor ist ein Genie! Aber genug geschwärmt, denn ich werde die verehrte Leserschaft meines Blogs bestimmt nach und nach nicht nur mit meinen Rezensionen zu den Büchern von Das Lied von Eis und Feuer, sondern sicher recht häufig mit meinen diversen Ausflügen nach Westeros beglücken, vielleicht sogar irgendwann nerven 😉

Jedenfalls habe ich im Mai 7 Bücher gelesen – das waren 2888 Seiten, also durchschnittlich ca. 93 Seiten pro Tag. Mit einem Klick auf den Buchtitel gelangt ihr zu meinen Rezensionen.

  1. Harlan Coben – Ich schweige für dich (416 Seiten)
  2. Lena Avanzini – Nie wieder sollst du lügen (344 Seiten)
  3. Paula Daly – Herzgift (384 Seiten)
  4. Karen Winter – Wenn du mich tötest (320 Seiten)
  5. Fiona Barton – Die Witwe (432 Seiten)
  6. Tess Gerritsen – Der Meister (416 Seiten)
  7. ⭐ George R.R. Martin – Die Herren von Winterfell (Das Lied von Eis und Feuer 1) (576 Seiten) ⭐

Gehört:

Ich kann schlecht verbergen, dass ich musikalisch in den 80er- und 90er-Jahren hängengeblieben bin. Das war einfach die Musik, die mich prägte, weshalb ich in bestimmten Lebenssituationen und Stimmungen immer noch die Songs höre, die mich schon seit Jahrzehnten begleiten. In den letzten Wochen habe ich sehr häufig More von The Sisters of Mercy gehört, ein ungeheuer kraftvolles Lied, das allerdings nur dann die gewünschte Wirkung entfaltet, wenn man es so laut stellt, dass der Boden vibriert. Aus Rücksichtnahme auf meine Nachbarn verkneife ich mir das allerdings, obwohl es mit Kopfhörern bei weitem nicht denselben Effekt hat.

Gesehen:

Game of Thrones 1Meine Flimmerkiste hatte nun monatelang Urlaub, denn ich verbrachte meine Zeit lieber mit der Nase in einem Buch, statt mir irgendwelche todlangweiligen Filme anzusehen. Seit ich dem Game-of-Thrones-Fieber verfallen bin, habe ich meinen Fernseher jedoch wieder reanimiert. Nachdem ich den ersten Band von Das Lied von Eis und Feuer gelesen hatte, war ich doch ein wenig neugierig auf die HBO-Serie.
Ich bin Literaturverfilmungen gegenüber eigentlich recht skeptisch, denn eine wirklich gelungene habe ich bislang nur selten gesehen. Meistens war ich enttäuscht, denn wenn ich ein Buch gelesen habe, habe ich bestimmte Bilder und eine ungefähre Vorstellung von den Schauplätzen und Charakteren im Kopf und erwarte natürlich, diese im Film wiederzufinden. Bei einer so hohen Erwartungshaltung sind Enttäuschungen zwangsläufig vorprogrammiert, denn die Vorstellungen der Filmemacher müssen ja nicht mit meinen eigenen übereinstimmen. Schön wäre es allerdings, wenn sie ihnen wenigstens ein bisschen ähneln würden. Wie aber sollte man einen so komplexen Stoff wie George R.R. Martins Epos Das Lied von Eis und Feuer jemals filmisch umsetzen können? Das kann nur in die Hose gehen – da war ich mir sicher. Da ich ja grundsätzlich erst die Bücher lese und mich auch nicht selbst spoilern will, wagte ich mich zunächst auch nur an die erste Staffel. Und was soll ich sagen? Die Serie ist genial! Natürlich ist nicht alles so, wie in meinen Vorstellungen, die Buchvorlage ist auch definitiv besser, aber dennoch ist die Verfilmung absolut gelungen. Außerdem hat mir der Film auch geholfen, einen besseren Überblick zu bekommen, denn die vielen Charaktere und Handlungsorte lassen sich leichter zuordnen und einprägen, wenn man sich auch noch die Verfilmung angesehen hat, zumal die ersten Staffeln der Serie ja noch recht nah an der Buchvorlage sind. Besonders positiv überrascht war ich von meinem Lieblingscharakter – Tyrion Lannister, der von Peter Dinklage ganz ausgezeichnet dargestellt wird. George R.R. Martin ist ja bekannt dafür, sich nicht zu scheuen, auch seine Hauptprotagonisten plötzlich sterben zu lassen, und so hoffe ich natürlich, dass Tyrion noch lange, lange am Leben bleibt. Falls Ihr schon wisst, dass er in den folgenden Staffeln sterben wird – behaltet es bitte für Euch 😉

© Claudia Bett

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