Buchrezension: E. O. Chirovici – Das Buch der Spiegel

Das Buch der Spiegel von EO ChiroviciInhalt:

Den New Yorker Literaturagenten Peter Katz erreichen tagtäglich unzählige unverlangt eingesandte Buchmanuskripte, doch als er eines Tages eine Anfrage von Richard Flynn erhält, ist er von dem angehängten Manuskript mit dem Arbeitstitel Das Buch der Spiegel sofort fasziniert. Es geht darin um die Ermordung des berühmten Psychologieprofessors Joseph Wieder, die nahezu dreißig Jahre zurückliegt und nie aufgeklärt wurde.
Joseph Wieder war ein berühmter Gedächtnisforscher und einer der wichtigsten Dozenten in Princeton. Er beschäftigte sich mit der Analyse verdrängter Erinnerungen, forschte über die Manipulierbarkeit von Erinnerungen bei Traumapatienten und führte auch geheime Forschungsexperimente durch.
Richard Flynn kannte den ermordeten Wissenschaftler persönlich und hatte während seines Studiums in Princeton für ihn gearbeitet, nachdem seine Mitbewohnerin und Geliebte Laura Baines ihn mit ihrem Professor bekannt gemachte hatte. Laura war Wieders wissenschaftliche Hilfskraft und verehrte den exzentrischen Wissenschaftler, aber Flynn hatte häufig den Verdacht, dass sie ihm auch privat sehr nahestand und vielleicht eine Affäre mit ihm hatte.
Der Mord an Wieder konnte bislang nie aufgeklärt werden, aber Flynn scheint inzwischen mehr über den Fall in Erfahrung gebracht zu haben und möchte nun in seinem Buch endlich die Wahrheit offenbaren.
Katz ist fasziniert von dem Text, doch leider bricht das Manuskript unvermittelt ab – ausgerechnet an der Stelle, an der Flynn die Ereignisse in der Mordnacht schildert. Noch bevor Katz den Autor um den Rest des Manuskripts bitten kann, verstirbt Flynn an seinem Krebsleiden. Seine Lebensgefährtin wusste offenbar nicht, dass er an einem Buch über seine Vergangenheit arbeitete und hat in seinem Nachlass kein Manuskript gefunden. Katz möchte jedoch unbedingt herausfinden, was Flynn über diesen spektakulären Mordfall enthüllen wollte. Kannte er Wieders Mörder? Wollte er in den letzten Wochen seines Lebens endlich offenbaren, wer den bedeutenden Wissenschaftler damals ermordet hat? Oder hat Flynn den Professor womöglich selbst getötet und das Manuskript ist nun ein verspätetes Geständnis? Katz ist geradezu besessen von der Geschichte und setzt alles daran, zu erfahren, wie sie endet.

Meine persönliche Meinung:

E. O. Chirovici hat in seinem Heimatland Rumänien bereits fünfzehn Romane veröffentlicht. Das Buch der Spiegel ist jedoch sein erster Roman in englischer Sprache, wurde bereits in 38 Länder verkauft und ist in der deutschen Übersetzung nun kürzlich bei Goldmann erschienen. Inzwischen ist dieser Roman in aller Munde, selbst Denis Scheck lobte ihn über den grünen Klee und meinte, er sei etwas „Besonderes“ und „im Thrillergenre ein herausragendes Buch“. Obwohl ich Herrn Scheck sehr schätze, treffen seine Buchempfehlungen nicht immer meinen Geschmack, aber bei Chirovicis Roman kann ich ihm nur zustimmen, denn er ist wirklich in jeder Hinsicht herausragend. Allerdings würde ich das Buch nicht als Thriller, sondern eher als Kriminalroman bezeichnen, denn im Zentrum der Handlung steht ein fast dreißig Jahre zurückliegender Mordfall, der nun aus unterschiedlichen Perspektiven erneut beleuchtet wird.
Als der Literaturagent Peter Katz eines Tages das Manuskript von Richard Flynn in den Händen hält, ist er sofort fasziniert von dem Text, denn Flynn behauptet bereits in seinem Anschreiben, sich nun wieder genau an die Ereignisse von damals zu erinnern und die Wahrheit über den Mord an dem berühmten Psychologieprofessor Joseph Wieder enthüllen zu können. Im Verlauf der Handlung müssen Katz und auch der Leser jedoch feststellen, dass es mehr als nur eine Wahrheit gibt und Erinnerungen sehr trügerisch sein können.
Während man im ersten Teil des Romans gemeinsam mit Peter Katz Flynns Exposé liest, zweifelt man trotz der höchst subjektiven Darstellung der Ereignisse jedoch zunächst nicht am Wahrheitsgehalt von Flynns Worten und der Zuverlässigkeit seiner Erinnerungen.
Das Manuskript bricht allerdings genau an der Stelle ab, an der Flynn seine Erinnerungen an die Mordnacht rekonstruiert. Peter Katz möchte nun natürlich unbedingt wissen, was Flynn über die Ermordung Wieders weiß oder ob sein Buch womöglich mit einem Mordgeständnis endet. Außerdem würde sich ein Roman über ein wahres Verbrechen auch sehr gut verkaufen lassen. Da Flynn inzwischen verstorben und das vollständige Manuskript unauffindbar ist, beauftragt Katz seinen Freund, den Reporter John Keller, Nachforschungen anzustellen. Keller soll entweder den Rest des Manuskripts finden oder aber so viel über den Mord an Wieder in Erfahrung bringen, dass er anhand der zusammengetragenen Informationen Flynns Buch als Ghostwriter vollenden kann.
Im zweiten Teil des Buches folgt der Leser nun Keller bei seinen Recherchen, die aus der Ich-Perspektive geschildert werden. Der Reporter sucht zunächst die Personen auf, die damals in den Fall involviert waren und Wieder kannten. Doch die Aussagen der Befragten widersprechen sich, und offenbar ist auch Flynn in seinem Manuskript nicht ganz bei der Wahrheit geblieben. Kellers Nachforschungen ergeben kein stimmiges Bild. Stattdessen wird der Fall immer noch verworrener und die Liste der Verdächtigen immer länger. Je mehr Keller in Erfahrung bringt, umso undurchsichtiger erscheint ihm alles, sodass er schließlich entnervt aufgibt. Doch bevor er seine Recherchen einstellt, befragt er noch Roy Freeman, den inzwischen pensionierten Detective, der damals erfolglos in dem Mordfall ermittelte und den Eindruck hat, vor nahezu dreißig Jahren etwas übersehen zu haben.
Im dritten Teil des Buches begleitet man dann Roy Freeman, der nun erneut die Ermittlungen aufnimmt und alles daran setzt, sein schlechtes Gewissen zu beruhigen und den Mord an Wieder endlich aufzuklären.
Chirovici spielt sehr raffiniert mit unterschiedlichen Perspektiven und hat seinen Roman äußerst klug konstruiert. Die Handlung wird aus drei verschiedenen und zeitlich versetzten Ich-Perspektiven geschildert, wobei der Leser immer wieder mit höchst subjektiven Wahrnehmungen, widersprüchlichen Vermutungen, Halbwahrheiten und Fehleinschätzungen konfrontiert wird. Kein Detail passt zum anderen, obwohl sich alle Beteiligten zu den selben Sachverhalten äußern. Da die Ereignisse jedoch völlig unterschiedlich dargestellt werden, muss man sich stets erneut fragen, wessen Worten man eigentlich Glauben schenken darf. Allerdings scheinen manche Beteiligten gar nicht bewusst zu lügen, sondern bewerten und deuten die Fakten, an die sie sich erinnern, nur auf völlig unterschiedliche Weise.
Der Roman kreist immer wieder um die Frage, wie zuverlässig unsere Erinnerungen eigentlich sind und ob das, woran wir uns erinnern, bzw. zu erinnern glauben, auch tatsächlich passiert ist. Ohne dass wir es wollen, entwickeln sich völlig falsche Erinnerungen, die wir dann aber für die Wahrheit halten, und so schönen und verfälschen wir immer wieder die Realität.
Mich hat Das Buch der Spiegel von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und begeistert. Gebannt folgte ich diesem raffinierten Verwirrspiel und versuchte die einzelnen Puzzleteile zu einem stimmigen Ganzen zusammenzusetzen. Das Ende war jedoch absolut nicht vorhersehbar, für meinen Geschmack vielleicht ein bisschen zu konstruiert, aber dennoch glaubwürdig und schlüssig.
Ich bin absolut begeistert von diesem Roman und kann ihn nur jedem empfehlen, der kluge Spannungsliteratur auf hohem Niveau zu schätzen weiß. Ein sprachlich versierter und intelligent erzählter Roman um Wahrheit, trügerische Erinnerungen und die subjektive Wahrnehmung von Liebe.

© Claudia Bett

Herzlichen Dank an den Goldmann Verlag, der mir das Rezensionsexemplar freundlicherweise zur Verfügung stellte!

Meine Bewertung: ⭐ ⭐ ⭐ ⭐ ⭐ (5 von 5 Sternchen)

Buchdetails:

E. O. Chirovici: Das Buch der Spiegel
Verlag: Goldmann
Ersterscheinungsdatum: 27. Februar 2017
384 Seiten
ISBN 978-3-442-31449-2

Ein Blick zurück – Meine Gedanken zum Jahr 2016

Zunächst einmal möchte ich es nicht versäumen, Euch allen ein frohes, gesundes und in jeder Hinsicht erquickliches neues Jahr zu wünschen!

kleeDas Jahr 2016 liegt nun hinter uns, und ich habe mich gerne von ihm verabschiedet, denn es war kein sehr gutes Jahr – weder für die Welt noch für mich persönlich.
Jedes Jahr hat seine Hoch- und Tiefpunkte, Tage des Glücks, solche, an denen man zumindest zufrieden sein kann, aber auch Tage voller Trauer, Wut und Verzweiflung. Immer nur glücklich zu sein, ist – so seltsam das auch klingen mag – kein erstrebenswerter Zustand, denn um überhaupt Glück empfinden zu können, brauchen wir das Unglück. Wir wüssten das Glück ja nicht zu schätzen, wenn jede Minute unseres Lebens ganz nach unseren Vorstellungen verliefe und Wohlbefinden der Normalzustand wäre. Wir hätten keine Ziele und Wünsche mehr, keinen Ansporn, tätig zu werden oder etwas zu verändern, wenn unser ganzes Dasein von einem wohligen Gefühl vollkommener Zufriedenheit erfüllt wäre. Wir brauchen Momente, in denen wir traurig, wütend und vielleicht auch verzweifelt sind, um überhaupt zu merken, was es heißt, glücklich zu sein. Und was ist Glück überhaupt? Nicht einmal dafür gibt es eine allgemeingültige Formel. Was den einen glücklich macht, ist für den anderen vielleicht vollkommen bedeutungslos. Für mich ist Glück das Fernbleiben von Schmerz und Leid, wobei selbst das sehr abstrakte Begriffe sind, unter denen sich jeder etwas anderes vorstellt. Ich gehe jedenfalls nicht davon aus, dass ich immer glücklich sein kann, habe mich damit abgefunden, dass das Leben kein Wunschkonzert ist, das immer meinen Vorstellungen entspricht, aber schön wäre es, wenn sich glückliche und leidvolle Momente wenigstens die Waage hielten. Und so ziehe ich am Ende jedes Jahres Bilanz, werfe einen Blick auf die Soll- und Habenseite meines persönlichen Glückskontos und muss dieses Jahr leider feststellen, dass es mitnichten ausgeglichen ist.
Jeden Tag erreichten uns Schreckensmeldungen aus aller Welt, Nachrichten von Krieg, Terror, Gewalt und unsagbarem Leid. In den sozialen Medien treten Hass, Aggressionen und Frustrationen zutage, die mich fassungslos machen. Ich frage mich, ob manche Menschen überhaupt eine Sekunde nachdenken, bevor sie ihre Meinung öffentlich kundtun, und ob das Internet, das jedem die Möglichkeit bietet, seinem Hass, seiner Intoleranz und Unzufriedenheit freien Lauf zu lassen, tatsächlich eine so grandiose Erfindung war. Es macht mir Angst, dass moralische Wertvorstellungen, wie Respekt, Toleranz, Solidarität, Mitgefühl und Empathie offenbar für viele vollkommen bedeutungslos geworden sind. Das zeigt sich nicht nur im Umgang mit Schwachen, Hilfsbedürftigen und Menschen, die vor Krieg und Terror Schutz suchen, sondern auch im täglichen Miteinander auf der Straße, in den Schulen, beim Studium und im Beruf sowie im Umgang mit unseren tierischen Mitgeschöpfen, der von einer unfassbaren Verachtung für das Leben zeugt. Ich habe im vergangenen Jahr manchmal ganz bewusst darauf verzichtet, schon morgens die Zeitung zu lesen oder einen Blick in die sozialen Medien zu werfen, weil ich weiß, dass es Tage gibt, an denen ich das alles nicht ertragen kann. Aber es nützt nichts, wegzuschauen, sich blind zu stellen und nicht sehen zu wollen, was in der Welt passiert, denn dass sie gründlich aus den Fugen zu geraten droht, spürt, sieht und hört man trotzdem jeden Tag.

bruckeAls ich meinen Blog im Dezember 2015 ins Leben gerufen habe, war auch mein Leben gründlich aus den Fugen geraten, auch wenn es im Vergleich zum Leid auf der Welt, noch recht heil geblieben war. Ich brauchte dringend eine Abwechslung, etwas Zerstreuung und wieder Zeit für die schönen Dinge des Lebens. Dass ich diese wieder für mich entdecken durfte, habe ich Büchern, diesem Blog und natürlich meinen Lesern zu verdanken. Ich hatte mich mehr als zwei Jahre mit Dingen beschäftigt, die mich nicht besonders interessierten, Ziele verfolgt, die nicht meine eigenen waren, aber sich trotzdem gut und richtig anfühlten. Sie waren es zwar nicht, aber mein eigenes Ziel hatte ich längst aus den Augen verloren und war zu einer Marionette geworden, die an fremden Fäden hing. Es fiel mir schwer, mir einzugestehen, dass ich nur Mittel zum Zweck war, all die Zeit, Kraft, Liebe und Energie, die ich investiert hatte, umsonst waren und ich nur ein Werkzeug war, das benutzt und weggeschmissen wurde, als es nicht mehr von Nutzen war. All die rührselig vergossenen Tränchen, die schönen Worte und die pathetisch vorgetragenen Versprechungen, denen ich Glauben schenken wollte und die mir vermittelten, dass alles, was ich da mache, zwar nicht meins war, aber immerhin einen Sinn zu machen schien, waren nichts als leere Worthülsen. Ich trauere diesen Dingen nicht nach, aber dennoch fiel ich in ein tiefes, schwarzes Loch, als sie mir genommen wurden, da mir der Sinn abhanden gekommen war und ich mich erst wieder darauf besinnen musste, was ich eigentlich wollte und was von alldem überhaupt noch meinen Zielen entsprach. Ich musste mir eingestehen, dass nichts davon noch etwas mit dem zu tun hatte, was ich urspünglich wollte. Das, wofür ich brannte, was ich erreichen wollte, meine eigenen Interessen und Träume hatte ich in diesen nahezu drei Jahren vollkommen vernachlässigt.
Was mir am meisten fehlte, war die Literatur, das Lesen und das Schreiben, denn dazu hatte ich keine Zeit mehr. Ich habe mehr als zwei Jahre keinen einzigen Roman, keinen Thriller und keinen Krimi gelesen, mir keinen Film angesehen oder eine spannende Serie verfolgt. Als diese Farce ein Ende hatte, habe ich diesen Blog ins Leben gerufen, um mich abzulenken, mich endlich wieder den schönen Dingen des Lebens und Lesens zu widmen und mit Menschen in Kontakt zu treten, die meine Leidenschaft fürs Lesen teilen. Ich bin froh, dass ich mich dazu entschieden habe, denn das Bloggen bereitet mir sehr viel Spaß und ich bin glücklich, meiner Freude am Lesen wieder nachgehen zu können und sie mit anderen zu teilen.
Zu Beginn des Jahres 2016 hatte ich mir vorgenommen, die Trümmerchen, die von mir und meinen Zielen noch geblieben waren, wieder aufzusammeln, die mir verbliebenen Kräfte zu nutzen, um aus ihnen etwas Neues zu basteln und ein paar Fäden, die mir abgeschnitten wurden, wieder zusammenzuknüpfen. Ich wollte mir nur eine kleine Auszeit gönnen, wieder zu Kräften und zur Ruhe kommen, den Schmerz, die Enttäuschungen und Demütigungen, die mir zugefügt wurden, hinter mir lassen und wieder durchstarten. Um es kurz zu machen – ich habe es nicht geschafft. Ich musste einsehen, dass es keinen Sinn mehr macht, ein Ziel zu verfolgen, das ich schon mehr als zwei Jahre zuvor aufgegeben hatte und ohnehin längst den Anschluss verpasst hatte. Ich hatte keine Kraft mehr und wollte nur noch weg von all dem, was mir wehgetan hatte, weg aus diesem Umfeld und weg von schmerzhaften Erinnerungen. Ich habe aufgegeben, obwohl ich keinen Plan B hatte. Ich kehrte die Trümmerchen zusammen, warf sie weg und bin geflüchtet. Bis April des vergangenen Jahres war ich damit beschäftigt, wieder in meine alte Heimat zurückzukehren, mich in der Wohnung, die ich dort glücklicherweise noch hatte, wieder häuslich einzurichten, den Umzug zu organisieren und alle Brücken vollständig und radikal abzubrechen.
Ich habe mich in meiner Heimatstadt, in der ich zwar geboren wurde, aufgewachsen bin und mehr als 40 Jahre gelebt habe, nie wohlgefühlt. Die Rückkehr in die alte Heimat fiel mir deshalb nicht gerade leicht, denn als ich vor vier Jahren weggezogen bin, war ich voller Tatendrang und sicher, an einem anderen Ort mein Glück zu finden. Ich habe es nicht gefunden und mich inzwischen damit arrangiert, wieder hier zu sein, auch wenn sich das Heimatgefühl noch immer nicht einstellen will. Aber ich muss auch das Gute sehen, denn ich freue mich jeden Tag, dass ich endlich wieder alleine lebe und eine große, lichtdurchflutete Wohnung habe, in der ich mich wohl und sicher fühle, nur noch meinen eigenen Dreck wegwischen und keine lästigen Diskussionen über die Müllentsorgung und den Abwasch führen muss. Ich habe endlich wieder Platz für mich und meine Bücher, und vor allem lässt man mich hier vollkommen in Ruhe. Ich lebe seit meiner Rückkehr sehr zurückgezogen und habe bewusst die Einsamkeit gewählt, um wieder zu mir selbst zu finden, mich nicht mehr irritieren und manipulieren zu lassen und mich vor weiteren Verletzungen zu schützen. Ob es klug ist, soziale Kontakte weitgehend zu vermeiden, weiß ich nicht, manchmal macht es mich traurig, nicht mehr vertrauen zu können und keine Nähe mehr zuzulassen, aber es bewahrt mich vor Enttäuschungen und es tut mir gut, endlich wieder Zeit für mich und die Dinge zu haben, die mir wichtig sind.
Ich verbringe sehr viel Zeit damit, zu schreiben. Ich hatte schon immer den Wunsch, eines Tages ein Buch zu schreiben und es zu veröffentlichen, hatte viele Geschichten im Kopf, die ich zu einem Roman verarbeiten wollte. Ich habe im vergangenen Jahr mehr geschrieben als je zuvor in meinem Leben, aber die Geschichten sind nicht gut, viel zu autobiografisch und persönlich, weil mir meine Phantasie abhandengekommen ist und von der Realität überlagert wurde. Zweifellos haben Facetten meines Lebens Potenzial für eine gute und spannende Geschichte, aber eine reine Autobiografie wird sicher niemand lesen wollen und geht ja auch niemanden etwas an. Aber es hat sehr gut getan, mir alles von der Seele zu schreiben und mir dabei geholfen, manche Etappen meines Lebens zu verarbeiten und auch ein bisschen zu verstehen. Ich bin froh und dankbar, die Zeit und Muße gefunden zu haben, alles niederzuschreiben und habe mir vorgenommen, manche Aspekte aufzugreifen und daraus eine fiktive Geschichte mit einem spannenden Plot zu basteln. Ich bin gespannt, ob ich das hinbekomme, denn hier auf meinem Blog über die Bücher anderer zu meckern, ist keine große Kunst. Es selbst besser zu machen, ist durchaus eine riesige Herausforderung, denn eine gute Geschichte allein, macht noch lange kein gutes Buch, sondern bedarf auch erzählerischem Talent. Ob ich darüber verfüge, weiß ich nicht, aber ich habe mir vorgenommen, es herauszufinden. Immerhin bin ich ja jetzt im Schreibfluss, und seit ich wieder mehr lese, achte ich auch ganz bewusst auf Erzähltechniken, Erzählperspektiven und die Ausarbeitung von Charakteren. Seit ich blogge, lese ich viel bewusster, habe wieder sehr viel Freude am Lesen und schätze den Austausch mit anderen buchbegeisterten Menschen.
dankeDeshalb ist es mir ein großes Anliegen, nun allen Lesern meines Blogs recht herzlich zu danken, denn ohne Euer Feedback würde das Bloggen wenig Spaß machen. Ich danke Euch für all die freundlichen Kommentare, die Emails und Nachrichten, die mich erreichen, die vielen tollen Lesetipps, die ich schon von Euch bekommen habe und auch für jeden „Gefällt-mir“-Klick. Außerdem danke ich allen Verlagen für die freundliche Unterstützung meines Blogs und einer Reihe von Autoren für ihre Rezensionsanfragen, das in mich gesetzte Vertrauen und den netten Kontakt.

Ich sehe dem neuen Jahr durchaus ein wenig hoffnungsvoll entgegen und freue mich auf viele tolle Bücher, spannende Lesestunden und den regen Austausch mit Euch!

Eure Claudia

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Buchrezension: Wendy Walker – Dark Memories. Nichts ist je vergessen

Wendy Walker - Nichts ist je vergessenInhalt:

Die sechzehnjährige Jenny Kramer hat das Schlimmste erlebt, was einer Frau widerfahren kann. Während einer Partynacht wurde sie in unmittelbarer Nähe des Hauses, in dem sie mit ihren Freunden ausgelassen feiern wollte, von einem Unbekannten brutal vergewaltigt und misshandelt. Fast eine Stunde dauerte ihr Martyrium, und als ihr Peiniger mit ihr fertig war, ließ er das schwerverletzte Mädchen einfach liegen und verschwand in die Dunkelheit. Nachdem sie gefunden und ins Krankenhaus eingeliefert wird, treffen ihre Eltern eine folgenschwere Entscheidung – sie lassen Jenny ein Medikament verabreichen, das ihre Erinnerungen an die Vergewaltigung aus ihrem Gedächtnis löscht. Ihr Vater bereut diesen Entschluss, denn ohne Jennys Erinnerungsvermögen kann der Täter nicht gefunden und bestraft werden, aber ihre Mutter ist sicher, das Richtige getan zu haben, denn sie glaubt, ihre Tochter könne über dieses traumatische Erlebnis nur hinwegkommen, wenn sie keine Erinnerungen mehr daran hat.
Doch für Jenny wird dadurch alles nur noch schlimmer, denn selbst nachdem ihre äußerlichen Verletzungen verheilt sind, erinnert sich ihr Körper noch an alles, was ihm angetan wurde. Die körperlichen und auch die emotionalen Reaktionen haben sich in sie eingebrannt – allerdings hat sie keine Bilder dafür, weil der kontextuelle Rahmen fehlt. Obwohl die faktischen Erinnerungen an die brutale Vergewaltigung aus ihrem Gedächtnis gelöscht wurden, lebt der Schrecken jener Nacht noch immer in Jennys Körper und auch in ihrer Seele fort und lässt sie nicht mehr zur Ruhe kommen. Doch Jenny will endlich zur Ruhe kommen und beschließt, ihre Erinnerungen an die Ereignisse zurückzuerlangen, um das Trauma wirklich zu verarbeiten. Gemeinsam mit ihrem Psychiater Alan Forrester will sie das Erlebte in ihr Gedächtnis zurückzuholen. Wird sie sich wieder an das erinnern, was ihr zugestoßen ist? Können verlorengegangene Erinnerungen überhaupt wieder reaktiviert werden? Wie manipulierbar sind Erinnerungen? Ist das, woran sie sich nun Stück für Stück erinnert, damals wirklich passiert? Und kann sie denen, die vorgeben, ihr helfen zu wollen, wirklich vertrauen?

Meine persönliche Meinung:

Obwohl ich eigentlich kein Werbungsopfer bin, muss ich zugeben, dass mich die breit angelegte Werbekampagne des Verlags auf Dark Memories. Nichts ist je vergessen sehr neugierig machte. Gegen Werbeslogans wie „Thriller des Jahres“ bin auch ich nicht immun, sodass ich es kaum erwarten konnte, Wendy Walkers Debütroman endlich in Händen zu halten und lesen zu dürfen. Wenn man allerdings die Rezensionen liest, könnte man doch ein wenig skeptisch werden, denn das Buch wird häufig recht heftig kritisiert. Von negativen Rezensionen lasse ich mich jedoch nicht beirren, denn ich bilde mir lieber meine eigene Meinung. Inzwischen kann ich mir die kritischen Stimmen auch erklären, denn besagter Werbeslogan schürt eine gewisse Erwartungshaltung, die dieses Buch eben nicht erfüllt. Auch ich hatte etwas gänzlich anderes erwartet, war allerdings nicht enttäuscht, sondern vielmehr überaus positiv überrascht. Dark Memories ist gewiss nicht der „Thriller des Jahres“, aber zweifellos trotzdem eines der besten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Auf dem Cover wird dieses Buch als „Roman“ bezeichnet, und ein Roman ist es eben auch – ein ganz grandioser sogar. Thriller-Elemente konnte ich hingegen nahezu keine entdecken, habe sie allerdings auch nicht vermisst, denn Dark Memories hat alles, was ein guter Roman braucht – gut ausgearbeitete und vielschichtige Charaktere, einen außergewöhnlichen Erzählstil und eine äußerst interessante Thematik, über die es sich nachzudenken lohnt und zu der die Autorin offensichtlich sehr akribisch recherchiert hat.

Viele Menschen, die Opfer von Gewalt wurden, die Schrecken eines Krieges erfahren haben, schwere Unfälle erlitten oder andere schmerzvolle Erfahrungen machen mussten, leiden an posttraumatischen Belastungsstörungen, die sie häufig ein ganzes Leben lang begleiten. Erinnerungen an diese Erlebnisse sind belastend, verursachen Albträume, Depressionen, führen zu Beziehungsproblemen und können zur lebenslangen Qual werden. Man wünscht sich, das Erlebte wäre nie passiert oder man könnte es wenigstens vergessen, um unbeschwert weiterleben zu können. Die Gedächtnisforschung arbeitet seit geraumer Zeit an medikamentösen Verfahren bei der Traumabewältigung, und die im Roman von Wendy Walker beschriebenen Behandlungsmethoden, mithilfe eines Medikaments gezielt eine retrograde Amnesie hervorzurufen, entspringen nicht etwa der blühenden Phantasie der Autorin, sondern sind durchaus möglich, auch wenn sie bislang nicht in vollem Umfang zur Anwendung kommen und äußerst umstritten sind. Ursprüngliches Ziel solcher medikamentösen Therapien ist es, die emotionalen Spätfolgen und traumatisierenden Erinnerungen von Soldaten nach dem Kriegseinsatz abzuschwächen. Die Frage ist allerdings, ob es ethisch überhaupt vertretbar ist, das Gedächtnis gezielt zu manipulieren und faktische sowie emotionale Erinnerungen zu verändern oder gar auszulöschen.
Erinnerungen, so schmerzhaft sie auch sein mögen, erfüllen nämlich durchaus ihren Zweck. Jede Erfahrung, die wir machen, macht uns zu dem, was wir sind, ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Persönlichkeit und verleiht uns unsere eigene Identität und Individualität. Würde unser Gedächtnis diese Erfahrungen nicht speichern, hätten wir keine Geschichte und könnten uns nicht bewusstwerden, wer wir eigentlich sind. Außerdem sind Erinnerungen wichtig für Lernprozesse, dienen der Abschreckung und sind notwendig, um ähnlichen Situationen und Gefahren künftig aus dem Weg gehen zu können. Hätten wir keine schmerzhaften Erinnerungen an bestimmte Erlebnisse, würden wir dieselben Fehler immer wieder machen, uns z. Bsp. immer wieder an einer heißen Herdplatte verbrennen oder uns an scharfen Klingen schneiden, um nur harmlose Beispiele zu nennen. Erinnerungen sind aber nicht nur für jedes Individuum selbst, sondern auch für die gesamte Gesellschaft von großer Bedeutung. Könnten sich Opfer oder Zeugen eines Gewaltverbrechens an nichts mehr erinnern, könnten die Täter nie gefasst und weitere Gewalttaten somit auch nicht verhindert werden. Das Bewahren und vor allem das Weitergeben von Erinnerungen an die nächsten Generationen erfüllen auch sehr wichtige gesellschaftliche Aufgaben, damit sich Greueltaten wie der Holocaust nicht wiederholen und Kriegserlebnisse nicht in Vergessenheit geraten, denn nur was nicht vergessen wird, kann auch verhindert werden. Nicht auszudenken wären außerdem die Folgen, wenn solche Medikamente in die falschen Hände geraten. Fraglich ist auch nach wie vor, wie gezielt diese Medikamente eingesetzt werden können und ob nicht auch positive Erinnerungen verloren gehen. Sinnvoller und zielführender sind sicherlich Therapiemethoden, bei denen traumatisierte Patienten sich ihren Erfahrungen stellen und ihre Erinnerungen verarbeiten.

Und genau hier setzt Wendy Walkers Roman an, denn Jenny wurde ein Medikament verabreicht, das ihre faktischen Erinnerungen an die grausame Vergewaltigung ausgelöscht hat. Dennoch leben die Schrecken an dieses traumatische Erlebnis in ihrem Körper und auch ihrer Seele weiter und lassen sie nicht zur Ruhe kommen, weil sie keine Bilder dafür hat. Sie beschließt, die Erinnerungen in ihr Gedächtnis zurückzuholen und sie zu verarbeiten, denn sie ist sicher, dass sie nur so endlich Ruhe finden kann. Unterstützt wird sie dabei von ihrem Psychiater Alan Forrester, der die medikamentösen Methoden aufs Schärfste kritisiert, sich auf Traumapatienten, die auf diese Weise behandelt wurden, spezialisiert hat und ihnen ihre Erinnerungen zurückgeben möchte. Er plädiert für eine Traumatherapie ohne Pillen, bei der die Erinnerungen an schmerzhafte Erlebnisse immer wieder reaktiviert, aber dabei gewissermaßen neu im Gedächtnis gespeichert werden und somit nicht mehr mit negativen Gefühlen einhergehen. Dieser Vorgang nennt sich Rekonsolidierung. Erinnerungen werden dabei immer wieder abgerufen und so manipuliert und verändert, dass sie weniger schmerzhaft sind. Diese Behandlungsmethode möchte Alan Forrester nun auch bei Jenny zum Einsatz bringen und ihr helfen, das Erlebte endlich zu verarbeiten.
Anders als der Klappentext vermuten lässt, ist nicht Jenny, sondern vielmehr ihr Psychiater der Hauptprotagonist von Dark Memories. Das ganze Buch wird ausschließlich aus seiner Perspektive erzählt. Alle anderen Protagonisten lernt man nur aus Alans Sicht kennen, in dessen Erzählung jedoch immer wieder kursiv gedruckte Passagen aus den Therapiegesprächen mit Jenny, ihren Eltern und anderen Traumapatienten eingefügt sind. Ich fand diesen außergewöhnlichen Erzählstil und die gewählte Perspektive äußerst interessant. Der Leser erhält somit nämlich sehr tiefe Einblicke in die Arbeit eines Psychiaters und in die Behandlungsmethoden bei der Traumatherapie. Bisweilen gleichen manche Textpassagen zwar nüchternen wissenschaftlichen Abhandlungen, aber sie sind dennoch überaus spannend, wenn man sich für diese Thematik interessiert. Ich war jedenfalls sehr beeindruckt, wie gründlich sich Wendy Walker in ihrem Roman mit Gedächtnisforschung und den verschiedenen Therapiemethoden bei posttraumatischen Belastungsstörungen auseinandersetzt und wie sorgfältig sie offenbar recherchiert hat.
Außerdem hat sie mit Alan Forrester einen sehr vielschichtigen, ambivalenten und außergewöhnlichen Protagonisten geschaffen. Man lernt ihn nicht nur als Psychiater, sondern auch als Ehemann und Familienvater kennen. Ich kann nicht behaupten, dass ich diesen Mann besonders mochte und war ständig hin- und hergerissen zwischen Sympathie und Abscheu. Ich war einerseits beeindruckt von seiner Kompetenz und seinem Fachwissen, hin und wieder angetan, weil er doch recht verständnisvoll erscheint, andererseits aber auch häufig angewidert von seiner Arroganz und Eitelkeit. Dieser Mann ist vollkommen undurchschaubar, aber gerade das macht ihn zu einem äußerst interessanten Charakter und trägt auch enorm zur Spannung dieses Romans bei. Im Verlauf der Erzählung zeigt sich, dass auch der stets souverän wirkende Psychiater seine Schwächen und Ängste hat und während Jennys Therapie in einen inneren Konflikt gerät, der verheerende Konsequenzen hat.
Alle anderen Protagonisten lernt man aus Alans Perspektive kennen, bzw. kommen sie in den kursiv gedruckten Therapiegesprächen zu Wort, die in wörtlicher Rede widergegeben werden. Jenny Kramers Schicksal und ihr Umgang mit der brutalen Vergewaltigung war sehr berührend und erschütternd, steht aber, anders als der Klappentext vermuten lässt, nicht im Zentrum der Handlung. Es geht vielmehr um die Abgründe, die sich hinter der Fassade der scheinbar intakten Familienidylle der Kramers auftun. Die Ehe von Jennys Eltern droht aufgrund der Belastung und dem unterschiedlichen Umgang mit dem traumatischen Erlebnis ihrer Tochter zu zerbrechen. Jennys Vater will unbedingt, dass sich seine Tochter wieder an die Details der Vergewaltigung erinnert, damit der Täter gefasst werden kann. Ihm geht es dabei in erster Linie um Rache und Gerechtigkeit, während ihre Mutter Bedenken hat, dass die reaktivierten Erinnerungen, Jenny nur noch mehr schaden könnten. Sie wünscht sich nur, dass ihre Tochter endlich wieder ein normales Leben führen kann. Während den Einzelsitzungen mit Jennys Eltern stellt Allan jedoch fest, dass die Wurzeln ihrer Eheprobleme weit in der Vergangenheit liegen und das vermeintliche Familienglück von dunklen Geheimnissen überschattet wird. Der Leser erhält sehr tiefe Einblicke in die Psyche von Jenny, den Menschen in ihrem Umfeld und auch dem behandelnden Psychiater. Dabei tritt die Tätersuche, die die eigentliche Thrillerhandlung ausmacht, immer mehr in den Hintergrund. Mich hat dies nicht gestört, denn die Blicke in die Abgründe menschlicher Seelen und die Therapiemethoden des Psychiaters fand ich überaus spannend. Erst gegen Ende des Romans gewinnt die Suche nach dem Täter wieder an Bedeutung. Hierbei kommt es zu einigen überraschenden Wendungen, und die Auflösung des Falls war schockierend und für mich vollkommen unvorhersehbar.
Mich konnte Dark Memories. Nichts ist je vergessen in jeder Hinsicht überzeugen, und obwohl es meiner Meinung nach kein Thriller ist, hat mich dieses Buch von der ersten Seite an gefesselt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Besonders fasziniert hat mich, wie gekonnt die Autorin fachliches Wissen in eine spannende Handlung einbettet und wie fundiert und gleichzeitig eindrücklich sie sich mit einer Thematik beschäftigt, über die es sich nachzudenken lohnt und die bereits heftig diskutiert wird. Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der Interesse an der Psyche des Menschen hat. Ein großartiges Debüt einer Autorin, von der man hoffentlich bald noch mehr lesen darf!

© Claudia Bett

Meine Bewertung: ⭐ ⭐ ⭐ ⭐ ⭐ (5 von 5 Sternchen)

Herzlichen Dank an wasliestdu.de und den S. FISCHER Verlag, der mir das Rezensionsexemplar freundlicherweise zur Verfügung stellte!

Buchdetails:

Wendy Walker: Dark Memories – Nichts ist je vergessen
Verlag: FISCHER Scherz
Ersterscheinungsdatum: 23. Juni 2016
384 Seiten
ISBN 978-3-651-02542-4

Cover: S. FISCHER Verlag

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