Mein Monatsrückblick März 2017

Gelesen:

Leider startete ich mit einer kleinen Leseflaute in den Monat März, denn gleich das erste Buch, dem ich mich zuwandte, war eine so zähe Angelegenheit, dass ich manchmal tagelang gar keine Lust zum Lesen hatte und deshalb auch nicht vorankam. Glücklicherweise hielt diese Leseflaute nicht allzu lange an, sodass ich trotz anfänglicher Startschwierigkeiten im März doch noch 6 Bücher gelesen habe; das waren insgesamt 2427 Seiten, also durchschnittlich 78 Seiten pro Tag (zu meinen ausführlichen Rezensionen gelangt Ihr mit einem Klick auf das Cover oder den Buchtitel)

Amy Gentry - Good as GoneIch hatte mich sehr auf Good as Gone von Amy Gentry gefreut, war aber leider etwas enttäuscht von diesem Roman. Die Geschichte beginnt zwar sehr vielversprechend, ist auch durchaus originell konstruiert, aber leider geht gerade das auf Kosten der Spannung. Kann man lesen – muss man aber nicht.

 

L. U. Ulder - Ein dunkler TriebAbsolut spannend ging es dann aber weiter mit Ein dunkler Trieb von L. U. Ulder, dem ersten Band einer neuen Reihe um den Ermittler Björn Liebermann. Dieser Ermittlungsthriller hat mich in jeder Hinsicht überzeugt und hat alles, was ein Buch dieses Genres braucht – einen abgrundtief bösen Serientäter, der von wahrlich dunklen Trieben geleitet wird, interessante und glaubwürdige Charaktere sowie einen spannenden und gut durchdachten Plot.

Jenny Blackhurst - Das Mädchen im DunkelnAuch Jenny Blackhursts Das Mädchen im Dunkeln war wirklich fesselnd und hat mich auch sehr gut unterhalten. Allerdings haben mich die Protagonisten nicht überzeugt, und auch der Plot war nicht immer stimmig. Gestört haben mich aber vor allem die auffallend vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler in der deutschen Übersetzung, die man der Autorin zwar nicht anlasten kann, aber den Lesefluss und das Lesevergnügen leider sehr gemindert haben. Schade, denn eigentlich ist es ein solider Psychothriller, nicht gerade überragend, aber durchaus lesenswert.

Marina Heib - Drei Meter unter NullDass es sich bei Marina Heibs Drei Meter unter Null um einen in jeder Hinsicht herausragenden Thriller handelt, habe ich schon auf den ersten Seiten gemerkt. Das sprachlich hohe Niveau ist schon mehr als beeindruckend und auch außergewöhnlich in diesem Genre. Dieser Thriller geht wirklich unter die Haut, ist von der ersten bis zur letzten Seite nicht nur spannend und schockierend, sondern gleichzeitig auch sehr berührend. Zweifellos einer der besten Thriller, die ich je gelesen habe und deshalb auch mein unangefochtenes Lesehighlight des Monats!

Gillian Flynn - Gone GirlVon Gone Girl von Gillian Flynn hätte ich eigentlich erwartet, dass es mich vollkommen umhaut, denn der Hype, der um dieses Buch gemacht wurde, war enorm. Gillian Flynn schafft es in diesem Buch sehr gekonnt, den Leser immer wieder zu verwirren und mitten in ein böses Psychospiel eines vermeintlich glücklichen Ehepaars zu reißen. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet, was aber vor allem am Anfang sehr zulasten der Spannung geht. Abgesehen von dem recht zähen Einstieg und ein paar bedauerlichen Längen, hat mir dieser Roman allerdings sehr gut gefallen, auch wenn ich ihn für ein wenig überbewertet halte.

Das Buch der Spiegel von EO ChiroviciWirklich umgehauen hat mich hingegen Das Buch der Spiegel von E. O. Chirovici. Der Autor spielt in seinem Kriminalroman sehr gekonnt mit verschiedenen Perspektiven und beschäftigt sich dabei immer wieder mit der Frage, wie zuverlässig und manipulierbar unsere Erinnerungen sind. Ein wirklich grandioser und intelligent erzählter Roman, der mich restlos begeistert hat.

 

© Claudia Bett

Mein Monatsrückblick Februar 2017

Nun gab es schon zwei Monate keinen Monatsrückblick auf meinem Blog. Im Dezember habe ich einfach viel zu wenig gelesen und hatte auch sonst nichts besonders Interessantes zu berichten, und für einen Rückblick auf den Monat Januar fehlte mir die Zeit, weil ich Anfang Februar mit so erquicklichen Dingen wie Großputz, Gardinen waschen, Fensterputzen, Ausmisten und großangelegten Auf- und Umräumaktionen meiner Bücherregale beschäftigt war.

Ordnung im Bücherchaos

Die Sache mit den Bücherregalen war recht zeitintensiv, denn obwohl ich im vergangenen Jahr kräftig ausgemistet habe, habe ich einfach zu viele Bücher, und mein bisheriges System – wenn man überhaupt von einem solchen sprechen kann – ist etwas unausgereift und nicht gerade übersichtlich. Es ist vor allem deshalb so unübersichtlich, weil meine Bücher zweireihig in den Regalen stehen, ich in jedem Zimmer meiner Wohnung Bücherregale habe und gelesene und ungelesene Bücher wild durcheinander stehen. Gerade was die hinteren Reihen anbelangt, habe ich ein wenig den Überblick verloren. Und so habe ich alles ausgeräumt, mich durch meine ungelesenen Bücher gestöbert und dabei so manches Buch entdeckt, von dem ich gar nicht mehr wusste, dass ich es überhaupt besitze. Ich finde es schön, eine große Auswahl an ungelesenen Büchern zu Hause zu haben, hätte allerdings gerne einen besseren Überblick. Obwohl es sehr zeitintensiv war, alles aus- und wieder einzuräumen und die Klappentexte zu lesen, hat es richtig Spaß gemacht, die Untiefen meiner Bücherregale zu erkunden. Ich bin dabei auf interessante Bücher gestoßen, die ich nun nach und nach lesen möchte, denn ich habe sie ja nicht gekauft, weil ich eine besondere Sammelleidenschaft habe oder überfüllte Bücherregale besonders hübsch aussehen. Deshalb werden nun jeden Monat mindestens zwei solcher SuB-Leichen gelesen. Dieses Vorhaben habe ich im Februar auch sofort in die Tat umgesetzt und mit Tom Rob Smiths Ohne jeden Zweifel und Michele Jaffes Wer schön sein will, muss sterben gleich zwei tolle Bücher gelesen, die schon viel zu lange ungelesen in meinen Regalen schlummerten.

Gelesen:

Insgesamt habe ich im Februar fünf Bücher gelesen – das waren 2112 Seiten, also ca. 75 Seiten pro Tag (mit einem Klick auf das Buchcover oder die Titel, gelangt Ihr zu meinen Rezensionen)

Christina Stein - WonderlandGleich das erste Buch, zu dem ich im vergangenen Monat gegriffen habe, war so unglaublich fesselnd, dass ich die ganze Nacht durchgelesen habe. Für einen Jugendthriller war Wonderland von Christina Stein überraschend brutal und grausam, aber es hat mir sehr gut gefallen und war eines der spannendsten Bücher, die ich seit langer Zeit gelesen habe. Ein wahrlich rasanter und packender Thriller!

 

Ohne jeden Zweifel von Tom Rob SmithEin bisschen gemächlicher ging es dann mit Tom Rob Smiths Ohne jeden Zweifel weiter. Trotzdem war dieser Psychothriller mein Lesehighlight des vergangenen Monats, denn er war trotz seiner ruhigen Gangart sehr fesselnd und hat mich vor allem deshalb so fasziniert, weil er gleichzeitig sehr berührend und tiefgründig war. Dieses Buch lag definitiv zu lange ungelesen in meinem Regal, und ich bin froh, es jetzt entdeckt zu haben.

 

michele-jaffe-wer-schoen-sein-will-muss-sterbenUnd da ich so begeistert war, auf meinem SuB auf so ein grandioses Buch gestoßen zu sein, wühlte ich mich weiter durch die Untiefen meiner Regale und fand ein Buch, das ich vollkommen vergessen hatte und schon ein paar Jährchen im hintersten Winkel vergraben war. Auch dieser Fund hat sich gelohnt, denn Wer schön sein will, muss sterben von Michele Jaffe hat mich sehr positiv überrascht und war spannender als ich dachte.

 

Sabine Thiesler - Nachts in meinem HausLeider war ausgerechnet das Buch, auf das ich mich am meisten gefreut hatte, eine ziemliche Enttäuschung. Wochenlang fieberte ich dem neusten Roman von Sabine Thiesler entgegen, denn bislang war die Autorin für mich immer ein Garant für gute Geschichten und psychologische Spannung. Ich fand es nicht weiter tragisch, dass Nachts in meinem Haus nicht besonders spannend war, denn es wird auf dem Cover auch als Roman und nicht als Thriller bezeichnet. Darüber kann ich hinwegsehen, wenn eine Geschichte trotzdem gut erzählt und glaubwürdig ist. Der Schreibstil von Sabine Thiesler war wie gewohnt brilliant, aber die Geschichte war so unglaubwürdig und überkonstruiert, dass ich leider sehr enttäuscht war.

sofie-sarenbrant-der-morder-und-das-madchenDa ich skandinavische Thriller und Krimis sehr mag und immer auf der Suche nach guten skandinavischen Autoren bin, war ich sehr gespannt auf Der Mörder und das Mädchen von der schwedischen Autorin Sofie Sarenbrant. Mir hat dieser Thriller sehr gut gefallen, denn er war sehr packend und gut durchdacht. Vor allem die Charaktere haben mich überzeugt, denn sie waren glaubwürdig und vielschichtig. Die Ermittlerin Emma Sköld ist eine sehr interessante Figur, die man hoffentlich noch bei weiteren spannenden Fällen begleiten darf.

© Claudia Bett